Diakonenweihe

August 18, 2019

Ordination von Jared Wensyel zum Diakon.

Gottesdienst und Einsegnung in der Melanchthonkirche in Schauernheim.

A K D Kirchenzeitung

Juli 24, 2019
AKD neu bunt

N a c h r i c h t e n

aus der  anglikanischen Welt

Ausgabe Nr. 6 – St. Johannis  2 0 1 9

Predigt zum Victoria und Albert Jubiläum


Coburg, 2.6. 2019 – Pfr. G. Thomann

Begonnen hatte das Festival mit einem anglikanischen Gottesdienst – schließlich stand auch dieser Tag im Zeichen der deutsch-britischen Feierlichkeiten zu den 200. Geburtstagen von Prinz Albert und Queen Victoria. Mitwirkende waren deshalb außer dem evangelischen Dekan Stefan Kirchberger noch Bischof Gerhard Meyer, Liturg, und Pfarrer Günther Thomann, Prediger, von der anglikanischen Kirche. Die musikalische Ausgestaltung übernahm Gary O’Conell.

Herzogliche Hoheiten, werter Bürgermeister und werte Gastgeber der Stadt Coburg, liebe christliche Gemeinde!

Es ist uns als Geistlichkeit der Anglikanischen Kirche in Deutschland eine große Ehre, Ihrer Einladung zu folgen und diesen Festgottesdienst gestalten zu dürfen. Wie Sie vermutlich alle wissen, begann mit Königin Victoria (später auch Kaiserin von Indien) und Prinzgemahl Albert nach dem Ende der Hannoverkönige eine neue Dynastie in Großbritannien: das Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Es veränderte den deutsch klingenden Namen erst 1914 in Haus Windsor, also zu Beginn des unseligen Ersten Weltkriegs, der das Ende des alten Europas bedeutete. Aber darüber möchte ich heute nicht sprechen. Ich möchte mich vielmehr einmal Victoria und Albert als religiösen Charakteren im Rahmen ihrer Zeit zuwenden. Beide waren in ihren Überzeugungen noch im christlichen Europa begründet, einer Welt, die vielen heute zunehmend fremd geworden ist. Ja, Victoria und Albert hatten beide eine tiefe evangelikale Frömmigkeit. Die katholische Erneuerung der Kirche von England, die 1833 mit der Oxford Bewegung von John Keble, Edward Bouverie Pusey und John Henry Newman begann und die in ihrer späteren Phase als Ritualismus oder Anglo-Katholizismus bekannt ist, war ihnen abgrundtief zuwider.

Beide wollten nur auf die einfachste Weise Gottesdienst feiern. Victoria empfing sogar das Abendmahl bei den schottischen Presbyterianern – etwas, was wir heute als ökumenische Geste oder Akt persönlicher Freiheit verstehen würden, aber damals als Skandal galt. Victoria erlaubte sich durchaus auch einen Eingriff in das Book of Common Prayer, also die anglikanischen Liturgie: 1859 ließ sie, ohne Rücksprache mit der Konvokation der Bischöfe und des Klerus, drei Feiertage aus der Liturgie entfernen: den Gedenktag König Karls des Märtyrers (Charles I. Stuart) am 30. Januar, den Tag der Restauration der Monarchie am 8. Mai (1660) und den Gedenktag der sog. Pulververschwörung vom 5. November, einer jesuitischen Verschwörung und ihrer Aufdeckung im Jahr 1605. Dieser Vorgang wäre heute undenkbar und gilt bis heute in der anglikanischen Welt als kontrovers. Wir wissen nicht genau, was die eigentlichen Ursachen dafür waren – nur eine persönliche Abneigung gegen diese Elemente oder der ernsthafte Versuch, den konfessionellen Frieden des Landes zu erhalten? Prinz Albert hielt sich in kirchlichen Dingen eher zurück. Seine Liebe galt der Kunst, der Musik und dem Gartenbau. Die berühmte Royal Albert Hall m Londoner Stadtteil Kensington verdankt ihm ihre Existenz.Auch die königliche Gartenbaugesellschaft, die Royal Horticultural Society, förderte er. Sie sammelte Pflanzen aus allen Teilen des Reiches. Die Zeit unserer Jubilare war ja die Zeit der größten Ausdehnung des Britischen Empire, des größten Reiches, das jemals auf der Erde bestand. Großbritannien war das am frühesten und am meisten entwickelte Industrieland Europas, das Land der sogenannten Industriellen Revolution. Die Städte wuchsen rasant an, die verarmte Landbevölkerung drängte in die Städte, neben Wohlstand entstanden in den Städten Armut und düstere Slums, die zu Brutstätten von Ausbeutung, Laster und Choleraepidemien wurden. Für die innere und äußere Mission der Kirchen entstand eine gewaltige Aufgabe, die mit den alten Mitteln nicht mehr zu bewältigen war. Die neu gegründeten Orden und Schwesternschaften, die aus der Oxford Bewegung hervorgegangen waren, nahmen sich dieser Aufgabe an, nach anfänglichen Widerständen in Kirche und Gesellschaft freilich. Auch die Freikirchen standen nicht abseits. So entstand etwa die Salvation Army (Heilsarmee) und deren kirchliche Konkurrenz, die Church Army. Nach deutschem Vorbild, etwa Kaiserswerth, entstand auch eine Schwesternschaft von Diakonissen. Es ist erfreulich zu sehen, dass auch der Gründer der lutherischen Diakonissen, Wilhelm Löhe, Kontakte zur anglikanischen Schwesternschaft von Thomas Thelusson Carter in Clewer bei Windsor hatte. Man betrat ja überall Neuland!

Die soziale Frage brannte den Menschen im Zeitalter der Industrialisierung unter den Nägeln. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch der Revolutionär Karl Marx damals in London Zuflucht fand. In keiner Zeit der Geschichte des Landes wurden so viele Kirchen und Kapellen gebaut wie im viktorianischen Zeitalter, von denen viele heute leider nicht mehr existieren. Sie dienten der wachsenden Bevölkerung, waren aber auch Ausdruck des missionarischen Geistes und der liturgischen Erneuerung dieser Zeit. Hand in Hand ging damit die Architektur der Neugotik, die sich bewusst als christliche Architektur verstand. Auch die äußere Mission bedeutete eine riesige Herausforderung, der sich zunächst Missionsgesellschaften, später auch Orden annahmen. Nicht ohne Grund lebt ja heute der größte Teil der Anglikaner, wie auch bei den anderen großen Kirchen, in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, nicht mehr in Europa und Nordamerika. Wir Europäer tun uns heute oft schwer damit, dies anzuerkennen. Wir sind eben nicht mehr der Nabel der christlichen Welt.

Königin Victoria wurde oft die ‚Großmutter Europas‘ genannt, da sie mit den meisten Dynastien ihrer Zeit verwandt war. In den späteren Jahren ihres Lebens wirkte sie oft wie eine Matrone, durchaus bescheiden in ihrem Wesen und wenig pompös. Der Unterschied zu anderen Kaiserinnen ihrer Zeit wurde kaum jemals deutlicher, als die Kaiserin von Österreich, die für ihre Extravaganzen berühmte Sisi, Victoria anlässlich eines Jagdaufenthalts besuchte und sie dafür mitten aus einem Gottesdienst in Windsor holte. Auch mit der Kaiserin von Frankreich, Eugenie, die es liebte zu provozieren und zu schockieren, tat sich Victoria schwer. Eugenie hatte ihre Krone nach dem preußisch-französischem Krieg von 1870 verloren (der ja bekanntlich zur Gründung des Deutschen Reiches ausgerechnet im Spiegelsaal von Versailles führte) und musste vor den Aufständischen in Paris nach Großbritannien flüchten, wo sie auch in der katholischen Benediktinerabtei Farnborough in Hampshire begraben liegt.

Die ‚Großmutter Europas‘ war durchaus eine gläubige Frau. Als sie 1901 starb, ging eine Epoche der Geschichte mit ihr zu Ende. Sicher sehen wir heute vieles anders als damals, etwa den Kolonialismus, der damals nicht anstößig war. Aber auch unsere Perspektive ist ja, wie die aller Menschen, begrenzt. Was werden unsere Nachfahren einmal von uns denken – wir wissen es nicht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es üblich, das ganze 19. Jahrhundert zu verurteilen. Aber ist das gerecht? Wir müssen uns immer bewusst bleiben, dass im menschlichen Leben Licht und Schatten sehr oft nahe beieinander liegen!

Liebe Gemeinde, wir haben gerade die Wahlen zum Europaparlament hinter uns, einer Einrichtung, die ja den meisten von uns wertvoll und wichtig ist. Aber lassen wir uns nicht täuschen: Nichts was der Mensch schafft, ist ewig! Gott allein ist ewig! Es kann gut sein, dass die Landkarte Europas in 50 oder 100 Jahren wieder eine andere sein wird als heute. Krieg, Aggression und soziale Konflikte sind keineswegs gebannt. Auch die Zeitgenossen Victorias und Alberts glaubten an den langen Bestand des Britischen Empire, obwohl schon damals leise Stimmen davor warnten. Der Landpfarrer John Ellerton (er starb 1893), dessen Abendlied ‚The day thou gavest, Lord, is ended‘ (‚Der Tag, den Du gegeben hast, Herr, ist zu Ende‘), das sich heute in fast allen anglikanischen Gesangbüchern findet, schrieb schon damals: ‚Lord, thy throne shall never like earth‘s proud empires pass away‘, ‚Herr, dein Thron wird niemals wie die stolzen Reiche der Erde vergehen‘. Tatsächlich zeigten sich schon 1916 Risse im Empire: Beim Osteraufstand in Dublin, der zur Gründung der Irischen Republik führte und nach einem Hungerwinter begann.

Nichts, was der Mensch aufbaut, ist für die Ewigkeit! Aber wir haben eine starke Orientierung im Wandel der Zeiten: Jesus Christus, den Gekreuzigten! Er ist die Sühne für unsere Sünden, wie der Apostel Johannes sagt (1.Joh. 2,2;4,10; auch der Apostel Paulus in Röm. 3,25). Jesus Christus, der Sohn Gottes, die zweite Person der Heiligen Dreieinigkeit, er wurde Mensch und erniedrigte sich bis ans Kreuz. Der Unschuldige litt für die Schuldigen, der Reine für die Unreinen, der Gott-Mensch für seine Geschöpfe, denn Gott konnte und wollte die Sünde und Schuld der Welt nicht einfach unter den Tisch kehren. Sie war, ist und bleibt eine Realität! Es war das Zeichen der höchsten Liebe Gottes zu den Menschen, seiner Schöpfung. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, wie wiederum der Apostel Johannes sagt (Joh. 3,16). Das war auch die tiefe Überzeugung unserer Jubilare! Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, die Auferstehung und die Hoffnung für uns alle. Amen!

City to City DACH Treffen – Hamburg

11. – 12. Juni 2019 – Jared Wensyel, Frankfurt

Dieses Jahr traf sich das Gemeindegründungsnetzwerk City to City DACH – Deutschland, Österreich und Schweiz – zusammen in der schönen Stadt Hamburg. Es kamen verschiedene Gemeinden und Gemeindeneugründungen aus den verschiedenen deutschsprachigen Städten Europas, um 10 Jahre City to City DACH zu feiern, mit verschiedenen Leuten Gemeinschaft zu genießen und miteinander kreativ ins Gespräch kommen und sich darüber auszutauschen, wie wir unsere Städte mit dem Evangelium erreichen können.

Ich, der ich schon seit fünf Jahren im Netzwerk aktiv bin, freute mich sehr, dieses Jahr meine anglikanischen Brüder David Ayres aus Berlin und Michael Winkler aus Hamburg an meiner Seite zu haben! Es war eine schöne Zeit mit ihnen, und viele andere Pastoren und Gemeindegründer aus verschiedenen Denominationen haben sich auch bei mir gemeldet, um zu sagen, wie sehr sie sich freuen, dass es jetzt auch Anglikaner mit ihrer starken Tradition in unserem Netzwerk gibt.

Am ersten Abend trafen wir uns im Schanzenviertel, im Büro des Hamburgprojekts, einer junge Kirche in Hamburg und eine der ersten City to City Gemeindegründungen in Deutschland. Dort konnte man erst einmal gemütlich ankommen, sein Namensschild ausfüllen und Kaffee trinken, während man die ersten Leute kennen lernte.

Danach fing das Programm mit einer Zeit der Anbetung an, in der Pastor Steffen Weil aus der Gemeindegründung Mittendrin Potsdam uns einen kurzen Impuls aus Apg 13, 1-3 gab, und wir ein paar geistliche Lieder miteinander gesungen haben. Er sprach über die Berufung der ersten Gemeindegründer für Europa, Barnabas und Paulus, und welche Bedeutung Gebet, Fasten und völlige Abhängigkeit von Gottes Plan für die Gemeindegründungsarbeit hat.

Danach zeigte der Direktor von City to City Europe, Stephan Pues, der vor kurzem auch bei unserer Synode gesprochen hatte, was Gott in den letzten 10 Jahren von City to City DACH alles vollbracht hat, u.a. die Gründung von über 25 neuen Gemeinden. Wie toll! Er träume davon, was Gott alles in der Zukunft durch unser Netzwerk noch machen wird.

Für die Konferenz wurde ein Redner aus Birmingham, England, eingeladen, Jonathan Bell aus der Gemeindegründungsbewegung Birmingham 20/20, der am ersten Abend über die Herausforderung der jungen Generation Y, auch Millenials genannt, gesprochen hat. Dabei hat er auf interessante Art und Weise erläutert, welche Chancen und Herausforderungen diese Generation für die Gemeindegründungsarbeit mit sich bringt. Dieses Thema – wie können wir die junge Generation der Millenials erreichen – war zum großen Teil Hauptthema unseres Treffens in diesem Jahr.

Danach gingen wir alle miteinander zum Restaurant Peter Panne Burger essen. Nachdem alle gut satt waren, kehrten wir zurück zu Haus 73 in der Schanze, um miteinander 10 Jahre City to City DACH mit Musik, Festreden und gutem Bier zu feiern. Sowohl das Essen als auch die Geburtstagsfeier wurden von amerikanischen Spendern finanziert, die viele Kosten des Treffens auf sich genommen haben, um den Gemeindegründern der deutschsprachigen Städte den Rücken zu stärken.

Am nächsten Morgen trafen wir uns noch mal, aber dieses Mal in der HafenCity bei einem Co-Working Space, ein Ort, an dem verschiedene Unternehmen zusammen Büroplätze mieten. Nach einer Andacht zum Beginn teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf, um in kreativen Austausch über bestimmte Fragen zu kommen, die das Thema, Millenials mit dem Evangelium erreichen, betrafen, wie etwa die Frage der Digitalisierung oder welche Bedürfnisse und Fragen Millenials haben, die nur durch das Evangelium erfüllt und angesprochen werden können.

Nach einer gemütlichen Mittagspause kamen wir wieder dort zusammen, um den zweiten Beitrag von Jonathan Bell aus Birmingham zu hören. Dort sprach er jetzt über Wege, wie man Millenials mit dem Evangelium erreichen kann. Er sprach davon, wie wir Millenials mit Wahrheit, Wurzeln und Auftrag begegnen müssen.

1. Wahrheit: Wir müssen nicht für Millenials die Wahrheit des Evangeliums aufweichen. Damit werden wir nur oberflächliche Gemeinden gründen, die nicht so lange Stand haben. Wir müssen stattdessen die Wahrheit des guten, alten Evangeliums ihnen auf einer Art und Weise kommunizieren, dass sie es verstehen und darin wachsen können.

2. Wurzeln: Millenials haben eine Sehnsucht nach starken Wurzeln. Viele von ihnen kommen aus gebrochenen Familien und sind Scheidungskinder. Sie sehnen sich nach einer starken Familie geprägt von starken Wurzeln. Dieses Bedürfnis können wir mit evangeliumszentrierten Gemeindegründungen stark ansprechen.

Und 3. Auftrag: Millenials fühlen eine starke Verantwortung für ihre Welt und wollen viel tun, um sie zu verändern. Oft kommt diese Generation mehr durch praktische Erfahrung als durch große Vorträge zur Wahrheit des Evangeliums. Wir müssen ihnen den starken Auftrag des Evangeliums zugänglich machen, indem wir konkrete Aufträge formulieren und ausleben, den sich Millenials anschließen können, auch bevor sie eine Glaubensentscheidung getroffen haben. Hier sprach er von der Wichtigkeit des Schemas: Belonging — Believing — Behaving = Zugehörigkeit — Glaube — Gehorsam, um unter Millenials Gemeinden zu gründen, bei denen sie im Glauben an Jesus Christus wachsen können.

Beim Abschluss des Treffens wurde ein konkretes Gebetsthema für das ganze nächste Jahr erwähnt: das Rhein-/Ruhrgebiet. Der Gemeindegründer von Spectrum in Düsseldorf, Chris Musselman, stellte vor, wie er gerade in der Gegend rund um seine Stadt eine Zusammenarbeit unter Gemeinden und Gemeindegründungen aufbauen will, um dort mehr evangeliumszentrierte Gemeindegründungs- und Erneuerungsarbeit zu fördern. Wir sollten alle im nächsten Jahr dafür beten!

Ich vernetzte ihn auch mit Pastor Marc Jankowski in Neuss, und hörte sogar schon von, dass ein sehr gutes Gespräch daraus entstanden ist. Danach teilten wir uns als Abschluss in kleine Gruppen auf, um für das Thema Rhein-/Ruhrgebiet und füreinander zu beten.

Insgesamt war das ein tolles Treffen! Ich hoffe, es war auch für meine Anglikanische Brüder aus Hamburg und Berlin ermutigend und hilfreich. Es ist immer inspirierend, sich mit anderen Glaubensgeschwistern zu treffen, um darüber zu sprechen, wie wir mit dem Evangelium! die Menschen unserer Ortschaften und unserer Zeit erreichen können. Ich lade herzlich ein, für das Netzwerk und die verschiedene Gründungsarbeiten zu beten, u.a. für uns in Hamburg, Berlin und Frankfurt!

Ernennung zum Lay-Reader

4. Mai 2019, Mainz – Dr. Sebastian Moll

Pfarrer Dr. Joachim Feldes l. – Dr. Sebastian Moll – Bischof Gerhard Meyer r.

Am 4. Mai wurde ich in der Klosterkirche Maria Mater Dolorosa in Mainz durch unseren Bischof Gerhard Meyer und Pfarrer Joachim Feldes als Lay-Reader eingeführt. In der Epistellesung hörten wir von der „unverfälschten, geistigen Milch“ (1. Petrus), nach der wir Christen verlangen sollen. Ich wählte diesen Gedanken als Predigttext und möchte auch meinen Dienst unter diesen Gedanken stellen. So übernehme ich dieses Amt voller Inbrunst einerseits und voller Demut andererseits, in der Hoffnung, mich selbst weiterhin an der Milch des Evangeliums stärken und diese zugleich anderen Hungrigen darreichen zu können.

19. Synode der Anglikanischen Kirche in Deutschland

Bischof Gerhard Meyer D.D.

Vom 24.-26. Mai 2019 fand die 19. Synode der AKD in Schwarzenborn, Nordhessen, statt. Erzbischof Dr. Ray Sutton, traf einen Tag zuvor aus England ein. Dort hatte er an der jährlichen Convocation der Free Church of England, der Schwesterkirche der Reformed Episcopal Church, USA, teilgenommen. Eine Woche zuvor war er in Kroatien zur Visitation in der Auslandsdiözese bei Bischof Jasmin Milic in Osijek.

Zu Beginn der 19. AKD Synode gab es verschiedene Grußworte aus den neuen Bundesländern und den USA. Danach eröffnete Erzdiakon Thomas Kohwagner die 19. Synode.

Geistliche, Abgeordnete und Anwärter – Mitte: Erzbischof Sutton l. – Bischof Meyer r.

Erzbischof Dr. Ray Sutton sprach zuvor über den im Jahre 2014 vom damaligen Bischof Royal Grote vorgeschlagenen und von der Synode angenommenen Artikel des Kirchenbundes zwischen der Anglikanischen Kirche in Deutschland (damals REK) und der Reformed Episcopal Church USA. Damals in 2014 übergab Bischof Grote den Bischofsstab an Bischof Meyer. Dieser übernahm von diesem Zeitpunkt an das Amt des Ordinarius für die deutsche Diözese, die von diesem Zeitpunkt an nicht mehr Missionsbistum war. Erzbischof Sutton erläuterte noch einmal die Bedeutung des von ihm unterschriebenen Artikels im Beisein aller Geistlichen und Abgeordneten. Dieser soll nun in Zukunft mit Leben gefüllt werden.

Danach wurden die Berichte der Gemeinden und Kommissionen vorgestellt, teilweise erläutert und über deren Annahme abgestimmt, sowie der im rechtlichen Verein verabschiedete Finanzbericht vorgestellt und erläutert. Zum Schluss wurden neue Berufungen für den Bistumsrat / Bistumsverwaltungsrat und für neue Komitees ausgesprochen.

Eine weitere Zwischensynode ist für den 26. Oktober 2019 in Schwarzenborn geplant, die nächste Hauptsynode ist für den 22.-24. Mai 2020 geplant.

Europadirektor Stephan Pues

Der Nachmittag stand unter dem Thema „Gemeindegründung in der Großstadt“. Bischof Meyer hatte den Europadirektor Stephan Pues von City to City Europe (www.citytocityeurope.com) eingeladen, um weitere Impulse für neue Gemeindegründungen zu erhalten.

Am Samstagabend trafen sich Geistliche und Abgeordnete zu einem Buffet im Haus Schwalmblick, im Knüllcamp. Die Synode wurde durch einen feierlichen Gottes-dienst am Sonntagmorgen mit Heiliger Kommunion abgeschlossen. Erzbischof Sutton hielt die Predigt, die übersetzt wurde.

DIE REFORMIERTE EPISKOPALKIRCHE

AMTSSITZ FÜR DIE VEREINIGTEN STAATEN UND KANADA

Gründungsmitglied der Provinz der

ANGLIKANISCHEN KIRCHE IN NORDAMERIKA

Fest der Heiligen Dreifaltigkeit 16. Juni 2019

Erzbischöfliches Hirtenschreiben

(Übersetzung Dr. Sebastian Moll)

https://www.holycommuniondallas.org/

Lieber Bischof Gerhard, Geistliche und Laien in der deutschen REC (Anglikanische Kirche i.D.).

Grüße im Namen unseres dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Unser dreieiniger Gott lebt. Aber Jesus sagt über die drei Personen der Gottheit: „Wir werden kommen. . . und Wohnung nehmen“ (Johannes 14:23). Gott sei Dank, dass die Heilige Dreifaltigkeit bei uns wohnt!

Ich schreibe diesen Hirtenbrief als Nachbereitung meines kürzlichen wundervollen Besuchs bei Euch in der vierten Woche nach Ostern. Seit den frühesten Tagen der Kirche haben Bischöfe und Erzbischöfe oft Briefe aus Liebe gesandt, um den Kirchen in ihrer Obhut zu helfen. Aus diesem Grund werden sie Hirtenbriefe genannt. Mit dieser liebevollen Fürsorge für unsere wertvolle Anglikanische Kirche in Deutschland /REK schreibe ich an meine lieben Brüder und Schwestern.

Zunächst möchte ich jedoch Bischof Gerhard und der lieben Grace für ihre großzügige Gastfreundschaft danken. Sie sind wirklich so treue, liebevolle Diener unseres Gottes. Ich möchte Euch allen meinen Dank für Euren herzlichen und unterstützenden Empfang aussprechen. Ich habe die Gelegenheit, die deutsche Kirche besser verstehen zu lernen, sehr geschätzt. Ich war auch froh, an den Lehrseminaren über Gemeindegründung und potenzielle Jugendarbeit teilzunehmen. Die kombinierten Aktivitäten Eurer Synode haben mich ermutigt, und Euch hoffentlich auch. In unserer Kirche arbeiten wir daran, dass unsere Synoden mehr sind als nur eine Zeit zum Nachdenken. Wir bemühen uns, dass sie Stätten der Weiterbildung und Strategieentwicklung werden, gerichtet auf das Ziel der Erweiterung des Gottesreiches. Vielen Dank für Euer Vorbild in dieser Hinsicht!

Zweitens, und damit zu meinem Hauptanliegen bei diesem Schreiben, stelle ich fest, dass viele von Euch schon seit einiger Zeit am Aufbau der Anglikanischen Kirche in Deutschland / REK arbeiten. Und Ihr leistet großartige Arbeit. Die Diskussionen in den Synodalsitzungen und in der persönlichen Gemeinschaft mit so vielen von Euch haben mir in meiner pastoralen Beziehung zu Euch sehr geholfen. Unser Zusammensein hat mich dazu veranlasst, darüber nachzudenken, wie ich weitere pastorale Kommentare abgeben kann, um das Verständnis aller dafür zu stärken, wer wir sind und wie eine Kirche wie die unsere funktioniert. Zu diesem Zweck biete ich in der Liebe Christi die folgenden pastoralen Gedanken und Lehren an:

A. Das Missionsziel der Nordamerikanischen Reformierten Episkopalkirche

Der Missionsbefehl ruft dazu auf, das Evangelium zu verbreiten. Das Muster, das wir in der Apostelgeschichte finden, ist Evangelisation durch die Gründung von Missionen und Kirchen. Irgendwann kommen die neuen Kirchen in den Wirkungsstätten des Paulus unter die Leitung von Presbytern/Bischöfen. Die frühen Kirchenregionen werden zu eigenständigen Kirchen, die unter den Völkern der Welt entstehen. Das Wort eigenständig (‚autochthon‘) bedeutet, dass die Kirchen unabhängig, aber dennoch miteinander verbunden waren, durch die Interkommunion zwischen den Bischöfen, einen gemeinsamen Glauben auf Grundlage der Schrift sowie die frühen Glaubensbekenntnisse und Konzile. Auch Kanones wurden in der Gemeinschaft der Ungeteilten Kirche untereinander geteilt. In diesem Sinne behielten die Kirchen ein gewisses Kontinuitätsgefühl bei, hatten jedoch ihre eigene Autonomie. Dies ist das Modell, nach dem wir streben. Unser Ziel war nie kolonialistisch als Herrschaft einer nationalen Kirche über andere. Wir beten für den Tag, an dem Eure Diözese zu mehreren Diözesen und einer eigenständigen, deutschen Anglikanischen Kirche heranwächst.

B. Die konziliare Sicht der Kirche

Seit Pfingsten gibt es drei Grundmodelle der Kirche. Das lehramtliche Model meint die Führung eines Bischofs unter Ausschluss anderer Bischöfe, Geistlicher und Laien. Das synodale Modell der Kirche arbeitet mit einem Ausschuss des Ganzen, in dem jedes Mitglied über alles abstimmt. Das konziliare Model sucht die Konsensbildung im Volk Gottes: Bischof, Klerus und Laien. Es ist hierarchisch und zugleich demokratisch-repräsentativ in Form der Synode. Alle Pfarreien sind durch ihre Geistlichen und Laiendelegierten vertreten. Das konziliare Modell enthält Elemente der beiden anderen Modelle und hält diese im Gleichgewicht. Es gibt eine Hierarchie, das Individuum und die Gemeinde, und allezeit wird nach einem Konsens im Volk Gottes gesucht. Kanonische Angelegenheiten können zur Prüfung auf der Synode vorgeschlagen werden, jedoch nur unter vorheriger Einbeziehung des Bischofs. Aus diesem Grund ist der Ordinarius von Amts wegen Mitglied jedes Ausschusses. Gleichzeitig darf ein Bischof seine Ansichten der Synode nicht ohne Zustimmung des Klerus und der Laienvertreter aufzwingen.

Ich erinnere mich an die biblische Grundlage für das konziliare Modell, wenn ich an die Tage nach der Himmelfahrt unseres Herrn vor dem ersten Pfingstfest denke. In diesem Zeitraum von zehn Tagen wählte der Zwölferkreis den nächsten Apostel aus, um das Episkopat des Judas zu füllen (Apg 1,20). Der Text in Apostelgeschichte 1 besagt, dass alle an diesem Prozess beteiligt waren, Apostel und Laien. Die Nominierten wurden auf zwei Personen eingegrenzt. Dann wurde das Los geworfen, wie auch immer man sich das genau vorzustellen hat. An diesem Vorgang nahm nur der Zwölferkreis teil. Sie repräsentierten das Ganze. Es gab viele andere Anhänger des auferstandenen Christus wie etwa die fünfhundert, denen er erschienen war. Weder eine einzelne Person noch eine Gruppe von Personen aus dem Zwölferkreis trafen die Entscheidung. Der heilige Petrus leitete die Versammlung und predigte. Dennoch ernannte er nicht den nächsten Apostel. Sogar seine Führungsrolle bei solchen Treffen änderte sich im beim Apostelkonzil von Jerusalem – der Heilige Jakobus übernahm die Leitung. Die Apostel haben sich auch nicht selbst dazu entschlossen, die Stelle neu zu besetzen. Es gab einen Konsens des Ganzen. Dieses konziliare Modell spiegelt besser als jeder andere Ansatz die Heilsordnung der Heiligen Dreifaltigkeit wieder, die der Eine und die Vielen ist.

C. Ein pastorales Modell der Bischöfe

Aus der obigen konziliaren Beschreibung der Kirche geht hervor, dass die Reformierte Episkopalkirche in ihrer Geschichte bischöflich ist, insofern sie das Amt des Bischofs aus der frühen Kirche beibehält. Gleichzeitig waren wir nie lehramtlich oder synodal. In Bezug auf unser Verständnis der Rolle der Bischöfe sind wir zu einem pastoralen Modell zurückgekehrt, im Gegensatz zu einem herrschaftlichen Verständnis des Episkopats. Das biblische Modell ist pastoral, nicht monarchisch, auch keine Prälatur. Dies bedeutet, dass die Bischöfe oberster Pastor, Mittelpunkt der Einheit, Lehrer, Liturgiebeauftragter, Missionar (Vorreiter für das Evangelium) und Verwalter sind. Ihre Führung geschieht nicht von oben herab, sondern von vorne, von innen, von der Seite und ja sogar von hinten – wie ein Hirte Schafe führt. Die Hirten des Herrn sollen durch Gottseligkeit und Konsensbildung unter den Menschen führen, nicht durch Zwang. Sie müssen von Zeit zu Zeit Urteile fällen und Entscheidungen treffen. Die Entscheidungen werden nicht immer allen gefallen. Sie müssen auf Grundlage der Heiligen Schrift in Übereinstimmung mit der Verfassung und den Kanones und in Liebe getroffen werden. Dann ist das Volk Gottes aufgerufen, in Respekt und Unterstützung zu folgen, auch dann, wenn ihnen eine Entscheidung nicht gefällt. Dies macht unser Modell für Bischöfe biblisch, pastoral, hierarchisch, konstitutionell und einvernehmlich.

D. Die derzeitige Beziehung zwischen der REC Nordamerika und der AKD in Deutschland

Nach meinem Verständnis seid Ihr derzeit eine Diözese mit acht Missions- und Ortsgemeinden. Ihr seid von ausgesandten REC Missionaren zu einer Missionsdiözese mit einem Missionsbischof und jetzt zu einer Diözese mit Eurem eigenen Ordinarius gewachsen. Eure Diözese ist vorübergehend Teil der REC Nordamerika. Es steht Euch frei, Eure Diözese unter der Leitung des Herrn zu entwickeln. Kanonische Angelegenheiten sollten auf die gleiche Weise behandelt werden wie jede unserer anderen Diözesen Änderungen vornimmt. Was immer Ihr als notwendig erachtet und von der Synode genehmigt wird, sollte zuerst dem REC Erzbischof und dem Vorsitzenden des REC Verfassungs- und Kanonausschusses vorgelegt werden. Letzterer wird den Vorschlag prüfen, um sicherzustellen, dass eine Empfehlung nicht gegen die Verfassung und den Kanon des Ganzen verstößt. Wird nichts gefunden, was den Standards der gesamten Reformierten Episkopalkirche zuwiderläuft, steht es der einzelnen Diözese frei, die kanonischen Änderung umzusetzen. Der gleiche Prozess würde in Bezug auf die Liturgie angewandt oder sogar in Bezug auf etwas, das die Lehre der Kirche berührt. Aus diesem Grund haben wir die Ständige Liturgische Kommission und den Ausschuss für Lehre und Gottesdienst, um diese Art von Angelegenheiten zu überprüfen.

E. Die Voraussetzungen für die Anerkennung der Jurisdiktion als eigenständige oder nationale Kirche

Die für Missionen, Pfarreien und Diözesen erforderlichen Standards und Mindestzahlen sind in der Verfassung und im Kanon der Reformierte Episkopalkirche Nordamerika/RECNA enthalten. Es besteht möglicherweise eine leichte Abweichung von Eurer gegenwärtigen Verfassung und Euren Kanones in Bezug auf die erforderlichen Zahlen. Im Allgemeinen gelten in unserer Kirche die folgenden Anforderungen:Mindestens zwölf erwachsene Mitglieder, um eine Mission zu werden; mindestens neunundzwanzig oder in einigen Fällen neununddreißig, um eine richtige Ortsgemeinde zu werden; mindestens zehn bis zwölf Gemeinden, um eine Diözese zu bilden; und mindestens zwei oder mehr Diözesen, um eine Jurisdiktion zu bilden. Die Mitgliedschaft in örtlichen Gemeinden sollte regelmäßige Anwesenheit und Teilnahme an Gottesdiensten erfordern. Eine Mitgliedschaft sollte mehr sein als nur Namen auf einer Liste, die einwilligen, Mitglied zu sein. Aus diesem Grund wird in der REC auch nach durchschnittlicher Sonntagsanwesenheit (DSA) bewertet. Wichtig ist, dass in unserer Provinz in der anglikanischen Kirche in Nordamerika eine DSA von tausend Teilnehmern gegeben sein muss, bevor aus einer Missionsdiözese eine Volldiözese wird. Dies hilft bei der Bestimmung des tatsächlichen Engagements.Bei der Bildung einer Diözese ist ein weiterer kritischer Mindeststandard die Fähigkeit, einen Ordinarius (den Bischof) in Vollzeit zu unterstützen. Ohne die finanzielle Unterstützung für ihn, so dass er alle seine Bemühungen dem Bischofsdienst widmen kann, wird die Diözese wahrscheinlich nicht aufrechterhalten werden können. Bischof Gerhard konnte sein ganzes Leben für die Gründung und den Aufbau der ersten Diözese auf Grundlage der Unterstützung der REC in den USA und seines Dienstes im Knüllcamp (Euro Ruf GmbH) aufbringen. Dies war eine wichtige Vorbedingung für die Bildung der deutschen AKD. Ein Teil des Werdens einer eigenen Diözese bedeutet jedoch die Fähigkeit der Diözese, sich selbst zu erhalten. Aus diesem Grund ist die geforderte Nachhaltigkeit auf Gemeinde- und Diözesanebene so wichtig. Ohne die notwendige Anzahl an Menschen wird es nicht genug Unterstützung geben, um einen Vollzeitbischof zu finanzieren.F. Anglikanisch bedeutet nicht mehr ‚Englisch‘Schließlich sollte ich darauf hinweisen, dass Anglikanismus auf der ganzen Welt sicherlich nicht mehr in allen Teilen Englisch ist. Anglikanisch bedeutet nicht ‚Englisch‘. Sogar zu Beginn war anglikanisch nicht ausschließlich Englisch. Es gab den Einfluss der Kelten aus Irland und Schottland. Der anglikanische Weg schloss sogar den keltischen Mönch St. Bonifatius mit ein, der nach Fritzlar kam. Anglikanisch wurde daher zu einer Art und Weise, das christliche Leben zu leben, die sich katholisch in und durch den keltischen Kontext nach Europa und darüber hinaus ausbreitet. Dieser anglikanische Weg durchlief die Reformation und führte ihn zu seinen Wurzeln im Evangelium und in der Heiligen Schrift zurück. Er ist nicht nur katholisch, sondern auch reformatorisch in Glauben, Anbetung und Leitung. Seine Formeln sind die Heilige Schrift, die katholischen Glaubensbekenntnisse, das Allgemeine Gebetbuch und die Neununddreißig Artikel (die weitgehend auf dem Augsburger Bekenntnis basieren und einen Großteil davon einschließen). Der anglikanische Weg hat sich mittlerweile von einem Teil der Welt in jedes Land ausgebreitet. Das Wort ‚anglikanisch‘ wird jedoch allgemein verwendet, um uns zu beschreiben.Zusammenfassend hoffe ich, dass diese pastoralen Lehren Euch eine Hilfe sein werden auf Eurem weiteren Weg in Richtung einer eigenständigen deutsches Anglikanischen Kirche. Vielleicht können wir, wenn ich das nächste Mal bei Euch bin, meinen Hirtenbrief genauer besprechen.Mein letzter Gedanke für Euch ist es jedoch, meine volle Unterstützung für Eure wichtige deutsche Anglikanische Kirche anzubieten. Seid Euch meiner täglichen Gebete sicher! Ich freue mich immer darauf, das wunderbare Deutschland zu besuchen. In der Zwischenzeit, Gnade und Segen an alle unsere deutschen anglikanischen Brüder und Schwestern.In ChristusThe Most Rev. Dr. Ray R. Sutton, Ph.D. Presiding Bishop (Erzbischof)

Vor Gott und den Menschen

Gedanken zu Lessings Ringparabel – Dr. Sebastian Moll

Vor nunmehr 240 Jahren veröffentlichte Gotthold Ephraim Lessing sein berühmtes Werk „Nathan der Weise“Gott inklusive der wohl noch berühmteren Ringparabel.  Die Geschichte der drei Brüder, von denen jeder aufgrund der väterlichen Zusage glaubt, den einen Ring zu besitzen, der die Macht hat, „vor Gott und den Menschen angenehm zu machen“, dies aber nicht beweisen kann, da die drei Ringe äußerlich nicht zu unterscheiden sind, wird von Lessing auf die drei monotheistischen Religionen übertragen. Zum entscheidenden Kriterium der Religion wird somit nicht der Wahrheitsanspruch der historischen Offenbarung, sondern einzig und allein ihre Fähigkeit, ein gutes Leben zu führen und so „vor Gott und den Menschen angenehm zu machen“.

Lessings aufklärerische Haltung erfährt insbesondere in unseren aktuellen Debatten angesichts der erstarkten Präsenz des Islams wieder große Aufmerksamkeit. Während die einen die weitsichtige Toleranz des großen Dichters loben, fürchten die anderen religiöse Beliebigkeit. Doch neben dieser Frage birgt die Erzählung noch ein ganz anderes Problem. Ist es wirklich ein und dasselbe Verhalten, das vor Gott und den Menschen angenehm macht? Lehrt die Heilige Schrift nicht an zahlreichen Stellen, dass Gott gänzlich andere Bewertungskriterien ansetzt als die Welt? Mahnen uns Petrus und die übrigen Apostel nicht, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen?

Die Liste derjenigen, die aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses kein Ansehen in der Welt genossen, sondern stattdessen von ihr verfolgt und getötet wurden, ist schier endlos. Sie reicht von dem biblischem Märtyrer Stephanus über Thomas Cranmer (†1556) und Dietrich Bonhoeffer († 1945) bis hin zu den 21 koptischen Christen, die 2015 in Libyen enthauptet wurden. Wie wundervoll wäre es, wenn ihr vorbildliches christliches Leben sie auch vor den Menschen angenehm gemacht hätte!  Aber so lange wir uns in der gefallenen Welt befinden, werden wir uns entscheiden müssen, ob wir Gott oder den Menschen gefallen wollen. Auch, wenn Lessing es nicht sehen wollte: Ein „unangenehmer“ Mensch kann durchaus ein guter Christ sein

              

St. Benedikt-Wochenend-Seminar

www.benediktseminar.org/

  3.- 6. Oktober 2019 – bitte vormerken !

Für eingeschriebene Studenten und Gaststudenten

EINLADUNG – SPEZIAL

Vortrag und Diskussion.

Theologie am Abend am 5. Oktober mit Dr. Norbert Feinendegen, Bonn. Vortrag über C. S. Lewis intellektuellen Werdegang und seine heutige Aktualität.

Theologie am Abend am 5. Oktober mit Dr. Norbert Feinendegen, Bonn. Vortrag über C. S. Lewis intellektuellen Werdegang und seine heutige Aktualität. Die von Dr. Feinendegen übertragenen Lewis-Texte ins Deutsche sind kürzlich erschienen im Fontis-Verlag und werden vorgestellt. https://www.fontis-shop.de/Durchblicke.

Gott für uns in 2019

Dezember 31, 2018
Homilie zum Altjahrsabend 2018 Warum Gott im alten und neuen Jahr auf unserer Seite ist: Römer 8, 31 -39
  • Er hat seinen eigenen Sohn aus Liebe zu uns geopfert. Es ist ewig gültig:
  • Damit hat Gott unsere Vergangenheit, unser Versagen, unsere Schuld und unsere Fehler geklärt. Gott hat das Minus unseres Lebens, unser himmlisches Bankkonto aus dem Minus gebracht und vorerst auf 0 gestellt. Alle persönlichen Schulden sind vor Gott ausgeglichen. Preist seine Gnade und Güte! Der schuldlose Sohn wir schuldig, damit wir schuldlos vor Gott werden können.
  • Das bedeutet auch, dass er uns alle Ergebnisse des Opfers zugute kommen lässt:
  • Wir sind vor Gott gerecht gemacht. Unsere Schuld ist getilgt, und uns wird das Guthaben Christi, der Reichtum Christi, ganz zugeschrieben, überwiesen. Unser 0-Konto vor Gott wird aber durch Christi Guthaben dann aufgefüllt. Gott will uns alles mit Christus schenken. Noch mehr: Christus sitzt jetzt zur Rechten des Vaters, regiert mit ihm im Himmel und vertritt uns gegen alle Anklagen des Teufels, auch wenn wir wieder fallen sollten. Die Liebe Gottes sitzt in Person dort im Himmel fest und sicher, und nichts kann uns von dieser himmlischen Liebe trennen. Zur Rechten des Vaters betet er immer für uns, hilft uns so hier sicher auf Erden.
  • Unsere Aufgabe nun ist es, nicht auf die Widerstände, die im letzten Jahr vorhanden waren, zu schauen wie
  • Not in Umständen: Geld-, Arbeits-, Krankheitsnot, vielleicht Probleme mit dem Arbeitsamt. Auf Not in Beziehungen: mit Arbeitskollegen, mit andersartigen Gemeindegliedern, nächsten Verwandten, in Ehe oder engen Beziehungen, oder auch mit Geistlichen, im Missionswerk oder im Gemeindevorstand. Kann dich dies von der Liebe Gottes – von Christus, deinem Herrn trennen? Nein!
  • Weiter wollen wir uns nicht auf die zukünftigen Ereignisse fixieren, die im neuen Jahr eintreten könnten, wie: Weder auf Tiefen (Schwierigkeiten) noch auf mögliche Höhen (ermutigende Überraschungen) zu schauen.
  • Tiefen: wie Anschläge, Kriege, Fluten, Erdbeben, Tsunamis, Autounfälle, Existenzbedrohung, Krankheiten, Todesfälle, Arbeitsverlust, etc. Kann dies uns von der Liebe Gottes trennen? Nein:! Weder die Untiefen noch die Bergeshöhen!
  • Und wie steht es mit den Höhen in deinem Leben? Wenn du wieder mal begeistert bist! Sicherlich wird es keinen Lottogewinn oder große Erbschaft geben! Vielleicht aber eine Ehrung durch das Land Hessen oder ein Bundesverdienstkreuz oder sonst eine Urkunde? Auch soll die große Liebe zu einem Menschen oder ein unerwartetes Glück in der Ehe, in Familie und Beruf oder ein bereinigter Streit, eine tolle Freundschaft oder großer materieller Segen dich nicht von der Liebe Gottes trennen. Vorsicht: Begeisterung, Ausgelassenheit oder „Geigen im Himmel“ sollen uns in 2019 nicht von der Liebe Gottes wegbringen. Denn gar nichts soll dich trennten von der Liebe Gottes in Christus im Jahr 2019.
  • sondern
  • unsere Herausforderung und Pflicht besteht darin, ob himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt, unsere Tiefen und Höhen zu beherrschen und in der Liebe Gottes zu bleiben.
  • Nichts soll uns an jedem Tag des neuen Jahres 2019 von dieser Liebe Christi abbringen. Wie geschieht das? Doch dadurch, dass wir in Verbindung mit Christus bleiben: Er in uns und wir ihn ihm. Indem wir täglich zu ihm beten, täglich sein Wort lesen, täglich die Liebe zu ihm und unseren Nächsten erwidern. Song: Ist das nicht wunderbar, dass Gott (in 2018) für uns ist? …nie vergisst, ist Gott für uns, wer mag wieder uns sein, Halleluja ich bin sein. Ihr Bischof.Meyer@rekd.de

    AKD – KIRCHENZEITUNG

    Dezember 22, 2018

    Download Kirchenzeitung –> Ausgabe 5 – Weihnachten ’18

    N a c h r i c h t e n 

    a u s   d e r 

    AKD neu bunt

     anglikanischen

     W e l t

    Ausgabe Nr. 5 – We i h n a c h t e n  2 0 1 8


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    Christmas




    O Gott. Du hast diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichtes erscheinen lassen. Verleihe uns, dass wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes ganz teilhaftig werden, dessen Geheimnis Du uns schon hier auf Erden offenbart hast. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der da ist das wahre Licht, und der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit.  Amen


    Weihnachtliche  Segensgrüße

    Predigt am 2. Adventssonntag

    (anlässlich PSynode 2018 008astoraltreffen Dekanat Süd-Südwest am 8.12. 2018 in Buchen) von Pastor Gerhard Kirchgeßner

     Römerbrief 15,4-13 (Predigttext):

    Liebe Schwestern und Brüder in Christus!

    Recht oft höre ich die Klage, dass die Christen nicht so sind, wie sie sein sollten. Sie machen keine gute Reklame für ihren Herrn und ihre Kirche. Hinter dieser Klage verbirgt sich oft eine Enttäuschung darüber, wie sich Mitchristen verhalten. Die Enttäuschung ist meistens echt – auch wenn mancher sie zum Vorwand nimmt, sich vom aktiven Gemeindeleben fernzuhalten.

    In den Versen der Lesung aus dem Römerbrief betont der Apostel Paulus besonders die „Einmütigkeit“ als wünschenswertes Merkmal einer christlichen Gemeinde. „Gott gebe euch, dass ihr einträchtig – also eines Sinnes – seid“, schreibt er, „damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt! (Röm 15,5-6)“

    Sind das fromme Wünsche? Einmütigkeit – ist das überhaupt machbar, auch im überschaubaren Bereich unserer kleinen Kirche? Hat nicht jeder seinen eigenen Kopf? Es gibt doch immer Leute, die sich nicht auf andere einstellen können. Wie soll das funktionieren mit der Einmütigkeit?

    Vielleicht sagt sich jemand im Stillen: Das ist doch ganz einfach! Es müssten nur alle so sein und so denken wie ich, dann wären wir eine wunderbar einträchtige und vorbildliche christliche Gemeinde/Gemeinschaft.

    Aber, wir sind unterschiedlich in unserem Denken und Handeln; wir bringen verschiedene Prägungen mit.

    Paulus meint in seinen Versen eine andere Grundeinstellung, die zur Einmütigkeit führt. Er will uns hier über das christliche Verhalten und seine Grundlage folgendes sagen: Jesus Christus ist mit seiner Liebe und mit seinem Dienst ein Vorbild; nach diesem Vorbild sollen wir einträchtig und einmütig leben. Mit einem solchermaßen „christlichen“ / „Jesus-gemäßen“ Lebenswandel loben wir Gott.

    Wir sollten in bestimmten Situationen fragen: Was hätte Christus an meiner statt getan? (Bei christlichen Jugendlichen habe ich schon solche W.W.J.D.- Armbändchen gesehen; W.W.J.D. steht für „What would Jesus do?“) Wie hätte er geliebt? Wie hätte er den anderen angenommen und ihm weitergeholfen?

    Die Einmütigkeit der Christen kommt nicht dadurch, dass alle dieselben Regeln auswendig gelernt haben; die Einmütigkeit kommt vielmehr dadurch, dass alle von demselben Herrn erlöst sind, denselben Herrn lieben, von demselben Herrn Liebe lernen und denselben Gott mit ihrem Leben ehren wollen. Durch solch eine Grundhaltung werden wir einmütig.

    Auch bei Entscheidungen in Kirche und Gemeinde sollte Einmütigkeit sichtbar werden. Natürlich werden auch da nicht immer alle dieselbe Meinung haben. Aber wenn eine Entscheidung gefallen ist, etwa in einer Bistumssynode, dann sollte doch eigentlich die Minderheit bereit sein, die Ent­scheidung der Mehrheit mitzutragen.

    Wir sind als Kirche zwar vordergründig keine Institution mit demokratischem Selbstzweck, wo ausschließlich die Mehrheit immer Recht hätte; wir sind aber auch keine klerikale Diktatur, wo allein der Bischof/der Pastor oder sonst jemand Wichtiges ausnahmslos Recht behält. Unsere bischöflich-synodale Struktur als Anglikaner sorgt da für eine gewisse Ausgewogenheit. Die beiden Pole Bischofsamt und synodales Element können dabei helfen, das Ganze recht gut in der Waage zu halten.

    Darüberstehend sollten wir stets so etwas wie eine Art „Christus-Primat“ haben, wo die Kirche mit ihren Ämtern und Gremien unter dem einen Herren sich darum bemüht, zu einmütigen Entscheidungen zu kommen.

    Paulus umschreibt das mit der Einmütigkeit in einem treffenden Apell so:„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat! (Röm 15,7)“

    In der Gemeinde in Rom gab es Christen mit jüdischer Herkunft und Christen mit heidnischer Herkunft. Die Juden-Christen standen in der Gefahr, sich auf ihr alttestamentliches Erbe etwas einzubilden und auf die Heiden-Christen herabzusehen. Ihnen machte Paulus ganz klar, dass Christus gleichermaßen für Juden und Heiden ein Diener geworden ist, und er belegte das durch eine Schriftstelle des Alten Testaments. Auch sollten die Juden die Heiden nicht verachten wegen ihrer nichtjüdischen Ess- und Lebensgewohnheiten – und umgekehrt.

    So soll es auch bei uns in der Anglikanischen Kirche in Deutschland sein: Wie Christus jedermanns Diener wurde, sollen auch wir uns untereinander annehmen und dienen: Alte und Junge, Alteingesessene und Neuhinzugekommene, High- und Low-Churchler, Moderne und Traditionelle, Evangelikale, Anglo-Katholische und Charismatische. – Keiner darf sich für absolut oder unfehlbar setzen. Genauso unpassend sind gleichschaltende Uniformität und haarspalterische Pedanterie.

    Einmütigkeit ist daher immer auch ein wenig herausfordernd, denn nicht beim sympathischen und gleichgesinnten Glaubensbruder bewährt sich die Bruderliebe, sondern gerade bei dem, der anders ist.

    Dazu rät uns Paulus: Nehmt einander an! Schauen wir uns das Wie von Christus ab, und tun es zu Gottes Ehre! Vielleicht kann es dann bei uns auch ein wenig so sein wie in der Urkirche, wo Außenstehende von den Christen bewundernd sagten: Seht mal, wie sie einander lieben!

    Das wäre mein Wunsch im Jahr 2019 für das ganze Bistum der Anglikanischen Kirche in Deutschland.

    Einsegnungen: Firmung und

    Prädikanteneinführung

    Synode 2018 011Bischof Gerhard Meyer, D.D

    Firmung / Konfirmation

    Zu einem besonderen Gottesdienst hatte die Christusgemeinde am Montagabend, 10. Dezember, in Schwarzenborn eingeladen. Bei einem feierlichen Abendlob wurden zwei erwachsene Personen nach anglikanischem Ritus nach Befragungen und dann unter Handauflegung vom Bischof gefirmt / konfirmiert:

    Beschütze, o Herr, dies Dein Kind mit Deiner himmlischen Gnade, dass es immerdar Dein bleiben und täglich mehr und mehr an Deinem Heiligen Geist zunimmt, bis es in Dein ewiges Reich kommt. Amen.

    In der ausgehändigten Urkunde wurde von mir erklärt: Ich bestätige, dass N.N. aufgrund seines / ihres Bekenntnisses der Bekehrung zu Gott und dem Bekenntnis, dass Jesus Christus sein / ihr Erlöser und Herr ist, in die Gemeinschaft der Anglikanischen Kirche i.D. / REK durch den Brauch der Firmung / Konfirmation aufgenommen wurde.

    Prädikant / Lay-Reader.

    Anschließend nach der Predigt hatten wir die große Freude, ein Gemeindemitglied, Jared M. Wensyel, der an der Freien Theologischen Hochschule Gießen seine Ausbildung abgeschlossen hatte, zum Prädikanten, englisch: Lay-Reader einzusegnen.

    Die Aufgabe eines Prädikanten besteht besonders darin, Wortgottesdienste, Hochzeiten und Beerdigung durchzuführen.

    prädikant

    EINE UND DOCH VIELE KIRCHEN

    DIE BEDEUTUNG DER TRINITÄT FÜR DIE LEHRE DER KIRCHE ANHAND DER EKKLESIOLOGIE MIROSLAV VOLFS

    Freie Theologische Hochschule

      Jared Michael Wensyel

    Das FAZIT der Bachelorarbeit von JARED MICHAEL WENSYEL(64 Seiten)

    Am Anfang dieser Arbeit wurden drei Fragen hinsichtlich der Bedeutung der Trinität für die Lehre der Kirche gestellt:

    Erstens, auf welcher Art und Weise die menschliche Gemeinschaft in der lokalen Kirchengemeinde durch die Trinität bestimmt ist und ihrer Gemeinschaft entsprechen soll,

    zweitens, welche Konsequenz die Trinitätstheologie für das Verhältnis zwischen der lokalen Kirchengemeinde und anderen Kirchengemeinden bzw. dem universellen Leib Christi hat, und

    drittens, welche Auswirkung die trinitarische Theologie auf die kirchliche Leitung hat. Im Folgenden sollen die Ergebnisse dieser Arbeit bezüglich dieser Fragestellung präsentiert werden.

    Eine Untersuchung zur Trinitätstheologie ergab, dass die ekklesiale Gemeinschaft das Verhältnis der trinitarischen Gemeinschaft widerspiegeln soll. Das biblische Mysterium der Trinität, wie Gott sich in der Heilsgeschichte offenbart hat, verlangt ein Zusammenhalten von Wesenseinheit und Dreiheit der göttlichen Personen, die beide sich scheinbar widersprechen aber in der biblischen Offenbarung wesentlich sind und deshalb zusammengehören. So ist Gott gleichzeitig als Einheit und Dreiheit zu verstehen.

    Weil Gott Einheit in Dreiheit ist, soll die Kirche auch die Gleichzeitigkeit von Einheit und Vielfalt widerspiegeln. Die Einheit der Kirche auf allen Ebenen befindet sich in dem konkreten Wirken des Heiligen Geistes, der alle Christen in Christus vereinigt. Durch diese christologische Begründung ist die Einheit nicht in einer zentralen Struktur selbst zu verorten, sondern verborgen in Christus. Sie wird aber in der Vielfalt auf allen Ebenen des kirchlichen Seins vergegenwärtigt und macht sich so sichtbar. Weil alle Christen und Kirchen in Christus eins sind, sind sie berufen bzw. verpflichtet, die Einheit in dem Zusammenarbeiten der ekklesialen Vielfalt zu suchen. Eine solche Einheit soll konziliar aufgebaut sein, wodurch diese gemeinsame Kirche sowohl der Einheit in Christus als auch der Vielfalt als Zusammenschluss der Kirchen gerecht wird. In diesem Kontext ist es notwendig, dass jede Gemeindegründung oder bestehende Ortsgemeinde sich nicht als unabhängige Gemeinschaft versteht, sondern die enge Zusammengehörigkeit des weltweiten Leibes Christi ernst nimmt und daher auch am ekklesialen Leben partizipiert, das über die Lokalkirche hinausgeht, indem sie auch Teil einer überörtlichen Struktur ist, die danach strebt, die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche zu vergegenwärtigen.

    Weil das differenzierte Verhältnis der göttlichen Personen aus unter- schiedlichen Eigentümlichkeiten besteht, die z. B. eine besondere Autorität des Vaters zulassen und zugleich gleichwertige, gleichursprüngliche und gegenseitig bedingende Beziehungen zwischen den göttlichen Personen bedeutet, dürfen besondere Ämter wie die Leitung durch ein Predigtamt, das zur Einheit und Apostolizität der Kirche dienen soll, diese Realität widerspiegeln. Dies widerspricht aber nicht der Vielfalt des charismatischen Lebens der Kirche, in dem jeder nach seiner persönlichen Begabung den Missionsauftrag der Kirche erfüllen soll. So wird dieses Leben der ganzen Kirche durch den Dienst eines solchen Amts nicht beeinträchtigt, sondern in ihrem Dienst gestärkt. Weil die Lokalkirche auch diesseits Teil des ganzen Leibes Christi ist, soll ein solches Amt, das zur Einheit und Apostolizität dient, nicht nur durch die lokale Gemeinde bestimmt werden, sondern die Einsetzung in ein solches Amt soll mit der Beteiligung der ganzen Gemeinde durch Vertreter der ganzen Kirche über die lokale Kirche hinaus stattfinden, so dass dieser Amtsträger sowohl die Einheit der Lokalkirche als auch die Verbindung mit der ganzen Kirche verkörpert.


    Weitere Artikel: 

    Download Kirchenzeitung –> Ausgabe 5 – Weihnachten ’18

    AKD – KIRCHENZEITUNG

    November 21, 2018

    Download Kirchenzeitung klicken –>Ausgabe 4 – St.Michaelis ’18 V-a

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     Kirchenzeitung der Anglikanischen Kirche  

                                                 in Deutschland

    AKD neu bunt

     KIRCHE DER MITTE

         

     Nachrichten

    aus der Anglikanischen Welt

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    Ausgabe Nr. 4 – St.Michaelis 2018 | Web: http://www.anglikaner.de/

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    Gespräche mit Erzbischof Beach

    Bischof Meyer flog an seinem 69. Geburtstag nach
    London, um dort für einige Stunden an einem Anglican Unity Form mit Foley Beach, dem Erzbischof der Anglican Church of North America (ACNA), teilzunehmen.

    Dr. Beach, der im A p r i l 2 0 1 9 Vorsitzender der E r z bi s c h ö fe de r g l o b a l e n anglikanischen Zukunftskon

    ferenz (GAFCON) wird, traf s i c h z u r Vorbereitung auf sein zusätzliches Amt im Vorfeld mit Kirchenvertretern i n n e r h a l b  u n d  a u ß e r h a l b  d e r Kirche von England       ( C o f E ) .

     

     

    Beach Catechism

    ÜBERREICHUNG DER DEUTSCHEN VERSION DES ANGLIKANISCHEN KATECHISMUS MIT VORWORT VON BEACH in England.

    D i e s e Offenheit, miteinander weiter zu sprechen, soll auch in Zukunft bestehen.
    Er will sich nicht nur mit einer einzigen Gruppierung, sondern auch mit solchen treffen, die andere Ansichten vertreten: mit evangelikalen, katholischen, charismatischen und wenn möglich auch mit liberalen Anglikanern. Dabei betonte er: Es ist wichtig, freundlich und gütig auch mit solchen umzugehen, die gegenwärtig für sich eine andere Berufung für ihr Leben und ihre kirchliche Einbindung sehen. Es wurde auch angesprochen, dass die CofE und TEC (The Episcopal Church – USA) differenziert zu bewerten sind.
    Weiter wurden Unterschiede zwischen den Anglikanern von Global South und GAFCON angesprochen. Der Unterschied hier liegt darin, dass Global South sich eher wie ein U-Boot verhält und Strukturen vorbereitet, falls Canterbury in Zukunft versagt. GAFCON dagegen ist eine Bewegung zur Erneuerung und Evangelisation innerhalb der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft / Anglican Communion. GAFCON dagegen will kein „Break- Away“, keine Trennung von der Anglican Communion. Die gegenwärtigen kontroversen Meinungsverschiedenheiten gründen sich jedoch meistens auf theologische Angelegenheiten zwischen GAFCON / GLOBAL SOUTH und GOBAL WEST (England und USA) Anglikanern.
    Dann wurde auch die Sichtweise auf den Anglikanismus weltweit angesprochen. Aus der Sicht der Insel-Anglikaner sehen sie sich selbst im Zentrum. Die sich aber außerhalb von ihnen befindliche anglikanische Welt ist für sie weit entfernt und klein. Das ist aber ein „Blind Spot“, ein blinder Fleck. Denn sie befinden sich damit selbst im „toten Winkel“. Insel- Anglikaner sehen nicht so sehr diese Wirklichkeit, dass „Renewal and Evangelism“, die Evangelisation und Erweckung sich im globalen Süden dieser Welt vollzieht, dass dort Erweckung stattfindet und hunderte und tausende lebendige anglikanische Gemeinden entstehen, während Zuhause in England sich die Kirchen immer mehr leeren. Doch aus anderer Sicht – aus der asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen – ist CofE in Wirklichkeit sehr klein, doch der Globale Süden ist sehr groß, und dort wächst gegenwärtig die Kirche Christi äußerst stark.

    Und so leben die betroffenen Anglikaner gegenwärtig in dieser Spannung. Es gibt GAFCON Bischöfe und Bischöfe, die zu den GAFCON Treffen gehen. Doch GAFCON ist eine Bewegung, und sie befindet sich in einer ständigen Entwicklung. GAFCON will auch Menschen im Anglikanismus versöhnen. Dabei möchte sie auch Erzbischof Welby helfen, ihn unterstützen und ermutigen, seinen Job gut zu tun, auch wenn er – doch oft angesehen als Evangelikaler – innerhalb seiner Kirche nicht so sehr die Unterstützung erhält, die er erhalten sollte.
    GAFCON hat viele Menschen versöhnt, weil es die Wahrheit der Schrift brachte und sie diese erkannten. Deshalb soll auch die Kirche von England in Europa verkündigen: Nicht dem „Evangelium“ einer untergehenden christlichen Kultur Europas zu folgen – denn das ist ein anderes Evangelium – sondern dem Evangelium des Kreuzes Christi und diesem zu zu folgen.

    Predigt zum Reformationstag

    (Jesaja 62,10-12; gehalten am 31.10.2018 in der Christusgemeinde Schwarzenborn)
    Bischof Gerhard Meyer, D.D. – (Fortsetzung am Heftende)

    Die neue Vision
    Jesaja spricht über die neue Stadt Gottes, die am Ende verherrlicht dasteht. Sicherlich hat er damit auch die Kirche Christi auf Erden und im Himmel damit hier und in Zukunft mit eingeschlossen. Es wird dem Volk Israel, das aus Gefangenschaft zurückkehrt verheißen, dass es in den Vorhöfen des Heiligtums essen und feiern soll. Das spricht von einem Bundesmahl. Auch wir sind aufgefordert zum ewigen Heiligtum Gottes zu gelangen. Das ist das Ziel jeder göttlichen Reformation.
    … Fortsetzung auf S. 21 (am Heftende)  Den Rest des Beitrags lesen »

    Anglican Bridge – Sommercamp

    August 3, 2018

    Download klicken: ->>  Camp Blog – Anglican Bridge

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    News from the Meyers and Anglican Bridge 2018

     We appreciated very much the Summer Mission at Knuellcamp  English Camp, Church and Mission Tour. The early team arrived July 12, final team left August 7th.

     

    Anglican Bridge is the 2018 merger of the previous Knuellcamp / English camp and Atlantic Bridge, a Dutch youth missions organization where international youth from America, Netherlands, Belgium, Hungary, and Germany came together for a week of fun, games, and fellowship. This year there were 20 students ranging from 14 – 23 plus 5 older Team leaders.

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    We had a great set of leaders directing activities and supervising camp shenanigans! We have visions of having 100 students next year!! The camp was run with daily Morning Prayer, small group devotionals, games, campfire fellowship, free time, planned group walks for enjoying the beautiful hills and forests in the surrounding countryside, and teaching sessions on the mission of St. Boniface.

     

    The Crew from the US

    IMG_20180717_094927.jpgDeacon Mark Woolsey from a RE Church in Texas taught the main sessions, Ian Cowen from Texas and Christine Look from Germany represented the Atlantic Bridge group while Christin Staemmler from Germany and Sarah Benner from Maryland represented the RE English camp.  We worked together to blend these two styles of running a camp. After this week, the group split into separate teams to do sightseeing and missions work in Berlin, Dresden, Hungary and the Czech Republic. It was a great time and we look forward to next year! Consider sending youth from your church to participate!!

     

     Sports

    Since 4 teams were created for the small group meetings, these groups were used to play one another in volleyball and soccer, better known as football/Fußball here!  Several times pick-up games of soccer were formed with such strong competition that the players were willing to forgo homemade ice cream in order to finish the game. We enjoyed teaching the European kids how to play softball and watching them show off their amazing talents in European football.

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     Teaching

    Deacon Woolsey shared tons of fascinating historical information about St. Boniface.  He lived from 675-754.  Boniface is known as the missionary to the Germans.  Born in England as Wynfrith, he was raised in a monastery.  Eventually he was made a bishop in Germany. Boniface didn’t quite follow the pope’s cautious evangelism techniques, instead in Fritzlar, he chopped down the tree that the pagans considered sacred to their God and utilized it to build the first church there.  When nothing terrible happened, many of these folks turned their lives over to the Lord.  Boniface returned to reach out to the people of Friesland, where he was attacked and brutally murdered while baptizing new converts. https://en.wikipedia.org/wiki/Saint_Boniface

    In the Dark!

     

    For a few hours during the cool evenings, Anglican Bridge Camp gathered around a campfire to regroup after the day’s activities.  We had snacks and drinks, sang songs or chatted with our new friends.  A few of us were brave enough to share how they have either come to know Jesus as their Lord and Savior or how they have grown in their relationship with God. Although it wasn’t completely dark until quite late, the stars could be enjoyed in their splendor either at the campfire or from the viewing tower a short walk away.

    IMG_20180720_171143.jpg

    Tasty Tidbits and Chow Time

    Grace Meyer, our thoughtful hostess, provided American style snacks for night time activities like Cool Aid and popcorn or chips during the movies. Surprisingly, the Germans prefer sweet popcorn and paprika chips! Meals included US style sloppy joes, grilled cheese and tomato soup, waffles, cinnamon rolls, pasta and meatballs, and even steak on the grill.  The kids found out that Germans eat a LOT of rolls, very yummy and fresh from the bakery! Breakfast included cheese and salami to go with the rolls as well as yogurt for the cereal. We tried Döner (yum) and the best Bratwurst! Only one crazy prank – Mrs. Benner ended up using the salt shaker which had the lid unscrewed! But she got the prankster back when he had to eat a bite of the SALTY mashed potatoes!!

    We found that the water isn’t free or from the tap.  When you ask for water it comes with carbonation or you have to ask for `stilles Wasser´.

     

    Talent Night

    The culminating and craziest activity was the talent show put on by several team members Sunday night. Wesley, Trevor and Jacob played piano pieces, Jacob played the American National Anthem on Bishop Meyer’s trumpet, Andrew, Emma and Claudia joined Sarah and Christin to act out `The Top 7 Ways to Evangelize´ (really, how NOT to), Deacon Woolsey lost, just barely, to Dennis during their Dad joke contest, Ian gave a sword fighting demo as 4 students: Noah, Dietrich, Christine, and Ethan tried to attack him with a sword, Caleb and Sarah put on the famous Who’s On First comedy routine,  and best of all the grown ups acted out their version of the most important events from the life of St. Boniface, played by Dennis Ritchie,

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    – some of us were pagans trying to stop him, some came to trust the Lord when Boniface cut down their sacred tree (we actually used a chainsaw and cut one down!!) Follow the historical record, the pagans, played by Sarah, Christin and Ian, killed Boniface while he was baptizing new converts.

     

    Field Trips

    • City of Fritzlar to see a cathedral and shopping in the marketplace,
    • Spring fed swimming pool for some freezing fun and a hot climb up to castle ruins,
    • Hike through the woods to a foot bath of icy water,
    • Night walks to stargaze at the local tower on the top of the hill,
    • Mission work to Berlin started with a Reformation sightseeing tour in Eisenach to see Wartburg Castle where Martin Luther was hidden and spent his time translating the Bible into German. He even designed a new letter, W, and standardized high German.
    • Then we headed to the concentration camp – Buchenwald. A serious reminder of how far man’s depravity can take him and how we need to remember our past and not repeat it.
    • We ended the day arriving in Wittenberg to stay in a youth hostel. Supper was at the local delicious German restaurant on the market square.

     

    • We spent a day seeing the churches in Wittenberg where Martin Luther hung the 95 theses and where he preached. We visited Luther’s home and Cranach’s printing shop. IMG_20180724_105016
    • Notably, we learned that behind this great man was his most capable wife, (picture Kathy Luther).

    The team painted

    • the playground at Knuellcamp,
    • IMG_20180725_174000.jpg

    the Coffee-house “The Connection” rooms that house Christ Church, Berlin. We also spent one of the hottest days of the trip assisting Rev. David Ayers to move his entire household with two truckloads to a new apartment, 4 stories down – later 3 stories up.

    • Sights we enjoyed in Berlin include the San Souci palace in Potsdam, a windmill, https://www.potsdam-tourism.com/detail/id/10215/theme/a-z.html,
    • a boat ride on the Spree River,
    • Partici-pating in Evensong at Berliner Dom,
    • the Ka De We – a huge and fancy mall in downtown Berlin,
    • Kaiser Wilhelm Memorial church and the new very modern church beside it, rides on the buses and trains, swimming in the lake and playing around with a few refugee kids from Syria, and a local flea market.
    • IMG_20180728_210525.jpg

    The entire team was hosted for a grill night by the Hilliger family. We had a fantastic trip exploring new places and meeting up with a new culture!

     Serving the Church abroad while building the Church in Germany. Your servants Bp. Gerhard & Grace

     

    AKD – KIRCHENZEITUNG

    Juli 6, 2018

    Download hier klicken –> Ausgabe 3 – Johannistag ’18 B

     Kirchenzeitung der Anglikanischen Kirche in Deutschland

    KIRCHE DER MITTE

    Nachrichten aus der Anglikanischen Welt

    Ausgabe Nr. 3. – Johannistag 2018 | Im Web www.anglikaner.de 

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    Tempel Cafcon

    CHRISTUS GETREU DEN  NATIONEN VERKÜNDIGEN

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    GAFCON – Jerusalem 2018 – Bericht von Bischof Meyer

    Im Jahre 2008 trafen sich bibeltreue Anglikaner zum ersten Mal in
    Jerusalem. Jetzt 10 Jahre danach versammelten sich 2000 Anglikaner aus
    aller Welt erneut vom 18.-22. Juni im Internationalen Kongress Zentrum
    und zwar unter dem Thema: Proclaiming Christ faithfully to the Nations.

    Morgens hatten die anglikanischen Gläubigen die Gelegenheit, in den
    umliegenden Hotels die Heilige Kommunion, das Herrenmahl, zwischen 6 –
    7 Uhr zu feiern.

    IMG_20180619_081005_061
    Nach dem Frühstück im Hotel begann dann für sie der Marsch oder die
    Fahrt mit dem Bus zum ICC, wo sie das Anglikanische Morgenlob feierten.
    Am Ende drehte man sich in den Reihen um und formte in Achtergruppen
    Gebetszellen, die regelmäßig während der Woche füreinander beteten.
    Unterbrochen wurden die einzelnen Tagesabschnitte durch den
    stimmgewaltigen Chor nigerianischer Christinnen. Anschließend sprachen
    gewöhnlich Bischöfe, Missionsexperten oder Laien, meist von der
    südlichen Weltkugel kommend, zum Kongress Thema: Was das
    Evangelium ist, wie es die Kirche gestaltet, die Heiligung und Ethik des
    Christen und die Mission, die an alle Nationen der Welt geht.

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    Der Slogan
    „We will proclaim Christ faithfully to the Nations“ hallte mehrmals täglich
    durch 2000 Stimmen lautstark durch das ICC.
    Neben einem Ausflug am Dienstagnachmittag zu verschieden historischen
    Städten von Jerusalem über Bethlehem oder zum Toten Meer, wurden
    nachmittags neben Hauptthemen im Plenarsaal auch Seminare mit 50-100
    Teilnehmern über theologische, gemeinderelevante und missionsorientierte
    Themen gehalten.

    Zwei Höhepunkte dieses Kongresses waren das Abendlob mit 2000
    Leuten vor der Südmauer auf dem ehemaligen Treppenaufgang zum
    Tempel. Die Botschaft dort an alle war, sich als Pilger auf dem Weg zu
    machen, der jedem, wie auch dem Pilger damals, etwas kosten wird. Auch
    die Teilnehmer sollten Gott ihre Opfer an Zeit, Kraft und Geld in dem
    gemeinsamen, weltweiten Missionsauftrag bringen. Zum Schluss hallten
    Lieder wie Amazing Grace durch das Tal hinüber ins muslemische
    Wohngebiet. Dabei schauten aus der El-Aqsa-Moschee Frauen durch die
    Gitterfenster auf die singenden Anglikaner herab. Genau hier entstand
    dann das Abschlussfoto: Pilger auf den Treppen zum Tempel.
    Der Abschlusshöhepunkt am Freitag war die Feier der Heiligen
    Kommunion. Bischof Meyer war mit eingeteilt worden, zusammen mit
    anderen Bischöfen auf der Empore Brot und Wein auszuteilen.

    GLOBALE ANGLIKANISCHE ZUKUNFT
    Die Botschaft über die Person Jesu und die orthodoxe Bedeutung des
    Evangeliums zog sich durch alle Vorträge und Predigten hindurch. Der
    Aufruf erklang immer wieder unterschiedlich: Dieses Evangelium muss
    gegen alle Bedrohungen von innen und außen verteidigt werden.
    Im am Ende verlesenem Abschlussdokument erklärten sich die 600
    Bischöfe aus aller Welt sowie die 1400 Teilnehmer bereit, das einmal
    überlieferte Evangelium kulturübergreifend den Milliarden von Menschen
    zu bringen, die noch ohne Christus und Hoffnung sind. Für diese Zukunft
    wurden am Ende auf der Bühne neun Vertreter für weltweite Netzwerke
    wie: Theologische Ausbildung, Gemeindepflanzung, Familiennetzwerke,
    Bischofsfortbildungen, Fürbittennetzwerke, etc. ausgewählt, vorgestellt
    und für sie gebetet.
    So soll für die anglikanische Zukunft durch GAFCON ein mächtiges
    Zeugnis für die Welt entstehen, das Heil in Christus zu verkündigen. Alle
    gläubigen Anglikaner wurden eingeladen, sich dem Vorhaben
    anzuschließen, CHRISTUS GETREU DEN NATIONEN ZU
    VERKÜNDIGEN.

     + + +

    St. Benedikt-Seminar

    Richbergstraße 11, D-34639 Schwarzenborn

    Schnuppern als Gasthörer beim nächsten Präsenzwochenende:

    vom 21. – 23. September 2018

     

    Das St. Benedikt-Seminar bildet zum Prädikanten

    • (in der Anglikanischen Kirche, einjährige Ausbildung, Zertifikat 1);
    • zum Diakon (zweijährige Ausbildung, Zertifikat 2)
    • und zum Presbyter (Priester; Bachelor of Theology (kirchlich verantwortet) aus.

    Träger des Seminars ist die Anglikanische Kirche in Deutschland (AKD,
    vormals REKD). Das Studium ist als Fernstudium so organisiert, dass es
    hauptsächlich zu Hause absolviert wird. Neben das Studieren unter Hilfe
    eines Mentors treten pro Semester zwei fakultative Studienwochenenden
    im Sitz des Seminars in Schwarzenborn/Schwalm-Eder.
    Die Studiengänge des Sankt-Benedikt-Seminars werden mit den Seminaren der Reformed Episcopal Church/USA abgeglichen. Vergleichsweise geringe Studiengebühren werden erhoben.

    Weitere INO:  St. Benedikt Seminar – Homepage.

     

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    Aktuelles aus St Julian’s

    (Anglikanische Gemeinde Rhein-Neckar)

    Schauernheim Kirche

    Die Gastfreundschaft mit der protestantischen Gemeinde hat sich weiter gut entwickelt. Seit Mai verfügen wir über einen eigenen Schlüssel, umgekehrt haben wir den Protestanten angeboten, uns an der Anschaffung der nächsten Osterkerze finanziell zu beteiligen.

    Am 7. August laden wir zu einer Andacht an den Hauptbahnhof
    Schifferstadt ein, um dort Edith Steins letztem Lebenszeichen auf ihrer
    Fahrt nach Ausch witz-Birkenau zu gedenken. Der Zug, der sie und   tausende anderer Menschen in den Tod brachte, hielt am 7. August 1942 gegen 13 Uhr auf dem Bahnhof. Unsere Andacht beginnt um 12.45 Uhr und sowohl die römisch-katholische als auch die protestantische Gemeinde Schifferstadt gestalten sie wieder mit.

    Zum Ende der Anmeldefrist Anfang Juni hatten sich 15 Teilnehmer zu
    unserer Gemeinde fahrt angemeldet. Deshalb lohnt es sich sogar, wieder
    einen kleinen Bus zu mieten, der uns dann Ende September nach Burgund
    und in die Champagne bringt. Bon voyage!

    Weitere Infos zu Gottesdiensten und Veranstaltungen unter
    St. Julian’s Rhein-Neckar Anglikanisch oder auf Facebook – Facebook St. Julian’s

    + + +

    Geistliches Wort: Legitimiert   durch den Auftrag

     The Venerable Thomas Kohwagner, Erzdiakon

    Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17 Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. 18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und uf der Erde. 19 Darum geht und macht alle Völker zu
    meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters nd des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
    Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende
    der Welt. (Matthäus 28, 16-20)
    Angesichts der Größe – oder besser Kleinheit – unserer Anglikanischen
    Kirche in Deutschland mag sich der Eine oder Andere vielleicht schon mal
    gefragt haben: „Lohnt sich das überhaupt?“ Gibt es nicht genügend
    Gruppen und Vereinigungen, in denen man seine spirituellen Bedürfnisse
    befriedigen kann? Und wozu brauchen wir bei der allgemeinen
    Entchristlichung unserer Gesellschaft und unserer Lebenswelt und bei dem
    damit verbundenen Mitgliederschwund bei den etablierten Großkirchen
    auch noch eine Anglikanische Kirche in Deutschland?
    Eine tragende Antwort erfordert da vielleicht einen Wechsel der
    Perspektive – weg von Mitgliederzahlen und Organisationsformen und hin
    zum Kern der Sache, zum Auftrag, der für alle Christen gilt – egal wo und
    wie sie sich zusammenfinden. Und der heißt:

    Geht … macht Jünger … tauft… lehrt

    Da finden wir nichts von Organisationsstrukturen, Abgrenzung,
    Verwaltungsapparat, Kirchenbeamtentum, Wachstumsprogrammen oder
    Mitgliederzahlen und auch nicht von einem Master-Studiengang in
    Theologie.
    Sicher haben sich manche dieser Dinge, die sich im Lauf der
    Kirchengeschichte entwickelt haben, als durchaus sinnvoll erwiesen. Aber
    man fragt sich manchmal doch, ob so Manches nicht hier und da zum
    Selbstzweck geworden ist, der den eigentlichen Auftrag in den
    Hintergrund gedrängt hat.
    Wer mich kennt weiß, dass ich öfter auf Facebook unterwegs bin. Ich habe
    dort zahlreiche Gesprächspartner zu verschiedenen Themen und scheue
    mich nicht, auch mal Klartext zu reden. Kürzlich hatte ich da eine
    Diskussion, in der ich die Meinung vertreten habe, dass wir Christen nicht
    das Recht haben, über andere zu urteilen oder darüber zu befinden, wer
    denn nun schlussendlich gerettet ist und wer verdammt wird. Nach wie vor
    bin ich der Ansicht, dass dieses letzte Urteil nur Gott zusteht. Der
    Diskussionspartner brachte dann jedoch einen bedenkenswerten Einwand.

    Er schrieb:
    „Weißt du – das erinnert mich an etwas. Ich habe nicht – soweit ich mich
    erinnern kann – jemals gehört, dass ein anglikanischer oder episkopaler
    Priester etwas dazu sagt, dass nicht ALLE in den Himmel kommen. Ich
    denke, das ist etwas, das angesprochen werden sollte und worüber man
    reden sollte. Ich bin nicht auf der Suche nach einer dieser „Höllenfeuerund
    Verdammnis-Predigten“, aber laut Bibel gibt es eine Hölle, und
    manche Menschen gehen dorthin. Wenn es ein realer Ort ist und die Strafe
    ewig und schrecklich ist, sollte es dann nicht ein paar Warnungen davor
    geben? Ist es zu unbequem für die Anglikanische / Episkopale Kirche, dies
    zu thematisieren? Hast du dazu irgendwelche Ideen? … Ich finde es
    seltsam, dass man nie darüber spricht …“.

    Ja es ist sicherlich bequemer, ein soziales Evangelium zu predigen. Man
    hat sich darauf verlegt, das Reich Gottes fast ausschließlich in dieser Zeit
    zu sehen, hier etwas zu den sozialen Verhältnissen zu sagen und sich auch
    kräftig in die Politik einzumischen. Alles schön und gut und im Ansatz auch
    nicht verkehrt: Wir sollen uns um die Schwachen und Ausgegrenzten in der
    Gesellschaft kümmern. Wir sollen uns dafür engagieren, dass Reich Gottes
    in unserer Zeit sichtbar wird und in unserem Leben zeugnishaft
    durchscheint.

    Aber das Reich Gottes ist eben nicht auf unsere kleine irdische
    Lebensspanne beschränkt. Das Reich Gottes besteht in Zeit UND
    Ewigkeit. Da können wir als Christen nicht so leben, als gäbe es kein
    Morgen, als gäbe es keine Ewigkeit. Das hat mir der Beitrag des
    Facebook-Partners zu bedenken gegeben.

    Gott will, dass ALLEN Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis
    der Wahrheit kommen. Und diese Wahrheit schließt ein, dass wir nicht nur
    Wellness-Kirche sind, in der beschwichtigt wird – nach dem Motto „Wird
    schon nicht so schlimm werden“ – sondern dass wir die ganze Botschaft
    predigen, zu der auch die Warnung vor der ewigen Verdammnis gehört.
    Geht – zu den Hilfebedürftigen, Bedrückten, Schwachen, Alten, Kranken,
    Ausgegrenzten, Sündern, Migranten. Macht sie zu Jüngern – zu
    Nachfolgern Jesu – nicht mit Gewalt und sicherlich nicht mit Drohungen,
    sondern indem Ihr ihnen das Evangelium von Jesus Christus, die gute
    Nachricht predigt, indem ihr ihnen nach Kräften helft und indem ihr ihnen
    mit eurem eigenen Leben ein Vorbild werdet.

    Tauft – sie, damit sie zeichenhaft und fühlbar erfahren, dass ihr Leben neu
    geworden ist.

    Lehrt – sie zu halten alles, was ich euch befohlen habe, damit sie als
    Christen ein zeugnishaftes Leben führen und ebenfalls in den Auftrag
    eintreten und so zu Multiplikatoren des Evangeliums werden.
    Das ist unser Auftrag – auch in einer Minikirche, wie der AKD.
    Damit wären wir allein ziemlich überfordert. Aber Jesus fügt seinem
    Auftrag ja noch etwas hinzu: Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der
    Welt Ende. Das heißt ja, wir sind nicht allein. Er ist bei uns. Jesus
    gegenwärtig – im Leben der Gemeinde und im Leben des Einzelnen. Wenn
    wir dem Heiligen Geist in der Gemeinde und im individuellen Leben Raum geben, dann erfahren wir Trost, Erklärung und Leitung. Dann bekommt unser Lebe n eine andere Perspektive und eine andere Qualität. Wir sinddeshalb keine besseren Menschen, die sich überheben oder auf andere herabsehen dürften. Aber die Werte, die unser Leben bestimmen, verändern sich. Die Schlagworte in Politik und Medien sind heute
    beängstigend:
    • Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenzahlen, Lobbyismus und
    Gewinnmaximierung
    • Globalisierung
    • Gewinner und Verlierer
    • Leistungsträger und Arbeitslose
    • Hartz-IV-Empfänger und Spitzenverdiener.
    • Misstrauen und Fremdenhass
    • Macht des Stärkeren und die Stärke der Mächtigen, Mauern und
    Strafzölle
    • Land und Bodenschätze
    • Obergrenzen, Leistungsgerechtigkeit, Sicherheitsdoktrinen
    • Einhaltung von Atomabkommen, Wirtschaftssanktionen, Präventivmaßnahmen

    * und: “Wir zuerst!”

    Die Wirklichkeit Gottes, die wir als Christen bezeugen und die wir in
    unseren Kirchen – und auch hier – predigen sollen, ist eine ganz andere.
    Sie will geprägt sein von Liebe, Barmherzigkeit, Zuwendung, Fürsorge,
    Friedfertigkeit, Sanftmut, Wahrhaftigkeit …auch noch da, wo alle
    menschlichen Antworten versagen. Diese Welt braucht vom Geist
    durchdrungene und bewegte Menschen,
    die nicht aufhören, an das Gute im Menschen zu glauben;
    • die jenseits aller Wirklichkeit von einer Wahrheit wissen, die nicht
    berechnet werden kann;
    • die gegen alle Härte des Gesetzes Mut zur Sanftheit haben;
    • die inmitten von Krieg und Gewalt Frieden wagen;
    • die sich auch um diejenigen noch sorgen, die nichts mehr zum
    Bruttosozialprodukt beitragen können;
    • die sich auch denen noch zuwenden, von denen sich alle anderen
    abwenden;
    • die auch denen Liebe zusprechen, die keiner mehr lieben will;
    • die auch dem größten Feinde vergeben können;
    • die noch eine Vision von einem neuen Jerusalem haben, das allen
    Völkern dieser Erde offen steht …

    Dietrich Bonhoeffer begann einmal eine seiner ersten Vorlesungen mit den
    Worten: „Wir fragen alle: Brauchen wir die Kirche noch, brauchen wir Gott
    noch, brauchen wir Christus? Diese Frage ist falsch gestellt. Gott ist da,
    Christus ist da, die Kirche ist da. Könnt ihr nicht ändern, könnt ihr nur ja
    oder nein sagen.“
    Ja, sie wird gebraucht, gerade da, wo es Probleme gibt, wo das Leben
    schwierig ist. Das verlangt viel von denen, die sich in ihr zu Hause fühlen.
    Kirche hat da zu sein. Nicht als alternativer, von der Realität isolierter
    Lebensbereich, sondern als Gemeinde Gottes, die in Politik und
    Gesellschaft barmherzig redet und tätig ist. Das mag manch einem
    gelegentlich auch töricht erscheinen; aber es tut dieser Welt gut. Und
    deshalb gibt es auch für unsere Anglikanische Kirche in Deutschland einen
    Auftrag und eine Aufgabe – nicht als weitere Amtskirche in Konkurrenz zu
    anderen Kirchen. Sie soll ein Raum sein, in dem Menschen sich zuhause
    fühlen und sich – vom Geist Gottes bewegt – auf den Weg machen, um
    Gottes Wirklichkeit, das Reich Gottes unter die Menschen zu bringen.
    Deshalb: Ja, es lohnt sich! Die Anglikanische Kirche in Deutschland hat
    ihre Berechtigung und ihren Platz, damit das Evangelium von Jesus
    Christus den Menschen nahe gebracht wird. Und weil er will, dass ALLEN
    Menschen geholfen werde.Uns allen Gottes Segen und Beistand!

          + + +

    Aus dem St. Benedikt- Seminar: ”…und die Bibel?”

    Studiendekan Pfr Winfried S. Küttner, PhD

    Es scheint ganz einfach: Man öffnet die Bibel, liest einen Abschnitt und redet ein wenig darüber. Und schon ist die Bibel ausgelegt.
    Das könnte man natürlich so machen. In der Geschichte der Christenheit
    hat das dann aber in der Regel zu Sekten geführt, besonders dann, wenn
    sie Menschen zur Leitung aufgeschwungen haben, die weder qualifiziert
    noch von Gott berufen waren. Eine Sekte: Da rückt Christus aus der Mitte
    des geistlichen Denkens und Handelns. Stattdessen wird etwas anderes
    wichtiger: „Offenbarungen“, „theologische“ Systeme, schließlich
    Vorschriften darüber, was ein Christ zu essen, welche Kleidung der zu
    tragen habe usw. Welch ein Durcheinander! Auch andere Bücher verstehen
    wir nicht ohne Grundkenntnisse; wir sind uns dessen nur meistens nicht
    bewußt. Warum soll das gerade bei der Bibel anders sein?
    Hier wird schon deutlich: Die Bibel will studiert werden. Studieren heißt
    aber vom Wortsinn her: sich um etwas (be)mühen. Bevor sie ausgelegt
    wird, muss erst einmal der Text richtig verstanden werden – und das auch
    in seinem geschichtlichen Zusammenhang. Erst nach einer gründlichen
    sprachlichen und sachlichen Erfassung kann sich ein Prediger fragen: Was
    und wie spricht der biblische Text in das Leben meiner Gemeinde, in mein
    Leben hinein?

    Der hier mögliche Einwand, es müsse doch ein jeder die Bibel so ganz
    einfach verstehen und für sich auslegen können, ist in Wirklichkeit keiner.
    Zum einen bedeutet die Auseinandersetzung mit der Bibel auf
    wissenschaftlicher Grundlage natürlich nicht, dass Gott über einzelne
    Bibelworte Menschen direkt innerlich bewegen kann. Auch vertrauen
    Christen darauf, dass Gott Heiliger Geist die Bibellektüre dahingehend
    verwenden kann, dass Menschen den Ruf Gottes zum glaubenden
    Vertrauen vernehmen.

    Zum anderen liest ein gläubiger Bibelleser die Heilige Schrift ja nicht
    voraussetzungslos! Als regelmäßiger Gottesdienstteilnehmer, nach
    Bibelstunden, Glaubenskursen und dergleichen wird er im Lauf der Zeit
    dahin kommen, dass er die Bibel vor dem Hintergrund der Lehrentfaltung,
    die er verinnerlicht hat, lesen und verstehen wird. Deshalb ist es übrigens
    so wichtig, dass man sich vor einer Lehrentfaltung hütet, die sich von der
    Rechtgläubigkeit entfernt. Irgend etwas bleibt immer hängen und entfaltet
    plötzlich sein unheilsames Eigenleben!
    Und zum dritten ist es immer gut sich zu verdeutlichen, dass die
    Möglichkeit privater Bibellese, ja auch der Besitz einer Bibel, erst mit der
    Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern möglich wurde,
    genauer erst, nachdem auch eine Bibel finanziell erschwinglich geworden
    war! Noch im 17. Jahrhundert kostete in England die billigste Ausgabe des
    Neuen Testaments ungefähr 1/4 eines Monatsgehalts eines einfachen
    Arbeiters – laut Statistik wären das heute über 500 € Euro!

    Über 1500 Jahre haben Christen die Bibel nur im Kirchengebäude
    vernommen: anlässlich von Katechese und Gottesdienst. Sie haben sich
    vermutlich einiges eingeprägt – ähnlich wie die Jünger Jesu, die ja auch
    nicht Jesu Worte in einem Notizbüchlein vermerkt oder im Smartphone
    abgespeichert hatten: Beides gab es nicht. Aber keine Angst: Sorgsam
    auswendig Gelerntes behält man gut! Es wurde ja auch immer wieder
    wiederholt und „saß“ deshalb! So trug jeder Gläubige ein wenig Bibel in
    seinem Kopf – und in seinem Herzen – bei sich.

    Leider setzte gegen Ende des 1. Jahrtausends eine Entwicklung ein, die
    erst mit der Reformation wieder umgedreht wurde. Die Bibel wurde in
    Westeuropa nur noch in Lateinisch vernommen. Und sie wurde dann
    natürlich nicht mehr verstanden – ein Prozess, der so nicht beabsichtigt
    wurde. Ähnliches kann man bei den Orthodoxen mit dem weithin
    unverständlichen Kirchenslawisch beobachten – oder sogar bei
    evangelischen Mennoniten in Ländern wie Mexiko oder Paraguay, die
    untereinander Plautdeutsch sprechen, aber deren Gottesdienstsprache
    Hochdeutsch ist, das viele nicht mehr 100%ig verstehen.

    So war Latein eben auch normale Umgangssprache, bis sich auch dort
    Dialekte entwickelten, die zu eigenständigen Sprachen wurden. Da war
    dann eben die lateinische Bibel für den Italiener unverständlich geworden.
    In germanischen Ländern wie England oder Deutschland oder in
    slawischen Ländern wie Polen war ohnehin die Bibel sofort ein
    fremdsprachliches Buch. Deshalb gab es schon früh Übersetzungversuche
    in germanische Sprachen! Man denke an Bischof Wulfila und seine heute
    in Uppsala/Schweden bewahrte Silberbibel!

    Mit der Reformation setzte eine Bewegung ein, deren Wurzeln schon im
    Mittelalter lagen: Die Bibel soll in der jeweiligen Landessprache gelesen
    und somit direkt verstanden werden.

    Und damit kehren wir zum Beginn des Artikels zurück: Unmittelbares
    Verstehen deutet noch nicht Begreifen. Und ein verstandesmäßiges
    Begreifen bedeutet noch nicht ein existentielles Verstehen: Was bedeutet
    ein Bibelwort für meinen gelebten Glauben?

    Im St Benedikt-Seminar – wie an wohl allen Seminaren und Universitäten in
    Deutschland – mühen wir uns um ein rechtes Verständnis der Heiligen
    Schrift. Wenn auch unser Ansatz konservativ ist, so nehmen wir doch auch
    wahr, wie an deutschen Universitäten über die Heilige Schrift gelehrt wird.

    Dass wir die Bibel studieren, scheint selbstverständlich. Es ist es dies aber
    nicht. Nicht ohne Grund formuliert der 6. Artikel des Anglikanischen
    Glaubensbekenntnisses der 39 Artikel von 1563: „Die Heilige Schrift
    enthält alles, was zum Heil notwendig ist, so dass, was darin nicht zu lesensteht und daraus nicht bewiesen werden kann, niemandem als
    Glaubensartikel oder als etwas Heilsnotwendiges auferlegt werden darf.“
    Offensichtlich gab es auch zu jener Zeit Menschen, die den Inhalt ihres
    Glaubens (Glaubensartikel) nicht aus der Heiligen Schrift holten. Aber die
    39 Artikel halten dem die grundsätzliche Wichtigkeit der Schrift entgegen.
    In ihr – allein – findet sich alles, was man wissen kann und muss, um zu
    Gott zu gelangen. Dieses Aussage teilt die anglikanische Gemeinschaft
    (Communion) mit der lutherischen und den reformierten Kirchen.
    Das spezifisch Anglikanische entsteht dabei durch eine Eigenart der 39
    Artikel. Da sie Grundlage für eine Staatskirche bildeten, in der
    verschiedene theologische Ansichten (von anglo-catholic bis reformed)
    zusammengehalten werden mussten, vermeiden sie an einigen Stelle zu
    genaue Festlegungen. Das Bekenntnis stellt hier keinen klaren
    Bezugspunkt her. Dem entsprechend weit kann die Schrift ausgelegt
    werden. Der einzige Rahmen wird letztlich durch die altkirchlichen
    Bekenntnisse gesetzt, die sich aber historisch bedingt über Fragen
    ausschweigen, die zur Reformationszeit von kirchentrennendem Interesse
    waren (z.B. Abendmahl als bloßes Gedächtnismahl oder Messopfer).
    Aus allen diesen Überlegungen ergibt sich eine objektive Notwendigkeit
    der tiefen Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift als dem Wort
    Gottes, in der das eine Wort Gottes, Jesus Christus, gefunden werden
    kann.

    Buchbesprechung

    The Reverend P. Dr. Joachim Feldes
    Apostel der Skeptiker. C. S. Lewis als christlicher Denker der Moderne – von Norbert: Feinendegen

    Mit seinem neuen Buch über Clive Staple Lewis (1898-1963) legt Norbert
    Feinendegen, u.a. Dozent in der Erwachsenenbildung der römischkatholischen
    Erzdiözese Köln, eine aktualisierte Fassung seiner
    Dissertation über Lewis‘ „Denk-Weg zu Christus“ von 2008 vor. Zugleich
    bündelt der Autor mit „Apostel der Skeptiker“ zahlreiche seiner
    vorausgegangenen Arbeiten, angefangen von Beiträgen zu den
    Diskussionen zwischen Lewis und Owen Barfield (2007) sowie den
    Chroniken von Narnia als Orten der Begegnung mit Christus (2011) bis hin
    zu Lewis‘ Reflexionen über die Trauer (2015).

    Es geht Feinendegen darum, den Weg zu beschreiben, auf dem Lewis im
    Glauben an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus einen Schlüssel
    zu einem Verständnis von Welt und Geschichte, letztlich eine Antwort auf
    seine Frage nach der Wahrheit findet. Diese Wegbeschreibung gelingt dem
    Autor auf Grund seiner umfangreichen und detaillierte Recherchen, aus
    denen er eine gut verständliche Darstellung des Denkens von Lewis
    entwickelt. So führt Feinendegen den Leser auf überzeugende Art durch
    Lewis‘ Leben und Arbeiten als Philosoph, Literaturwissenschaftler und
    Theologe, was die Lektüre sowohl für Einsteiger als auch für schon näher
    mit Lewis Vertraute zum Gewinn macht.

    Zunächst schildert er, wie Lewis während der 20er Jahre in der
    Auseinandersetzung u.a. mit Barfield und dessen positiver Haltung zu
    Rudolf Steiners Anthroposophie seine erkenntnistheoretische Position
    schärft. Im Rückgriff auf Begrifflichkeiten des Philosophen Samuel
    Alexander beschreibt Lewis Erfahrung als das, was sich dem Bewusstsein
    als Resultat des Erlebens (enjoyment) und der Reflexion (contemplation)
    präsentiert. Solche Erfahrung wird möglich, weil die Fähigkeit des
    Menschen zur Imagination die Grenzen der menschlichen Vernunft
    überschreitet.

    Entsprechend kritisch äußert er sich zu einer positivistischen Einstellung,
    wie sie damals Sprachphilosophen wie Gilbert Ryle vertreten. Denn
    Sprache ist für Lewis nichts schlechthin Gegebenes oder
    naturwissenschaftlich Analysierbares, sie ist veränderlich und deshalb nicht
    ein-deutig, sie berge immer Bedeutung (meaning) und verweise zugleich
    auf eine Wahrheit (truth), die sorgfältig voneinander zu unterscheiden
    seien. Entsprechend verbiete sich – so Lewis in einer Vorlesung 1932 – ein
    unkritischer Umgang mit dem sogenannten naturwissenschaftlichen
    Weltbild und seinen weltanschaulichen Voraussetzungen. Nicht mit dem
    Anspruch des Benutzen-Wollens (use), sondern der Bereitschaft zum
    Empfangen (receive) solle der Mensch der Wirklichkeit gegenübertreten.
    Nur so könne er – und hier reflektiert Lewis seine eigene Konversion zum
    Christentum – die Erfahrung der Freude (joy) machen, die in ihm die
    Sehnsucht nach dem Anderen, nach der Einheit mit Gott entfache.

    Dem Mensch, der sich Begriff und Erfahrung des dreieinen Gott schenken
    lasse, erschließe sich letztlich die Lösung der Frage nach Einheit und
    Vielfalt der/des Menschen. Er erkenne die Inkarnation als Transposition
    Gottes in die Welt und damit verbunden den sakramentalen Charakter der
    Schöpfung. Die Inkarnation stelle dabei ein historisches und zugleich ein
    Freiheitsgeschehen dar, das die Antwort des ganzen Menschen fordere.
    Der Glaube an die Menschwerdung zwinge nicht zu einer bestimmten
    Theorie, die so und nur so vertreten werden dürfe. Wo immer dieser
    Anspruch erhoben werde, wäre das für Lewis – so schreibt er wiederholt in
    den 40er Jahren – ein sicheres Zeichen, dass mit dieser Deutung etwas
    nicht stimmt.

    Mit seiner umfassenden Darstellung unterstreicht Feinendegen, wie wenig
    eine exklusive Vereinnahmung Lewis‘ durch eine bestimmte
    Weltanschauung seinem Denken und seiner Person gerecht wird. Vielmehr
    zeigt er Lewis als unabhängigen Denker, Forscher und Gläubigen, der sich
    der Moderne gegenüber nicht abkapselt, sondern ihr gelassen und kritisch
    gegenüber tritt, um sie auf ihre Vernünftigkeit, Wahrhaftigkeit und
    Menschlichkeit hin zu befragen.

    Norbert Feinendegen: Apostel der Skeptiker. C. S. Lewis als christlicher
    Denker der Moderne. Verlag Text & Dialog, 2015. 400 S., 29,95 €, ISBN
    978-3-943897-22-7. Stimme hören“

            + + +

    Studiendekan Pfr Winfried S. Küttner, PhD
    (Das Allgemeine Gebetbuch, Teil III)

    Die Worte aus dem 5. Psalm, die im Titel stehen (HERR, frühe wollest du
    meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und aufmerken.
    Ps. 5,4) zeigen nicht nur die Gewohnheit auf den Tag mit dem Gebet zu
    beginnen. Sie zeugen zugleich eine Lebenshaltung: Der Beter ist immer in
    Kontakt zu Gott, auch schon am frühen Morgen. Und das soll den ganzen Tag über so bleiben.

    Bei Martin Luther, der ja in seiner Glaubenshaltung wesentlich vom Orden der Augustiner-Chorherren geprägt wurde, spiegelt sich das in den letzten Worten des Morgengebets aus dem Kleinen Katechismus (1529) wieder:
    „Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied
    gesungen, wie „Die zehn Gebote“, oder was deine Andacht gibt.“ Also bei
    der Arbeit gebetet…!

    So werden Gebete eben nicht absolviert, sondern sind Ausdruck eines
    lebendigen Glaubens.

    Das gilt auch für die ausformulierten Tagesgebetszeiten im AGB. Es ist
    eine kontraproduktives Missverständnis, wenn sie „gelesen“ werden und
    als Pensum absolviert. Das dürfte längerfristig der Beziehung zum
    lebenden Gott schaden.

    Auf der anderen Seite: Muss man vorgegebenen Gebetsordnungen folgen?
    Man muss es natürlich nicht. Allerdings: Eine solche Frage ist sehr
    modern; es ist das, was in etwas anderem Zusammenhang Martin
    Mosebachs etwas überspitzt als „Häresie der Formlosigkeit“ bezeichnet.
    Hat sie nicht die kulturelle Radikalität der Studentenunruhen der 68-iger.

    Jahre des vergangenen Jahrhundert als Grundbedingung? Traditionen
    seien per se schlecht, also fort damit. Aber stimmt das?
    Formen, ja Rituale entwickeln sich immer. Sie sind hilfreich, weil sie uns
    vom nutzlosen Zwang, sie je und je neu erfinden zu müssen, befreien. Sie
    sind schön – man denke etwa an das Jahrtausende alte jüdische Ritual des
    Sabbathbeginns: Da werden zwei Kerzen entzündet zusammen mit einem
    Gebet, da stehen Wein, Salz und die Challotbrote bereit. Und mit dem
    Ritual beginnt die Sabbathruhe, aus dem Gebet erfolgt ein Handeln. Eine
    solche Form ist nicht per se „leer“. Es liegt an uns, ob wir uns ihrer
    bedienen und sie mit Leben füllen oder eben als totes Ritual, als Pensum
    und Pflichtübung – ja: töten.

    Wie hilfreich gegebene Ordnungen sein können, darum dürften die
    Verfasser des AGB gewusst haben. Das wollten sie bewahren. Ihr
    Ausgangspunkt waren der klösterliche Gottesdienst der Tageszeiten und
    das Brevierbeten der (römisch-katholischen) Priester vor Augen. So bietet
    das AGB für das Morgen- und das Abendgebet zwei Versionen an: eine
    kürzere, die die Familienandacht im Blick hat, und eine deutlich längere,
    die den Gottesdienst in der Gemeinde anzielt. Da bis 1541 alle englischen
    Klöster aufgelöst wurden, finden sich in AGB keine auf das klösterliche
    Leben bezogene Gebetsformen.

    Heinrich VIII hob die religiösen Orden auf. Aber schon 1626 entstand
    offiziell die „Little Gidding Kommunität“, ohne Glaubensregel, ohne
    Gelübde, aber doch hochkirchlich orientiert, charakteristisch für die
    anglikanische Via media. Den Puritanern war sie ein Dorn im Auge. Mit
    dem Tod ihres letzten Mitglied 1657 erlosch sie. Ab der Mitte des 19.
    Jahrhunderts kam es dann zu klösterlichen Neugründungen.

    Heute gibt es wieder anglikanische Formen gemeinschaftlichen Lebens –
    Kommunitäten bis hin zu Klöstern. Sie greifen teilweise auf die Liturgien
    zurück, die Ausgangspunkt für die im AGB zu findenden Morgen- und
    Abendgebete sind.

    Die ausführliche Form findet sich als Morgenlob ab S. 65 und als Abendlob
    ab S. 167. Die kürzere Form des Morgenlobs, genannt Familienlob/Hausandacht (am
    Morgen) findet sich auf  im „Das Allgemeine Gebetbuch“ S. 29 ff, die Andacht am Abend auf S. 53 ff. wird in zwei Versionen dargestellt: als traditionelle Fassung (S. 66 respektive S. 168) und als alternative Fassung (S. 98 respektive S. 194).

    Sie ersetzte dann teilweise den Sonntagsmorgengottesdienst (mit
    dmahl), ein Praxis, die sich selbst heute noch findet und vor allem in
    Nordamerika auch andere Kirchen, z. B. auch die lutherische, beeinflusste.
    Wenden wir uns dem Morgenlob in der Fassung für die Familie zu – in der
    heutigen Zeit, in der viele allein leben, sicherlich auch die Fassung für den
    einzelnen Beter.

    Das AGB gliedert das Gebet in drei Teile: einen Eingang, einen Hauptteil
    und einen Schlussteil (Ausgang). Diese Aufteilung betont, dass das
    Morgengebet an erster Stelle ein Gebet ist.

    Den Rahmen bilden ein Votum der Vergewisserung und der Segen. Im
    Segen fällt die „Wir-„Form auf: Der Segen wird nicht von einem Geistlichen
    zugesprochen, sondern von der (häuslichen) Gemeinschaft erbeten. Das
    unterstreicht, dass das Morgengebet Teil des Priestertums aller Gläubigen
    ist: Es bedarf nicht eines ordinierten Amtsträgers!

    Als Votum werden zwei Möglichkeiten angeboten: eine Vergewisserung
    des Schöpfergottes als dem, der den Seinen hilft (Unsere Hilfe steht im
    Namen des Herrn…) und die eigentlich juristische Formel „Im Names des
    Vaters…“. Letztere hat sich überall in Deutschland in liturgischen
    Gottesdiensten und Formen durchgesetzt: ob im Wortgottesdienst oder
    beim Tischgebet, im Altenheim oder in der Schule. Ist es der Wunsch der
    im Glauben wenig Geübten, dem Gottesdienst einen offiziellen Anstrich zu
    geben? Denn das bewirken die Worten auf jeden Fall, das fühlt man.
    Luther formulierte „Das walte Gott“ – das möge Gott geben. Diese fromme
    Gebetshaltung ist uns in unserem Land leider weithin verloren gegangen.

    Das Gebetsformular fährt mit dem Vater unser fort. Dann folgen die
    Lesungen aus der Heiligen Schrift wie im AGB vorgeschlagen (Lektionar S.
    1 ff) Hier wäre übrigens der geeignete Ort auch Psalmen einzufügen. Denn
    dann folgen vorgeschlagene Gebete – das passt gut aufeinander. Der
    Schlussteil erlaubt – oder erbittet? – das freie Gebet: Fürbitten für
    nahestehende Menschen, die in geistlicher Not sind oder krank, Dank für
    Bewahrung in der Nacht, Bitte um Leitung usw.

    Weitere Gebete (und damit Vorschläge für Gebetsanliegen) folgen auf S. 41.
    Ein Wort soll hier hinzugefügt werden über etwas, dass im AGB nicht
    erwähnt wird. Einige Christen bekreuzigen sich, etwa beim Segen, andere
    nicht. Da sind nach der Reformation verschiedene Traditionen entstanden,
    die als konfessionelle Trennungsmerkmale ge-, ja missbraucht wurden.

    Der schon erwähnte Morgensegen Luthers geht selbstverständlich vom
    Bekreuzigen aus: „Des Morgens, so du aus dem Bette fährst, sollst du dich
    segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und
    Heiliger Geist! Amen.“ Das zeigt, dass das Bekreuzigen nicht typisch für
    eine bestimmte Kirche ist. Es ist ein Gestus, der vermutlich schon bald zu
    Beginn der Kirche praktiziert wurde, als es noch keine Bekenntniskirche, ja
    nicht einmal eine Staatskirche gab. Wenn wir uns bekreuzigen, dann ist
    das keinesfalls ein magisches Zeichen, sondern ein Ausdruck der
    Zugehörigkeit zum gekreuzigten Christus, also eine Art gestisches
    Glaubensbekenntnis. In der Taufe wird der Christ mit dem Zeichen des
    Kreuzes gesegnet. Das findet gewissermaßen seine Fortführung in jedem
    Kreuzzeichen, das wir schlagen. Wenn der Priester/Pastor die Gemeinde
    im Auftrag Gottes mit dem Kreuzeszeichen segnet, dann bekennt sich
    dazu, wer sich bekreuzigt: Was der Pastor zuspricht, gilt für den Beter
    ganz persönlich.

    Wer das nun gewohnt ist, der tut recht daran, es beizubehalten. Wer es
    nicht gewohnt ist, tut nichts Falsches, wenn er sich nicht bekreuzigt. Nicht
    ohne Grund lässt das AGB diese Frage offen. Unser Gewissen vor Gott
    soll uns leiten, nicht eine tote Angewohnheit.
    Wir sind frei – frei zu beten!

    Junge Anglikaner, die mit dem Evangelium die Welt verändern wollen. 

    GAFCON – Originaltext  Übersetzung

    joung Anglicans 2018

    Das Crown Plaza Hotel neben dem International Convention Center in Jerusalem war während der „Weltweiten Anglikanischen Zukunftskonferenz“ voller Aktivitäten.
    In einer Lobby im Erdgeschoss mischten sich junge Delegierte und Gäste
    von GAFCON 2018. Sie genossen Erfrischungen und teilten ihre
    Geschichten darüber mit, wie sie dort in Jerusalem ankamen. Ein weiterer
    Besprechungsraum nebenan war mit einer ähnlich großen
    Menschenmenge gefüllt. Sie alle waren dort zusammendrängt und
    versuchten über den allgemeinen Lärm hinweg, die freundliche
    Unterhaltung zu hören, was diese Gruppe gerade mitteilte.
    James Flynn, ein Delegierter aus Sydney, Australien, setzte sich in der
    Lobby auf einen Stuhl und erregte alle Aufmerksamkeit als er darüber
    sprach, warum er 180 junge GAFCON-Delegierte eingeladen hatte, sich
    hier zu versammeln. Es war die Chance, andere junge Christen zu treffen
    und zu entdecken, dass sie nicht alleine waren. Die wachsende Zahl von
    GAFCON-Mitgliedern in ihren 20ern und 30ern bestätigt die Botschaft von
    GAFCON, dass sie die nächste Generation erreicht und dass das
    Evangelium, die Frohe Botschaft von Jesus, historisch und unveränderlich
    ist und in ihnen Wurzeln schlägt; und es schlägt besonders bei denen
    Wurzeln, die am besten in der Lage sind, eine sich schnell und ständig
    verändernde, moderne Welt zu steuern.

    James Flynns Charisma, Begeisterung und die Gelegenheit, diese jungen
    Erwachsenen miteinander zu verbinden, war ansteckend. Pfarrer Alan
    Lukabayo, ein anglikanischer Priester aus Sydney, war auch anwesend,
    um die Gruppe zu begrüßen und sie mit wenigen Worten zu ermutigen,
    indem er sprach: Es besteht die Gefahr, dass ihr nach GAFCON kommt,
    und dass ihr hören werdet: Ihr seid die Zukunft von GAFCON. Das aber
    stimmt nicht. Denn ihr seid GAFCON.
    Denn GAFCON zu sein heißt, an der Spitze dessen zu stehen, was Gott in
    der Kirche jetzt weltweit tut: Nämlich ein (unfähiges kirchliches) System zu
    erschüttern, welches die Kirche nicht mehr in der Einheit des Glaubens
    zusammenhalten kann. Es braucht von euch Visionen, Energie und
    Fähigkeiten, um dazu beizutragen, dass dies geschieht. Diese jungen
    Anglikaner sind motiviert, diese Vision überall umzusetzen, wo sie gerade
    leben. Die Zukunft von GAFCON muss das Herz der Bewegung
    wiederspiegeln, die sich darauf gründet, wer wir heute sind; und wer wir
    heute sind, spiegelt sich wieder in den vielen und unterschiedlichen
    Gesichtern der jungen Anglikaner, die den orthodoxen Anglikanismus
    zurückerobern und das einzig wahre Evangelium in unserer Welt verkünden
    wollen.

    Gemeinden & Predigtorte der AKD
    S.d. Kirchenpage:  Gottesdienstorte – Adressen

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    GAFCON – Jerusalem 2018

    Juni 30, 2018

     

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    CHRISTUS GETREU DEN NATIONEN VERÜNDIGEN

    GAFCON – Jerusalem 2018 –  Bericht von Bischof Meyer

    Nach 20 Jahren Israelbesuch traf ich wieder in Jerusalem ein, um an GAFCON, der „Weltweiten Anglikanischen Zukunftskonferenz“ der bibeltreuen und missionsorientieren Anglikaner teilzunehmen.

    Sonntagnacht nach meiner Ankunft schlenderte ich zwischen 24.00 und 01.00 Uhr durch den Stadtteil, wo sich das Internationale Kongress Zentrum (ICC) befindet. Ich war beeindruckt über den nächtlichen Frieden, die vielen Menschen um diese späten Stunde der Ruhe erlebten und noch spazieren gingen. Besonders aber war ich beeindruckt, dass etwas dreiviertel dieser Personen, jung oder alt, aus jüdisch konservativen Kreisen stammten: Mit Kiba, schwarzem großen Hut, mit Gebetsriemen, Gebetsschal, junge Männer, Teenager in Gruppen in feinen schwarzen Anzügen, die es wert achten, ihre Thoratradition, Zugehörigkeit zum Jüdischen Glauben noch um diese Zeit öffentlich und friedlich zu bezeugen.

    Während des hektischen Jerusalemer Alltags sind sie bevölkerungsmäßig jedoch mit ca. 10% zwar in der Minderheit, aber doch eine ständige Erinnerung für alle die sie umgebenden und beobachtenden Menschen. Sie erinnern beständig an die Wurzeln des Israelitischen Staates und eine Lebensweise nach der Thora. Einer unserer Guides – Stadtführer – sagte: Es geht um die Wahrheit, die Bibel ist wortgetreu und wahr und bezeugt Israels Geschichte. Und diese Guides erzählen allen Touristen die Geschichten von Adam über König David bis zur Kreuzigung Christi und Zerstörung des Tempels in 70 n. Christus.

     

    CHRISTUS GETREU DEN NATIONEN VERKÜNDIGEN

    Im Jahre 2008 trafen sich die bibeltreuen Anglikaner zum ersten Mal in Jerusalem. Jetzt 10 Jahre danach versammelten sich 2000 Anglikaner aus aller Welt erneut vom 18.-22. Juni im Internationalen Kongress Zentrum und zwar unter dem Thema:

    Proclaiming Christ faithfully to the Nations.

    Morgens hatten die anglikanischen Gläubigen die Gelegenheit, in den umliegenden Hotels die Heilige Kommunion, das Herrenmahl, zwischen 6 – 7 Uhr zu feiern.

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    (v.r.n.l. Bischof Fenwick, Free Church of Engand; Bischof Meyer; Diakon aus UK) nach der Feier des Heiligen Abendmahls)

    Nach dem Frühstück im Hotel begann dann für sie der Marsch oder die Fahrt mit dem Bus zum ICC, wo sie das Anglikanische Morgenlob feierten. Am Ende drehte man sich in den Reihen um und formte in Achtergruppen Gebetszellen, die regelmäßig während der Woche füreinander beteten. Unterbrochen wurden die einzelnen Tagesabschnitte durch den stimmgewaltigen Chor nigerianischer Christinnen. Anschließend sprachen gewöhnlich Bischöfe, Missionsexperten oder Laien, meist von der südlichen Weltkugel kommend, zum Kongress Thema: Was das Evangelium ist, wie es die Kirche gestaltet, die Heiligung und Ethik des Christen und die Mission, die an alle Nationen der Welt geht.  Der Slogan „We will proclaim Christ faithfully to the Nations“ hallte mehrmals täglich durch 2000 Stimmen lautstark durch das ICC.

    Neben einem Ausflug am Dienstagnachmittag zu verschieden historischen Städten von Jerusalem über Bethlehem oder zum Toten Meer, wurden nachmittags neben Hauptthemen im Plenarsaal auch Seminare mit 50-100 Teilnehmern über theologische, gemeinderelevante und missionsorientierte Themen gehalten.

    Zwei Höhepunkte dieses Kongresses waren das Abendlob mit 2000 Leuten vor der Südmauer auf dem ehemaligen Treppenaufgang zum Tempel. Die Botschaft dort an alle war, sich als Pilger auf dem Weg zu machen, der jedem, wie auch dem Pilger damals, etwas kosten wird. Auch die Teilnehmer sollten Gott ihre Opfer an Zeit, Kraft und Geld in dem gemeinsamen, weltweiten  Missionsauftrag bringen. Zum Schluss hallten Lieder wie Amazing Grace durch das Tal hinüber ins muslemische Wohngebiet. Dabei schauten aus der El-Aqsa-Moschee Frauen durch die Gitterfenster auf die singenden Anglikaner herab. Genau hier entstand dann das Abschlussfoto: Pilger auf den Treppen zum Tempel.

    Tempel Cafcon

    Der Abschlusshöhepunkt am Freitag

    war die Feier der Heiligen Kommunion. Bischof Meyer war mit eingeteilt worden, zusammen mit anderen Bischöfen auf der Empore Brot und Wein auszuteilen.

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    GLOBALE ANGLIKANISCHE ZUKUNFT

    Die Botschaft über die Person Jesu und die orthodoxe Bedeutung des Evangeliums zog sich durch alle Vorträge und Predigten hindurch. Der Aufruf erklang immer wieder unterschiedlich: Dieses Evangelium muss gegen alle Bedrohungen von innen und außen verteidigt werden.

    Im an Ende verlesenen Abschlussdokument erklärten sich die 600 Bischöfe aus aller Welt sowie die 1400 Teilnehmer bereit, das einmal überlieferte Evangelium kulturübergreifend den Milliarden von Menschen zu bringen, die noch ohne Christus und Hoffnung sind. Für diese Zukunft wurden am Ende auf der Bühne neun Vertreter für weltweite Netzwerke wie: Theologische Ausbildung, Gemeindepflanzung, Familiennetzwerke, Bischofsfortbildungen, Fürbittennetzwerke, etc. ausgewählt, vorgestellt und für sie gebetet.

    So soll für die anglikanische Zukunft durch GAFCON ein mächtiges Zeugnis für die Welt entstehen, das Heil in Christus zu verkündigen. Alle gläubigen Anglikaner wurden eingeladen, sich dem Vorhaben anzuschließen, CHRISTUS GETREU DEN NATIONEN ZU VERÜNDIGEN.

    Junge Anglikaner, die mit dem Evangelium die Welt verändern wollen

    Das Crown Plaza Hotel neben dem International Convention Center in Jerusalem war während der „Weltweiten Anglikanischen Zukunftskonferenz“ voller Aktivitäten. In einer Lobby im Erdgeschoss mischten sich junge Delegierte und Gäste von GAFCON 2018. Sie genossen Erfrischungen und teilten ihre Geschichten darüber mit, wie sie dort in Jerusalem ankamen. Ein weiterer Besprechungsraum nebenan war mit einer ähnlich großen Menschenmenge gefüllt. Sie alle waren dort zusammendrängt und versuchten über den allgemeinen Lärm hinweg, die freundliche Unterhaltung zu hören, was diese Gruppe gerade mitteilte.

    joung Anglicans 2018

    James Flynn, ein Delegierter aus Sydney, Australien, setzte sich in der Lobby auf einen Stuhl und erregte alle Aufmerksamkeit als er darüber sprach, warum er 180 junge GAFCON-Delegierte eingeladen hatte, sich hier zu versammeln. Es war die Chance, andere junge Christen zu treffen und zu entdecken, dass sie nicht alleine waren. Die wachsende Zahl von GAFCON-Mitgliedern in ihren 20ern und 30ern bestätigt die Botschaft von GAFCON, dass sie die nächste Generation erreicht und dass das Evangelium, die Frohe Botschaft von Jesus, historisch und unveränderlich ist und in ihnen Wurzeln schlägt; und es schlägt besonders bei denen Wurzeln, die am besten in der Lage sind, eine sich schnell und ständig verändernde, moderne Welt zu steuern.

    James Flynns Charisma, Begeisterung und die Gelegenheit, diese jungen Erwachsenen miteinander zu verbinden, war ansteckend. Pfarrer Alan Lukabayo, ein anglikanischer Priester aus Sydney, war auch anwesend, um die Gruppe zu begrüßen und sie mit wenigen Worten zu ermutigen, indem er sprach: Es besteht die Gefahr, dass ihr nach GAFCON kommt, und dass ihr hören werdet: Ihr seid die Zukunft von GAFCON. Das aber stimmt nicht. Denn ihr seid GAFCON.

    Denn GAFCON zu sein heißt, an der Spitze dessen zu stehen, was Gott in der Kirche jetzt weltweit tut: Nämlich ein (unfähiges kirchliches) System zu erschüttern, welches die Kirche nicht mehr in der Einheit des Glaubens zusammenhalten kann. Es braucht von euch Visionen, Energie und Fähigkeiten, um dazu beizutragen, dass dies geschieht. Diese jungen Anglikaner sind motiviert, diese Vision überall umzusetzen, wo sie gerade leben. Die Zukunft von GAFCON muss das Herz der Bewegung wiederspiegeln, die sich darauf gründet, wer wir heute sind; und wer wir heute sind, spiegelt sich wieder in den vielen und unterschiedlichen Gesichtern der jungen Anglikaner, die den orthodoxen Anglikanismus zurückerobern und das einzig wahre Evangelium in unserer Welt verkünden wollen.

    MEHR VON GAFCON IN ENGLISCH –

     Statement 2018 – Videos – Photos —>

    1. Conference Statement
      The text of the ‘letter to the churches’ in English can be found hereand in Spanish here.  It will be available in Portuguese, French and Swahili soon.
    2. Videos:
      Do visit the ‚Conference Video‘ page in the ‚Jerusalem 2018‘ section of the Gafcon website.  Thereyou will find all the videos taken in open session as well as many of the interviews live streamed during the week.
      The communications team have produced three excellent short videos for you to share with friends and play in your churches:
      – Gafcon 2018 in 90 seconds – here
      – Highlights from the week (3 min, 27 secs) – here
      – „Thank you Jesus“ from the Temple Steps (1 minute 17 secs) – here
    3. Photos:
      If you forgot to collect a print of the Temple Steps picture you can download it here. Copies of the original photo are still available for the cost of the postage and packaging.
      To access all the pictures taken by our photographers each day go here

     

     

     

     

     

     

     

     

    KIRCHENZEITUNG – Anglikanische Kirche i.D.

    März 31, 2018

    AKD neu bunt

    KIRCHE DER MITTE

    __________________________________________________________________
    N a c h r i c h t e n  a u s  d e r  a n g l i k a n i s c h e n W e l t
    Ausgabe Nr. 2 – O S T E R N  2018 ___________________________________________________________________

    Download Kirchenzeitung – hier klicken –>  Kirchenzeitung 2018 Nr.2

    (Zeitung formatiert als A5 Broschüre zum Ausdruck)

    __________________________________________________________________

    Allen Lesern ein frohes und gesegnetes Osterfest:

    Christ ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja !

    (Nachfolgender Artikel aus der Kirchenzeitung) 

    Geistliches Wort:

    Von der Passionszeit über Gründonnerstag und Karfreitag bis zum Tag der Auferstehung unseres Herrn Jesus, Ostersonntag. Pfarrer Michael Winkler

    Wie war die diesjährige Passionszeit 2018? “The same procedure as last year?” (deutsch: „Der gleiche Ablauf wie im vergangenen Jahr?“) Vielleicht hat sich der eine oder andere wieder an die „7 Wochen Ohne“ mit dem Thema „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“ gewagt? Das klang richtig missionarisch!
    Bei uns gab es wie in jedem Jahr in etlichen Kirchen einmal wöchentlich eine
    Passionsandacht, in der über das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus
    meditiert wurde.
    Aber auch die Namen der Sonntage in der Passionszeit bestimmten wieder ein
    gutes Stück die Inhalte unserer Abendmahlsgottesdienste im hiesigen
    Bundeswehrkrankenhaus. An einen Sonntag entsinne ich mich sehr gut. Es war
    der Sonntag Lätare, „Freuet euch mit Jerusalem“, Jesaja 66,10, der u.a. an die
    Freude über die Heimkehr der Israeliten um 539 v.Chr. aus der Babylonischen
    Gefangenschaft erinnern sollte. Das man diesen Sonntag auch als „Klein
    Ostern“ bezeichnete und die liturgische Farbe an diesem Sonntag „Rosa“ war,
    das hatte ich bis dato noch nicht gewusst. Ja, man lernt doch nie aus, auch
    und besonders als Christenmensch nicht.

    Aber nun will nicht nur über die Passionszeit bzw. die zweite Fastenzeit
    nachdenken, sondern zum Gründonnerstag kommen, der ja auch noch andere
    Namen trägt, wie z.B. Hoher und Heiliger Donnerstag oder Palmdonnerstag.
    Und wie wir alle wissen, erinnert dieser Tag auch in anglikanischen Kirchen an
    das Letzte Abendmahl Jesu mit Seinen Jüngern. Noch heute bedenken wir in
    der eucharistischen Feier, denken wir an die Konsekration der Gaben Brot und
    Wein, an die heilsgeschichtliche Bedeutung dieses Tages. Übrigens in vielen
    lutherischen Gemeinden in Hamburg wurde auch in diesem Jahr wieder ein
    Gottesdienst oder eine besondere Gemeindezusammenkunft zum Thema
    Abendmahl/Eucharistie angeboten.

    Und dann wie jedes Jahr ging es wieder über den Gründonnerstag als dem
    Triduum Sacrum (lateinisch für „heilige drei Tage“) oder Triduum Paschale
    („österliche drei Tage“, „Ostertriduum“), wie die Katholiken jenen Weißen oder
    Hohen bzw. Heiligen Donnerstag bezeichnen, hin zum dem im Protestantismus
    wichtigeren Tag, dem Karfreitag, an dem wir uns an das Sühneopfer Jesu
    Christi in besonderer Weise erinnern.

    Heute erscheint nun wieder zu Ostern 2018 diese neue Ausgabe der
    Kirchenzeitung der AKD/REK. Dann werde ich noch immer im Ausland sein (Ukraine, Lemberg) sein, um in einer dortigen Gemeinde als Pastor zu dienen. Natürlich war das auch am Karfreitag so, als wir über die Kreuzigung Jesu für uns persönlich und für eine
    jede christliche Gemeinde nachdachten. Der Altar war wie jedes Jahr ganz
    schlicht gestaltet ohne Kerzen und Blumen und mit dem zugehangenen Kreuz.
    Nur die Bibel lag offen und für jedermann gut lesbar auf dem Altar. An diesem
    Tag nun betonte ich wie in jedem Jahr wieder zu einen wie heilsnotwendig für
    uns Christen die Kreuzigung Jesu und damit das Sühneopfer Jesu ist, zum
    anderen den Karfreitag als ein großes Fenster mit dem Blick auf Ostern
    darzustellen, weil beide Feste untrennbar, wie jeder weiß, zusammengehören.
    Und noch etwas, das untrennbar zu Karfreitag gehört:
    Vor vielen Jahren sang ich zum wiederholten Male die Johannespassion in
    einem Kirchenchor mit.

    Die damalige Kantorin orientierte sich dabei an der berühmten Verfilmung der
    Bach`schen Johannespassion von Hugo Niebeling im Dom zu Speyer aus dem
    Jahr 1964.
    Seither schaue ich mir auf der DVD, ich tat dies auch in diesem Jahr, sehr gern
    am Karfreitag oder Karsamstag diese Verfilmung an mit dem Titel
    „Es wäre gut, dass ein Mensch würde umbracht für das Volk“,
    dargeboten von stimmgewaltigen Oratoriensängern, dem gewaltigen Chor und
    den authentischen Schauspielern in dem riesigen und erhabenen Dom zu
    Speyer.

     

    Menschlicher Bischof – Kardinal Lehmann

    März 20, 2018

    AKD Meldung   –  Download 2018 März – Kardinal Lehmann

    Pastor Thomas Kohwagner (AKD Sekretär) von der Anglikanischen Mission Sankt Alban erwies dem in der Mainzer Semonarkirche (Augustinerkirche) dem dort im Bischofsornat mit Messgewand, Mitra, Bischofsring und Bischofsstab aufgebarten Toten auch im Namen der Anglikanischen Kirche i.D. die letzte Ehre. In einem nicht endenden Strom defilierten die Menschen in Zweierreihen durch die Kirche, um sich von Karl Kardinal Lehmann zu verabschieden. So konnte dieser selbst noch im Tod Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession zusammenführen.

     Nicht ganz unerwartet verstarb am Sonntag, den 11. März 2018 der ehemalige Mainzer Erzbischof Karl Kardinal Lehmann. Er hatte sich von einem Schlaganfall im September des vergangenen Jahres nicht mehr erholt. Das Ende seines irdischen Weges fühlte er nahen, denn er sprach in den letzten Tagen davon, dass er sich nun wohl bald auf seine letzte Reise begeben werde. Mit ihm wurde ein großer Geist und aufrechter Christ von der Zeit in die Ewigkeit abberufen, dem es um die Einheit zu tun war, ist von uns gegangen. Ein Verlust – nicht nur für die Römische Kirche. Denn es war ihm stets um die Einheit der Kirche zu tun und im das Gespräch mit den anderen christlichen Konfessionen. Ein Aushang im Gedenkfenster der Mainzer Dom-Information charakterisi

    Lehmannert ihn so:

    – menschlicher Bischof

    – Hirte mit Lebensfreude

    -herausragender Theologe

    -leidenschaftlicher Brückenbauer

    – Kirchenmann mit Format

    – kraftvoller Glaubenszeuge

    – glaubwürdiger Seelsorger.

     

    Und dann seine schlichten Lebensdaten:

    Karl Kardinal Lehmann – 1936 – 2018.

    Der Charakterisierung können wir aus vollem Herzen zustimmen.