seit vielen Jahren verbindet uns der gemeinsame Weg im Glauben, im Hoffen und der Liebe und im Dienst der Kirche Christi. Zum 20. Jahrestag meiner Bischofsweihe möchte ich mit Euch Gott für Seine Bewahrung und Führung danken, auf gemeinsame Jahre zurückblicken und den Blick auf die Aufgaben richten, die vor uns liegen können. Mit dieser Feier begebe ich mich auch in den kirchlichen Ruhestand, dann als Bischof Emeritus.
Allmächtiger Gott. Durch Deine Vorsehung wurde Dein Knecht Johannes der Täufer – von Wundern begleitet – geboren und dazu gesandt, den Weg Deines Sohnes durch die Predigt der Buße zu bereiten. Lass uns seinerLehre und seinem geheiligten Leben folgen, so dass wir wahrhaftig Buße tun, wie er gepredigt hat, und nach seinem Beispiel immerzu die Wahrheit sprechen, Böses mutig beim Namen nennen und um der Wahrheit willen auch geduldig leiden. Durch Deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zum St. Johannes-Tag
Das ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. (Ev. ST. Johannes 3,30)
Das gerade dieses Wort genau ein halbes Jahr vor dem Weihnachtsfest uns gegeben ist, erinnert mich daran, dass dieser Vers vom Lieblingsjünger des Herrn auch für uns ein rechtes Lebensmotto ist. Gerade die hinter uns liegenden Wochen haben uns vor Augen geführt, wie klein und hilflos wir sind. Corona. Jeden Tag gab es neue Regelungen, die doch alle nur unser Wohlergehen wollten. Hören wir doch einmal auf die Worte seiner Mutter anlässlich des Fests seiner Namensnennung. Jeder der Anwesenden hatte damit gerechnet, dass der Neugeborene nach seinem Vater benannt würde, also Zacharias (‚Jahwe gedenkt‘). Bis dann Elisabeth sich zu Wort meldete. „Nicht Zacharias soll er heißen, sondern Johannes (‚Jahwe ist gnädig gewesen‘).“ So wird Johannes zu einem Wegbereiter der Gnade Gottes. In allen Höhen und Tiefen seines Seins. Ihm wird es durch Gottes Ratschluss zuteil, dass er bei der Taufe des Herrn die Stimme vom Himmel höre: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Aber wie auch beim Herrn so ist auch der Weg des Johannes gezeichnet von Gewalt und menschlicher Willkür, bis ins Gefängnis, wo er schließlich enthauptet wurde. Und da schließt sich der Kreis der Gnade, Johannes der Täufer wird seitdem als Märtyrer verehrt. In einem kleinen lutherischen Kloster in Schleswig-Holstein gibt es noch eine hölzernere Abbildung des Kopfes von Johannes, den alle Konventualinnen bei ihrem Eintritt voller Ehrfurcht küssen. „Er muss wachsen, ich muss abnehmen“, dieses bekommt hier eine besondere Vertiefung des Glaubens. Und Jesus wächst immer mehr. Gerade dann, wenn wir sein Wort hören und bedenken und uns vom Evangelium anrühren lassen.
Es grüßt und segnet Euch
Euer Pastor Hajo Sievers
Nachruf aufRev. Canon William Jerdan
William S. Jerdan, 75 Jahre, wohnhaft in Warrenville, IL, starb am 27. Juni 2020. Er wurde am 24. November 1944 in Philadelphia, Pennsylvania, geboren. Die Eltern waren William HS & Eleanor Jerdan.
Bill war bis ins Innerste hinein ein Pastor, und dies drückte sich in allem aus, was er war und tat. Er begann als Teenager in der Reformierten Bischofskirche in South Carolina zu lehren und zu predigen. Er erwarb sich einen BA in Bibelkenntnis am Wheaton College (IL) und einen M. Div. vom Reformierten Episkopal Seminar in Philadelphia (PA). Nach der Ordination diente er zuerst als Pfarrer in der St. Lukes Kirche (REC) in Philadelphia. Im College fühlte er sich bereits berufen, der Kirche in Übersee zu dienen Als Reaktion auf diese Berufung zogen er und Diane 1972 nach Frankreich, wo sie mit der Eglise Reformée Evangélique 37 Jahre dienten. Während dieser Zeit arbeiteten sie in Pfarreien in den Städten Massy, Berre-Marignane, Montpellier und St. Martin de Londres.
Nach ihrer Rückkehr in die USA wurde Bill 2009 zum Executive Sekretär des Reformed Episcopal Board of Foreign Mission ernannt. In dieser Rolle erstreckte sich seine Seelsorge und sein Anliegen auf Kirchen in Deutschland und Kroatien innerhalb Europas, Kambodschas in Südostasien und Nepal in Südasien. Er versuchte die Kommunikation zwischen Kirchen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zu erleichtern. Zur gleichen Zeit war er und Diane an zahlreichen Lehreinsätzen im französischsprachigen Afrika für Pastoren beteiligt, die Gemeindegründungen in Senegal, Togo und Elfenbeinküste durchführten. Er freute sich auf einen neuen Einsatz bei diesen Missionen, als seine Diagnose festgestellt wurde. Bills pastorales Herz wollte vor allem, dass Gottes Leute gut ausgerüstet und gestärkt sind, um Gottes Werk effektiv zu machen. Seine Weisheit und sein sanfter Geist war auf das Ziel ausgerichtet, dass andere effektiv dienen sollten. Er war ein fürsorglicher Hirte, der immer und vor allem die Ehre des Großen Hirten der Schafe suchte.
Nach 52jähriger Ehe überlebte ihn seine Frau Diane, seine Kinder Stephanie (Gabriel) Weckesser, Daniel(Dulcia) Jerdan, Benjamin (Sarah) Jerdan und Jonathan (Sara) Jerdan; und seine 14 Enkelkinder. Weiter leben noch seine Geschwister Bruce Jerdan, Barry (Nancy) Jerdan, Brian (Kathleen) Jerdan, Robert (Rhonda) Jerdan und Bonnie (Frank) Sayles. Seinem Tod bereits vorangegangen war sein Enkel Josiah Weckesser. Aufgrund der anhaltenden Weltgesundheitskrise wird zu einem späteren Zeitpunkt ein Gedenkgottesdienst abgehalten.
Ansprache von Erzbischof Foley Beach an den Provinzrat zum Thema Rassismus am 23. Juni 2020
Erzbischof Dr. Foley Beach – Anglikanische Kirche in Nordamerika
Die letzten Monate waren nicht nur eine Pandemie, sondern auch ein Pandämonium (Chaos/Hölle). Wir haben das Böse beobachtet bei Mitchristen und einigen Polizisten in den letzten Wochen. Wir haben Trauerschreie gehört, in unserer eigenen Nachbarschaft und aus der ganzen Welt. Und die Schreie sind lauter geworden. Wir sahen, wie friedliche Proteste von Chaos und Gewalt übernommen wurden, wodurch unzählige Geschäfte und Wohnungen zerstört wurden. Verletzt wurden nicht nur Unbeteiligte, sondern auch über 800 Polizisten, von denen einige ebenfalls getötet wurden. Wir haben noch einen langen Weg zu gehen.
In den USA haben wir uns seit unseren Gründungstagen bemüht, die Auswirkungen des systemischen Rassismus zu überwinden, und wir wussten, dass eine Änderung der Gesetze niemals ausreichen würde. Siege für Bürgerrechte und für die Aufhebung unserer Rassentrennung an Schulen würden niemals ausreichen. Sie sehen, wir haben nicht nur ein Hautproblem, wir haben ein Sündenproblem. Wie Dr. Tony Evans von der Oak Cliff Bible Church in Dallas, Texas, kürzlich sagte: „Die evangelische Kirche muss sich zu Wort melden, wo sie über Ungerechtigkeit und Rassismus geschwiegen hat. Das größte Problem in der heutigen Kultur ist das Scheitern der Kirche. Wir hätten nicht einmal eine Rassenkrise in Amerika, wenn die Kirche es nicht konsequent versäumt hätte, Rassismus als die schwere Sünde, die er ist. Aber weil die Kirche ihn historisch ignoriert und heruntergespielt hat, ist das Problem immer noch existent. Wo die Kirche berufen ist, ein Beispiel zu geben, haben wir uns zusammengekauert.“
Wir haben es versäumt, das Problem der Sünde in unseren Herzen, Häusern, Kirchen, und Nationen vollständig und gründlich und tiefgreifend anzusprechen. Und als Kirche Jesu Christi, jetzt auch mit der sich schnell verändernden ethnischen Vielfalt Nordamerikas, zehren die systemischen Sünden von gestern immer noch an uns. Dies ist nicht nur ein Schwarz/Weiß-Problem. Fragen Sie unsere asiatischen Brüder und Schwestern. Fragen Sie unsere lateinamerikanischen Brüder und Schwestern. Fragen Sie unsere indianischen Brüder und Schwestern. Fragen Sie diejenigen, die der Herr aus anderen Nationen herbeigeführt hat. Die Bibel macht unmissverständlich deutlich, dass wir alle nach dem Bilde Gottes geschaffen worden sind. Genesis 1:27: Und Gott die Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er; und schuf sie als Mann und Frau.
Wir alle tragen das Bild von Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist. Jedwede Feindseligkeit zwischen Brüdern und Schwestern in Christus, besonders wegen der Hautfarbe, ist ein Affront gegen Gott und beschädigt unsere Seelen sowie die ‚gesegnete Gemeinschaft‘, die so viele von uns suchen. Das sollte uns verärgern! Aus der Schrift geht klar hervor, dass dies das Ziel der Menschheit ist, dass wir aus jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation eine große, schöne Familie sein werden (Offb. 7). So wird die Ewigkeit mit Gott und seinem Volk sein. Es ist nicht nur ein schönes Gefühl, sondern eine Realität der Kirche, die bereits existiert. Beten wir nicht im Vaterunser „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden“? Es gibt heute weltweit rund 2,5 Milliarden Männer, Frauen und Kinder, sie sich mit der Person Christi identifizieren. Und sie kommen aus fast jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation. Gemeinsam mit ihnen sind wir, wie der Apostel Paulus schreibt, „nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes (Eph. 2,19).
Während dies für die Kirche normal sein sollte, ist es nicht normal. Wir haben in unseren Nationen noch viel zu tun, aber noch mehr als Kirche, unsere Herzen zu erforschen, um zu sehen, ob es einen verletzenden Zug in uns gibt. Ich weiß, dass sich der Geist Gottes während der Ost-Afrikanischen Erweckung der 1930er Jahre auf einen weißen und einen schwarzen Mann ergoss. Sie bereuten ihre Sünden. Sie suchten Gott. Sie beteten und sie fasteten. Und dann brach der Heilige Geist auf mächtige Weise aus. Unsere GAFCON-Bewegung und die Anglikanische Kirche in Nordamerika wurden fast 90 Jahre lang tiefgreifend durch diese Erweckung geprägt und beeinflusst. Während dieser Zeit der Erweckung, so wurde mir gesagt, was die Menschen in den Kirchen und in den Städten bemerkten, gingen weiße und schwarze Missionare zusammen, predigten zusammen, beteten zusammen und feierten zusammen Gottesdienst. Und Gott der Vater schüttete eine Erweckung der Buße aus, die heute noch wirkt. Es ist eindeutig: „sie werden uns Christen an unserer Liebe erkennen.“ Wie Jesus gesagt hat: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh. 13,35).
Als Dr. Martin Luther King Jr. (und sein Vater) uns so furchtlos zu dieser Art von Liebe in gewaltfreien Handlungen aufriefen, wurden die Leute aufmerksam, sie reagierten, und es kam zu Veränderungen. Das passiert heute noch – Leute werden aufmerksam, Leute ändern sich, Leute bekehren sich – durch diese mutige und selbstlose Liebe Gottes in Aktion. Bischof NT Wright schrieb über diese Agape-Liebe: „Liebe bestätigt die Realität der anderen Person, der anderen Kultur, der anderen Lebensweise; Liebe macht sich die Mühe, die andere Person oder Kultur kennenzulernen und herauszufinden, wie er, sie oder es tickt, was sie ausmacht; und schlussendlich will die Liebe das Beste für diese Person oder Kultur.“
Rassismus wurde von Anfang an praktiziert. Und er ist in unserer Zeit noch nicht am Ende. Und leider wird er auch noch nicht am Ende sein, wenn Sie und ich verschwunden sind. Weil er in seiner Wurzel ein Sündenproblem ist. Wir brauchen Gott, um unsere Herzen als Kirche zu zerreißen. Wir brauchen die Menschen der Anglikanischen Kirche in Nordamerika, um die Art von Zärtlichkeit und Mitgefühl zu zeigen, die in dieser Zeit gebraucht werden. Wir brauchen hörende Ohren. Wir brauchen Nachdenklichkeit. Wir brauchen die Predigt. Wir brauchen Demut. Wir brauchen Gnade. Wir müssen darauf hinwirken, dass die Anglikanische Kirche in Nordamerika so aussieht wie „Dein Reich im Himmel wie auf Erden.“
Vor einigen Jahren konnte das Bischofskollegium Dr. Albert Thompson von der Mittelatlantik-Diözese sprechen hören über die Geschichte unseres anglikanischen Erbes und das Versagen im Bereich Rassismus, die vielen Ungerechtigkeiten sowie einige der Fortschritte, die wir im Laufe der Jahre erzielt haben. Letztes Jahr in Plano zu unserem 10-jährigen Jubiläum haben wir Rev. Anthony Thompson von der Südosten-Diözese gehört. Seine geliebte Frau wurde zusammen mit acht weiteren Menschen von einem hasserfüllten und vor Rassismus schäumendem Mann erschossen, während sie in der Mutter-Emmanuel-Kirche in Charleston eine Bibelstunde abhielten. Anthony erzählte uns von der Macht des Evangeliums Jesu und wie diese es ihm möglich machte, dem Mann zu vergeben, der seine Frau ermordet hat. Trotz dieses Bösen sahen wir in der Stadt Charleston Brüder und Schwestern wie Anthony, die mit der Liebe Jesu und der unglaublichen Kraft der Vergebung reagierten.
Wir müssen unsere Herzen erforschen und sicherstellen, dass wir als anglikanische Kirche im Norden keinen beleidigenden Zug in uns tragen. Alle Worte über geistliche Erneuerung und Wiederbelebung in der Bibel richten sich nicht an die nichtchristliche Kultur, sondern an das Volk Gottes. Wir müssen in uns selbst schauen. Und es beginnt bei mir. Was der Herr mir über mich selbst in den letzten Wochen gezeigt hat, ist Folgendes: Ich habe die unglaubliche Belastung und den Schmerz nicht verstanden, mit denen viele meiner schwarzen Brüder und Schwestern jeden Tag leben. Ich habe nicht mit denen geweint, die weinen. Und ich habe die Tiefe der Auswirkungen von Rassismus und Ungerechtigkeit nicht verstanden. Ich habe die Belastung eines Lebens nicht verstanden, das geprägt ist von rassistischen Handlungen, Beleidigungen und Systemen, die sie jeden Tag ertragen müssen, noch habe ich die Angst verstanden, mit der sie ständig leben, Angst um sich und ihre Familien. Es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir dürfen nicht blind sein für die Sünde des Rassismus und sie in unserer Mitte ignorieren.
Austin Channing Brown schreibt in „I’m Still Here“ über eine weiße Studentin, die nach dem Besuch eines Museums für Lynchjustiz zu ihren Klassenkameraden sagte: „Ich weiß nicht, was ich mit dem, was ich gelernt habe, anfangen soll. Ich kann euren Schmerz nicht heilen und ich kann ihn nicht wegnehmen, aber ich kann ihn sehen. Und ich kann für den Rest meines Lebens daran arbeiten, dass eure Kinder nicht den Schmerz des Rassismus erleben müssen.“ Brown schreibt weiter: „Und dann hat sie neun Worte gesagt, die ich nie mehr vergessen habe: ‚Nichts zu tun ist für mich keine Option mehr.‘“
Fühlt sich einer von euch so? Ich schon. Wie kann ich die Last eines anderen tragen (Gal 6,2), wenn ich nicht verstehe, was sie ist? Wie kann ich mich mit denen freuen, die sich freuen, und mit denen weinen, die weinen, wenn ich mich nicht in Beziehung setze? (Röm. 12,15). Ich höre heutzutage viel zu. Ich erlebe mich sehr traurig. Ich erlebe mich wütend. Ich erlebe, wie ich mich danach sehne, dass „all die traurigen Dinge unwahr werden“. Und doch weiß ich, dass nichts davon eine Überraschung für unseren Herrn ist und dass ich auf ihn vertrauen kann.
Brüder und Schwestern in Christus, ich unterstütze in keiner Weise jene Bewegungen, die nach Anarchie rufen, nach Zerstörung der Familie und der Auflösung unserer Regierung. Unsere Regierungsform hat mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Befreiung gebracht als JEDE andere. Wir können jedoch den Schmerz unserer Brüder und Schwestern nicht ignorieren. Es wird nicht durch politische Parteien, Kundgebungen, Parolen oder Märsche geschehen, dass unsere Einstellungen und Praktiken geändert werden, dass die Seelen unserer Nationen bekehrt werden. Sie können einen gewissen Effekt haben, aber die tiefe Veränderung, die wir alle brauchen, wird durch Erweckung geschehen, die aus der Umkehr entsteht – indem wir uns von unserer Sünde abwenden und uns Gott und seine gerechten Wegen in Jesus Christus zuwenden.
Ihr könnt genau dort beginnen, wo Ihr seid. In eurem eigenen Herzen, in eurer eigenen Beziehung zu Gott – der erste Schritt. Dann in eurer eigenen Gemeinde – jeweils mit einer Person. Eine Beziehung nach der anderen. Eine Handlung nach der anderen. Die Hand ausstrecken und eine Beziehung aufbauen mit jemandem, der anders ist als Sie. Ein Regentropfen scheint nicht viel zu sein, aber gemeinsam mit anderen Regentropfen kann er eine heilende Flut erzeugen.
Lassen Sie mich Ihnen von C.J. Pearson erzählen. Er ist ein 17-jähriger schwarzer Teenager in Atlanta. Er entschied, dass er etwas bewirken wolle, um schwarzen Geschäftsinhabern zu helfen, deren Geschäfte von Randalierern und Plünderern beschädigt oder zerstört wurden. Er sagte: „Ich habe so viele Videos von Amerika in Flammen gesehen, jede einzelne Nacht, und es hat mir das Herz gebrochen. Aber es hat mir auch das Herz gebrochen zu sehen, dass schwarze Geschäftsleute litten, während Leute ‚Black Lives Matter‘ riefen.“ Also setzte er es sich zum Ziel, 30.000 US-Dollar zu sammeln, um geschädigten schwarzen Unternehmen zu helfen. Innerhalb weniger Tage hatte er 160.000 Dollar gesammelt. C.J. sagte: „Ich muss Ihnen sagen, ein Wendy-Restaurant oder irgendeine sonstige Einrichtung niederzubrennen hilft meinem schwarzen Leben nicht weiter. Ich wollte zeigen, dass Konservative zusammenkommen können und dass wir farbigen Menschen tatsächlich helfen können. Wir sagen nicht nur ‚Black Lives Matter‘, sondern zeigen, dass sie von Bedeutung sind. Wir reden nicht nur heiße Luft, sondern untermauern unsere Worte mit Taten und Ergebnissen.“
17 Jahre alt!
Als Kirche können wir dieses Thema diskutieren und reden und reden und reden. Und wir werden es tun. Die Akademiker, die Theologen, die Blogger und sogar unsere eigene Arbeitsgruppe, aber wie heißt es so schön: „Worte sind Schall und Rauch.“ Was werden wir TUN? Was möchte der Herr, dass wir TUN? Es gibt jemanden in eurer persönlichen Welt in diesem Moment, mit dem Ihr eine Beziehung aufbauen könnt, den Ihr kennenlernen könnt, dem Ihr helfen und im Namen Jesu dienen könnt. Lasst uns das tun. Eine Person nach der anderen.
Vor einigen Jahren begannen schwarze, weiße und hispanische Pastoren hier in der Gegend von Atlanta eine Bewegung für Rassenversöhnung, die wir OneRace nannten. Wir hatten erkannt, dass Kirchen gleich die Straße runter voneinander sein können, und trotzdem kennen sich die Pastoren nicht nur nicht, sondern kennen nicht einmal die Namen der anderen. Wir haben beschlossen, dass es nicht ausreicht, nur den Pastor zu kennen, sondern auch die Familien des anderen, und nicht nur Brüder in Christus zu werden, sondern Freunde. Dies führte zu einem Ereignis im Jahr 2018, als 400 Pastoren einen Marsch von Tausenden von Menschen anführten, um auf die Spitze des Stone Mountain außerhalb von Atlanta zu steigen. Wenn Sie etwas über Stone Mountain wissen, dann, dass hier das erste KKK-Kreuz als Symbol des Hasses gegen Juden und Schwarze verbrannt wurde. Wir kletterten nach oben, weiße, schwarze, braune Männer und Frauen. Wir haben gesungen und geweint und Buße getan. Wir klagten über die Geschichte, die den Tod und die Zerstörung unserer Familien, unserer Brüder und Schwestern in Christus bedeutete.
Und wir erhoben ein neues Kreuz und beteten gegen die Geister des Bösen und des Hasses, die an jenem Tag freigelassen wurden. Wir baten Gott, den Rassismus in unserer Stadt und in unseren Gemeinden zu beenden und geistliche Erneuerung herbeizuführen. Wir sahen ein Bild bestehend aus jedem Stamm, jedem Volk, jeder Nation. Wir haben die Dinge so gesehen, wie sie sein sollten und nicht so, wie sie waren. Und ich muss sagen, was wir gemeinsam sahen: ein Volk, ein Körper, eine Familie, eine Rasse – alle in Jesus Christus – war nichts geringeres als ein Wunder. Ich bete, dass es so in der Anglikanischen Kirche in Nordamerika sein wird. Lasst uns dafür miteinander beten und lasst uns draußen in unseren örtlichen Gemeinschaften etwas bewirken. Gott hat Euch und mich hierher gestellt für eine Zeit wie diese.
Mit tiefer Dankbarkeit und heiliger Verantwortung dürfen Allison und ich Euch dienen. In diesen Zeiten der Angst, des Schmerzes, des Kummers, der Unsicherheit und der Unruhe erinnern wir uns, dass wir einem Gott der Güte und Gunst gegenüber uns allen in Jesus Christus dienen. Seine erstaunliche Gnade ist im Überfluss vorhanden.
Seine unverdiente Gunst gilt allen, die im Glauben zu ihm gekommen sind. Er liebt Euch und mich mit seiner unerschöpflichen und unerschütterlichen Liebe. Er hat unsere Sünden so weit von uns entfernt, wie es der Osten vom Westen ist (Ps. 103,12). Wie der Prophet Jesaja sagte: „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Purpur, soll sie doch wie Wolle werden“ (Jes. 1,18). Aufgrund seiner Vergebung und seines Heiligen Geistes wissen wir, dass „denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“ (Röm 8,28). Deshalb verlieren wir nicht den Mut. Wir verzichten nicht auf unseren Glauben. Wir werden keine Angst haben. Sondern lasst uns unsere Augen auf Ihn richten, der der Herr der Herren ist und der König der Könige, unser Herr Jesus Christus! In Ihm ist unsere HOFFNUNG!
Der Herr segne dich und behüte dich, lasse sein Gesicht leuchten über dir und gib dir seinen Frieden. Im Namen Gottes des Vates, Gott des Sohnes und Gott des Heiligen Geistes. Amen.
Aktuelles aus St Julian’s
(Anglikanische Gemeinde Rhein-Neckar)
In diesem Jahr hatten wir keine Gemeindefahrt geplant und das war dann angesichts der Coronakrise ja auch ganz passend. Im nächsten Jahr gehen wir allerdings wieder auf Tour, wobei unser Ziel auf der nördlichen Seite des Riesengebirges in Polen liegt. Denn unsere Fahrt 2021 führt ins „Tal der Schlösser“, südlich von Hirschberg/Jelenia Gora, wo wir ein paar Tage bleiben werden, um uns die Gegend anzuschauen und vielleicht auch ein wenig die Kur-Atmosphäre zu genießen. Auf der Hinfahrt nach Polen werden wir Zwischenstation in Erfurt einlegen, zurück in die Pfalz geht es über Prag, die „goldene Stadt“. In den nächsten Monaten folgen nähere Informationen, die auf unserer Homepage www.anglikanisch.org/auf -tour/ veröffentlicht werden. Aber natürlich stehe ich gern auch telefonisch oder per E-Mail für Rückfragen bereit.
Eine Erfahrung, die St Julian’s mit allen anglikanischen Gemeinden in Deutschland teilt, besteht darin, dass die Mitglieder der Gemeinde und des Trägervereins, ganz zu schweigen von den zahlreichen Freunden, die uns unterstützen, doch ziemlich weit über die Region verstreut leben. Um die Verbindungen zu halten, nutzen wir u.a. soziale Medien sowie unseren Gemeindebrief „Die Haselnuss“, der zwei Mal pro Jahr erscheint.
Darüber hinaus möchten wir ab diesem Sommer allen, die mit uns über Gottesdienste, Fahrten und andere Veranstaltungen in Kontakt treten, einen kleinen Geburtstagsgruß zukommen lassen und hoffen, dass wir Ihnen damit eine Freude bereiten.
Weitere Infos über St Julian‘s, unsere Gottesdienste und Veranstaltungen unter www.anglikanisch.org oder auf Facebook.
Joachim Feldes
Aktuelles vom Sankt-Benedikt-Seminar
Pfr. Dr. Winfried Küttner
Dass sich unser Seminar in den letzten Jahren so stabil entwickelt hat, ist insbesondere unserem Kollegen Winfried Küttner zu verdanken, der Ende des vergangenen Jahres seine Arbeit als unser Studiendekan beendet hat. Bei seiner Verabschiedung im Wintersemester 2019/20 hat Bischof Gerhard die zahlreichen Verdienste von Winfried herausgestellt, und wir dürfen ihm wirklich außerordentlich dankbar sein, denn ohne seinen tatkräftigen und zuverlässigen Einsatz wäre das Seminar niemals über ein theoretisches Konzept hinausgekommen.
Auch die internationale Vernetzung des Sankt-Benedikt-Seminars verdankt sich entscheidend Winfrieds Engagement. Es hat sich ein guter Austausch mit dem anglikanischen Seminar im kroatischen Osijek und anderen Seminaren der REC in den Vereinigten Staaten entwickelt.
Seit Anfang dieses Jahres steht das Sankt-Benedikt-Seminar zudem mit Institutionen der theologischen Aus- und Weiterbildung innerhalb der Anglican Communion in Verbindung. Seinen Anfang nahm diese Entwicklung im Frühsommer 2019, als ich bei einer ekklesiologischen Tagung in der Benediktinerabtei Mirfield (zwischen Manchester und Leeds) mit Stephen Spencer zusammentraf, dem Director of Theological Education in the Anglican Communion (TEAC), also quasi dem Bildungsminister von Erzbischof Justin. Diesen ersten Austausch konnte ich Anfang 2020 bei einem Treffen im Anglican Communion Office in London fortsetzen, wobei dieses Mal Jolyon Trickey mein Gesprächspartner war. Jolyon koordiniert bei TEAC das Programm „Education for Discipleship“, das sich als explizit missionarisch versteht und deshalb für uns als missionarisch geprägte Kirche von besonderem Interesse ist. Seit meinem Treffen im Januar steht unser Dozententeam im Kontakt mit dem Team von TEAC und in diesem Zusammenhang auch mit John Kafwanka, einem Kollegen aus Sambia, dem Mission Director der Anglican Communion.
In diesem Jahr hat das Dozententeam noch einmal sachkundige Verstärkung bekommen und freut sich, jetzt einen ausgewiesenen Alttestamentler in seinen Reihen zu haben. Dr. Martin Nitsche hat an der Goethe-Universität Frankfurt/Main die Dozentur für Altes Testament und christlich-jüdische Schrifthermeneutik inne. Seit dem Sommersemester 2020 übernimmt er die Vorlesungen zur Einleitung in das AT sowie für alttestamentliche Exegese. Willkommen am Sankt-Benedikt-Seminar!
Weitere Informationen über das Seminar, unser Team, unser Curriculum und Veranstaltungen auf www.benediktseminar.org.
Heute werde ich in einem großen Alten-und Pflegeheim eine Andacht halten. Da oft bis 60 und mehr Menschen anwesend sind, haben wir uns entschieden, die Andacht über Mikrofon in die Zimmer und Räume zu übertragen.
Das Corona Virus macht vielen Angst. Immer mehr Menschen werden auch in Deutschland angesteckt. Bis heute (zum 12.03.20) sind es ca. 1600. In Italien sind es bereits 12500 und weltweit in 118 Ländern der Erde bereit 124,600.
Röm 8, 35 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 36 Wie geschrieben steht (Psalm 44,23): »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.« 37 Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Haben denn Christen auch Ängste? Römer 8, 35 – gibt uns Antwort: Denn auch Trübsal und Angst können uns nicht scheiden von der Liebe Christi.
Wer profitiert heute und auch sonst am meisten von der sich umhertreibenden Angst? Verschiedenen Wirtschaftszweige, die Lebensversicherungen, alle anderen Sicherheitssysteme, Hygiene Produzenten, uw. Viele versuchen mit den Ängsten Geld zu machen, sich bei Todesfall, Unfall, Arbeitsunfähigkeit oder unerwarteter Krankheit abzusichern. Im Leben haben wir es immer mit der Angst zu tun. Doch im Leben kann man sich nicht 100% absichern.
Auch als Christen haben wir Ängste, aber sie können uns nicht trennen von der Liebe Christi, unseres Herrn.
2 Kor 2,4 sagt Paulus: Denn ich schrieb euch aus großer Trübsal und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit ihr betrübt werden sollt, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich habe besonders zu euch.
Auch Paulus und Geistliche, Missionare und christliche Mitarbeiter kennen Ängste. In diesem Fall hatte Paulus Angst, dass die Korinther seinen Brief, seine Botschaft, falsch verstanden und aufgenommen haben könnten.
Heute nun macht uns das Corona Virus Angst. Immer mehr Menschen werden in Deutschland angesteckt. Bis heute sind es ca. 1600. In Italien sind es bereits 12500 und weltweit in 118 Ländern 124,600. Weder bei Veranstaltungen noch auf Reisen oder bei der Arbeit können wir uns direkt abschotten. Auch nicht in der christlichen Gemeinde. Menschen sind beruflich oder auch für unseren Herrn Jesus unterwegs. Was machen wir da mit unseren Ängsten? Bringen wir sie zu Jesus? Oder verkrampfen wir uns im Kopf und dann im Bauch, Nieren, Rücken? Menschen werden schon krank bei dem Gedanken der jetzigen Unsicherheit und Hilflosigkeit. Auch die geschieht durch die überall gegenwärtigen Medien, christliche oder weltliche, besonders durch aufgebauschte Warnungen.
Doch von Paulus lernen wir: Er ist mit seinen Ängsten zum Herrn gegangen. Hast du jetzt vielleicht Angst vor dem Himmel und auch dem Ende deines Lebens? Oder kennst du die Hoffnung und die Freude über deinen eigenen Tod hinaus? Hast du vielleicht Angst, dass du dein Heil verlieren könntest? Oder hast du Gewissheit des Heils und des ewigen Lebens?
Bringen wir unsere Sorgen über irdische und himmlische Ängste und die um unsere Heilsgewissheit doch zu Jesus! Solche Ängste sind aber heilsam und nützlich. Wenn wir krank sind oder alt werden fragen wir uns: Sind wir gerettet?
In Joh 10,29 hören wir: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. 30 Ich und der Vater sind eins.
Wir sollen sicher sein: Jeder, der Jesus angenommen hat und ihm nachfolgt, der kann nicht verloren gehen. Denn niemand kann dich aus der Hand des Vaters reisen, und niemand kann uns aus der Liebe Gottes reißen. Doch weiter: Wir sollen heute auch nicht leichtfertige leben.
Der Sitz im Leben – Das Coronas Virus.
Mit dem sächlichen Hauptwort virus bezeichneten die alten Römer Schleim, Saft oder Gift. Ärzte sagen das – in der Umgangssprache hat es sich schon angepasst wie die Viren auch mit dem Artikel DER, und dies ist auch richtig. – Wo ist also der/das Virus zuhause? Das Virus kann sich nur in den Zellen auswirken, aber, wie breitet es sich aus? Es breitet sich durch Tröpfchen aus. Das wissen wir von der Biologie. Wie aber breitet sich das geistliche Coronavirus aus? Das geistliche Caronavirus ist die Sünde, sie breitet sich auch durch den Menschen aus von einem zum anderen. Aber er wirkt nur in dem Menschen im Innern. Doch wir müssen uns von dem Virus der Sünde fernhalten. Wir dürfen uns nicht von dem Virus Sünde anstecken lassen. Wie geschieht dies? Indem wir vor ihm fliehen, uns fern halten von den Sünden: Von Hochmut, Hurerei, Halsstarrigkeit, Selbstsucht etc. Wir wollen keine gemeinsame Sache mit Sündern, bösen Ideen und Handlungen haben. Siehe Psalm 1,1 sich nicht in den Versammlungsstätten der Sünder Narren treffen.
Jesus sagt aber zu den Sündern: Kehrt um, bekennt eure Sünde, haltet euch dann aber fern von der Sünde.
Deshalb wollen wir auch nicht die große Veranstaltung der Sünder besuchen, wollen nicht gemeinsam mit den Sündern feiern. Denn wir wollen werde körperlich noch geistlich zum Verderben angesteckt werden. Jesus sagt über böse Lehren und böse Werke, dass sie im Herzen beginnen. Die Schrift sagt, wir sollen uns von ihnen trennen. Dann brauchen wir keine Angst von dem geistlichen Coranavirus haben, nämlich, dass wir uns anstecken oder dass wir dann andere anstecken werden.
2 Johannesbrief sagt uns:9 Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. 11 Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken.
Wir wünschen, dass Sie sich von dem geistliche Virus der Sünde und dem Coronavirus absondern, Abstand halten, sich nicht permanent auf Sünde einrichten, sondern geistlich und körperlich gesund bleiben. Aber auch in der Fastenzeit vorsichtig bei weltlichen Treffen bleiben.
Weitere Informationen: s.d. Bundesamt für Bevölkerungsschutz
‚Tauet, Himmel, den Gerechten! Wolken, regnet ihn herab,‘ so singen wir in der Adventszeit mit den Worten des bekannten Adventslieds aus dem 18. Jahrhundert. Diese Sehnsucht nach Gottes Recht und Gerechtigkeit geht zurück bis in die alttestamentlichen Zeiten, als Moses das ganze Bundesvolk Israel am Horeb zusammenrief, um ihnen zu sagen: „Höre, Israel, die Satzungen und Rechte, die ich euch heute verkünde; lernt sie, haltet sie und handelt danach“ (5. Mose/Deuteronomium 5,1 [ZB]).
Später sehnte sich das Volk Israel aufgrund des in ihrer Umwelt erlebten Unrechts nach Gottes Gerechtigkeit, denn seine Herrschaft ist grundlegend bestimmt von Recht und Gerechtigkeit. In Psalm 97,1 – 2 [ZB] lesen wir:
„Der HERR ist König. Es jauchze die Erde, freuen sollen sich die vielen Inseln. Gewölk und Wolkendunkel ist rings um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.Gott liebt Gerechtigkeit und Recht, von der Gnade des HERRN ist die Erde voll“ (Psalm 33,5 [ZB]).
Jesaja prophezeit über den kommenden Messias: „Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Die große Herrschaft und der Frieden sind ohne Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit, von jetzt an bis in Ewigkeit“ (Jesaja 9,5 – 6 [EÜ]).
Der Apostel Andreas bezeugt uns, wer der vom Volk ersehnte, gottgesandte Gerechte und Messias ist, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern; nach Johannes 1,41 – 42 sagte Andreas als er seinen Bruder Simon trifft: „Wir haben den Messias gefunden – das heißt übersetzt: Christus. Und er führte ihn zu Jesus.“
20. Synode der Anglikanischen Kirche i. D.
Kommission für Verfassung und Kanones
Vorsitzender der Kommission
Fortsetzung – Pastor Gerhard Kirchgeßner
Beschlüsse der 20. Synode zum Kirchenrecht
Paulus vergleicht die Kirche mit einem Leib, dessen Haupt Christus ist und in den die Christen durch die Taufe eingegliedert werden (vgl. 1 Kor 12,13 [EÜ]). Von Christus als dem Haupt her wird der ganze Leib durch Gelenke und Bänder versorgt und zusammengehalten und wächst durch Gottes Wirken (vgl. Kol 2,19 [EÜ]). Wir dürfen unser überschaubares Bistum als Teil des mystischen Leibes Christi verstehen. Um es zu festigen und zu stützen, möchten wir als Kommission dazu auch unseren Beitrag durch ein adäquates Recht leisten.
Gewiss haben die Beschlüsse der 20. Synode des Bistums der Anglikanischen Kirche in Deutschland (AKD) vom 26. Oktober 2019 keine staatspolitischen oder allgemeingesellschaftlichen Auswirkungen für das deutsche Rechtssystem. Aber sie haben innerkirchliche Bedeutung für die rechtliche Stellung unseres Bistums, für das Miteinander von Bischof und Synode, Bistumsrat und Erzdiakon, Geistlichen und Gemeinden, Orden und dem Theologischen Seminar in der AKD usw. Nicht zuletzt erhält der Stand der Diakoninnen eine rechtliche Grundlage, wie sie es in Canon 22 der Constitution & Canons der Reformed Episcopal Church (REC) in den USA schon seit geraumer Zeit gibt.
In mehreren Vorentwürfen der Kommission für Verfassung und Kanones zur Aktualisierung und Ergänzung des bestehenden Kirchenrechts zur 19. Synode revidierte die Kommission aufgrund der klarstellenden Hinweise von Presiding Bishop Dr. Ray Sutton, REC, und Ordinarius, Bischof Gerhard Meyer, die ursprünglichen Anträge für eine umfassendere Novellierung der Verfassung und Kanones der AKD. Näheres zu den Beweggründen kann hierzu auch aus dem erzbischöflichen Hirtenschreiben vom 16. Juni 2019, veröffentlicht in der Kirchenzeitung der AKD, Ausgabe Nr. 6 (S. 10 – 14), entnommen werden. Die Kommission hat ihre Arbeit daraufhin auf zwei Anträge an die 20. Synode konzentriert.
Antrag 1 betraf zum einen die Aktualisierung der Verfassung und Kanones (VuK) der AKD bezüglich der Namensgebung und des Übergangs von einem Missionsbistum zu einer vollwertigen Diözese.
Das Missionsbistum – bekannt geworden als Reformierte Episkopalkirche in Deutschland – wurde durch den vormaligen REC Presiding Bishop Royal U. Grote im Rahmen der 16. Synode zu einer Diözese der REC mit einem eigenen Bischof als Ordinarius erhoben und trägt nunmehr den Namen „Anglikanische Kirche in Deutschland“.
Zum anderen wurde mit dem Antrag 1 in Abgrenzung zu dem bisherigen Begriff „Lektor“ die für deutsche Verhältnisse treffendere Bezeichnung „Prädikant“ eingeführt.
Antrag 2. In einem zweiten Antrag wurde der Synode der Entwurf einer Bistumsordnung vorgestellt, worin verschiedene Bereiche ergänzend oder klarstellend für das deutsche Bistum geregelt werden sollten. Eine formale Änderung der aktuell gültigen Verfassung oder der Kanones war damit ausdrücklich nicht verbunden.
Erzbischof Dr. Ray Sutton
Die Kommission hat für den Antrag 2 die Anregung von Presiding Bishop Sutton während der Aussprache auf der 19. Synode der AKD entsprechend aufgegriffen und einige Ergänzungen des Kirchenrechts als rechtlicher Zusatz zu der aktuell gültigen VuK der AKD in Form einer Bistumsordnung (BiO) vorgeschlagen. Die BiO steht unterhalb des rechtlichen Rangs der Verfassung und Kanones; die enthaltenen diözesanen Bestimmungen sind auf Geschäftsordnungsebene angesiedelt und können als Ausführungsbestimmungen oder als rechtliches Addendum zum geltenden Recht gesehen werden. Die eingeführten kirchenrechtlichen Zusatzregelungen sind zudem zunächst zur praktischen Erprobung auf vorläufiger Basis vorgesehen und sollen somit testweise Anwendung finden. Die Erprobungsphase läuft befristet bis 2024. Die Synode kann dann über eine Verlängerung, Änderung oder auch Aufhebung entscheiden.
Bei festgestellter Bewährung wäre es möglich, einzelne Regelungen der BiO in die Verfassung und Kanones zu übernehmen oder auch einzelne Teile als eigenständige Geschäftsordnung für die Synode oder den Bistumsrat herauszulösen und weiterzuentwickeln.
Nicht nur wegen der Bestimmungen über die Wahl des Bischofs, sondern auch bezüglich der Einführung des Amtes eines Erzdiakons und der möglichen Einrichtung von Dekanaten sieht die Kommission die BiO als eine Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung des Bistums an und will einen rechtlichen Rahmen dafür zur Verfügung stellen.
Während des Verfahrens wurden von der Kommission im Zuge von verschiedenen Konsultationen bzw. Beteiligungsmöglichkeiten der Geistlichen sowie bei der Sitzung der Synode Beiträge zum Inhalt der Anträge gesammelt; diese Anregungen konnten weitgehend eingearbeitet werden.
Durch die Einstimmigkeit der Synoden-Beschlüsse zu beiden Anträgen sieht sich die Kommission in ihrer rechtlichen Arbeit insoweit bestätigt. Durch geeignete Bekanntmachung in der Kirchenzeitung sollen die betreffenden Bestimmungen verkündet und in Kraft gesetzt werden.
Für die Kommission, Buchen, im Advent 2019
Reformationstreffen Lutheraner – Anglikaner in Wittenberg
Vom 28.-31. Oktober fand ein Reformationstreffen von Anglikanern und Lutheranern in der Alten Lateinschule zu Wittenberg statt. Teilnehmer waren die Missouri Synod USA; Lutheran Church of Canada, Anglican Church of North America, Reformed Episcopal Church, Anglikanische Kirche in Deutschland, Free Church of England und REC Kroatien.
Die Teilnehmer wohnten in der Alten Lateinschule. Das Treffen begann täglich mit gemeinsamen Andachten. Die Bischöfe Foley Beach und Ray Sutton sprachen über die Entstehung von ACNA (Anglikanische Kirche in Nordamerika) und die Beteiligung der REC als Mitbegründerin der ACNA Kirchengemeinschaft, auch über GAFCON (Globale Anglikanischen Zukunftskonferenz) und über den Stand der ökumenischen Beziehung zur Lutherischen Kirche in Kanada und der Missouri Synode. Bischof Voigt von der SELK (Selbständig Lutherische Kirche) sprach über die Geschichte der SELK und von ihrer Entstehung bis heute. Von der Missouri Synode hörten wir die Geschichte ihrer Entstehung, ihren jetzt 2 Millionen Mitgliedern, ihren verschiedenen Aufgaben im Lutherischen Weltbund sowie über Theologie, Mission, ihre Ekklesiologie und dem damit verbundenen Verständnis des historischen Bischofsamtes. Weiter gab eine gemeinsame Besichtigung der wichtigsten historischen Stätten in Wittenberg. Ein Teil der Gruppe fuhr nach Eisleben, andere besichtigten das moderne rote Panorama Gebäude in Wittenberg mit einem 360° Innenbild der Stadt um 1517 mit Multimediashow.
Teilnehmer des Treffens aus Kanada, USA, England, Kroatien und Deutschland
Der Seminarleiter der SELK von Oberursel traf am Ende des Treffens ein. Er stellte die SELK Ausbildungsstätte vor, ihre Entstehung, die höchste Studenten Zahl von einst 140, die z. Z. sich auf 24 beläuft, das Curriculum und auch die Möglichkeit, dass Gaststudenten und auch Zeit-Studenten bei ihnen wohnen oder teilnehmen können. Ich selbst stellte das St. Benedikt Seminar der AKD vor, wies auf die Ausbildung für unsere Kirche ohne staatliche Anerkennung hin, erklärte, dass das 1. Jahr zum Prädikanten, das 2. Jahr zum Diakon und das 3. Jahr zum Presbyter/Priester ausbildet. Zuvor hatte ich allen Teilnehmern unser Curriculum auf Deutsch und Englisch zugesandt. In diesem Zusammenhang überreichte ich auch dem amtierenden Bischof Vogt (SELK) unseren neuen anglikanischen Katechismus. Auch Bischof Milic aus Kroatien war anwesend und stellte das eigene Seminar in Osijek als Ausbildungsstätte der REC in Kroatien dar. Weiter nahm ein ehemaliger Dozent aus Osijek, jetzt methodistischer Pastor in der Nähe von Hanau, an diesem Lutherisch-Anglikanischen Treffen teil.
„Thanksgiving Day“ in Berlin
Von Gregor Janik
Am Samstag, dem 30.11.2019 folgten 30 Personen der Einladung zur Feier des Thanksgiving Day in unsere Gemeinde Christ Church Anglican in Berlin. Eigentlich hätten wir diesen Tag am Donnerstag feiern müssen, denn in den USA wird dieser Feiertag – am vierten Donnerstag im November gefeiert.
Aber da Thanksgiving in Deutschland (noch) kein Feiertag ist und viele in der Woche arbeiten mussten, sind wir auf den Samstag ausgewichen. Es war übrigens bereits das zweite Mal, dass wir diesen Tag mit Gästen gefeiert haben.
Thanksgiving war ursprünglich ein Erntedankfest und wurde erstmals von den aus England nach Amerika ausgewanderten Pilgrimfathers 1621 begangen, als sie die erste Ernte in der neuen Welt einbrachten. George Washington hat sich 1789 für diesen Tag engagiert, der sich nach und nach in den einzelnen Bundesstaaten der USA durchsetzte, bis 1940 Präsident Roosevelt im Einvernehmen mit dem Kongress den vierten Donnerstag im November zum gesetzlichen Feiertag erklärte. Thanksgiving ist ein Tag des gemeinsamen Essens mit Freunden und Verwandten. Bestimmt war unsere Feier in Berlin auch typisch amerikanisch:
Es gab Truthahn (Turkey), Stuffing (Beilagen:geröstete Brotstücke mit Pilzen), Green Beans (Grüne Bohnen mit Speck) und andere Köstlichkeiten aus der amerikanischen Küche sowie selbst gemachte Salate und den unverzichtbaren Pumpkin Pie (Kürbiskuchen).
Jedenfalls war mehr vorhanden als wir verzehren konnten. Die Stimmung war gut und es waren viele Gäste anwesend, die bisher noch nicht in den Räumen der Connections Library, die Christ Church nutzt, gesehen wurden.
Viele sind der Einladung unserer Mitglieder und regelmäßigen Gottesdienstbesucher gefolgt und haben das, wie sich aus den Gesprächen ergab, nicht bereut. Viele anregende Gespräche wurden geführt, die unterbrochen wurden von wiederholten Nachschlägen am Buffet. Es war ein interessanter und spannender Abend, von dem sich alle einig waren, ihn nächstes Jahr zu wiederholen.
New Wineskins Konferenz in USA und Gemeindebau in Frankfurt
Jares Wensyel, l., David Ayres, Berlin; m., Abbi Wensyel, r.
Gebet und Netzwerk, um Gottes Reich voranzubringen bis zum Ende der Welt – von Jared Wensyel, Frankfurt
Ende September flogen meine Frau, Abbi, und ich nach USA, um unsere Familie zu besuchen und in manchen Gemeinden zu reden, um einen Spenderkreis aufzubauen. Für unsere neue Gemeindegründung in Frankfurt bin ich gerade dabei Spenden zu sammeln, um mein Gehalt als Pastor für die Gemeindegründung zu finanzieren. Wir hatten die Möglichkeit, uns mit mehreren Gemeinden und Personen zu treffen, die unsere Gemeindegründung jetzt schon finanziell unterstützen oder auch zukünftig unterstützen werden.
Während dieser Zeit durften wir zusammen mit Pfr. David Ayres aus Berlin eine tolle Konferenz in North Carolina erleben, genannt New Wineskins. Dort kamen mehr als 1200 Anglikaner zusammen, um über Weltmission zu sprechen. Es gab mehrere Präkonferenzen, u. a. eine Tagung mit dem Namen “Always Forward” über Gemeindegründung, bei der sich Gemeindegründer aus der ganzen Welt trafen, um solche Vorträge zu hören und über eigene neue Gemeindegründungen auszutauschen.
Bei der Hauptkonferenz gab es neben sehr lebendigen Lobpreiszeiten auch intensive Gebetszeiten und sehr spannende Vorträge aus der ganzen Welt. Zwischen den Hauptzeiten wurde man reichlich mit Essen und Getränken versorgt und es gab die Möglichkeit, Workshops zu verschieden Themen zu besuchen, bei der Buchhandlung vorbei zu schauen oder Menschen auch bei Kaffee oder Spaziergängen durch die schöne bergige Landschaft kennen zu lernen. Am Sonntag gab es einen feierlichen Abschlussgottesdienst mit einer sehr schönen, energiegeladenen Liturgie, angefangen durch einen festlichen Einzug von etwa 40 Bischöfen aus der ganzen Welt. Benjamin Kwashi, ein Bischof aus Nigeria, hielt eine erweckliche Predigt, wonach Foley Beach, der Erzbischof der Anglikanischen Kirche in Nordamerika, die Eucharistie feierte. Das war wirklich eine tolle Zeit und meine Frau Abbi, Pfr. David Ayres und ich konnten mit vielen neuen Kontakten und mehreren Impulsen für die neue Gründungsarbeiten in Frankfurt und Berlin abreisen.
Hier in Frankfurt sind wir gerade dabei eine neue anglikanische Gemeinde zu gründen. Nach vielen Jahren Mitarbeit bei der Nordstern Gemeinde in Frankfurt, fängt für meine Frau und für mich ein neuer Lebensabschnitt in dem bekannten Stadtteil Frankfurt-Sachsenhausen an. Wir bekamen nach langer Suche und viel Gebet endlich eine tolle Wohnung. Es ist in Frankfurt, vor allem im inneren Stadtkern oft nicht so einfach, eine Wohnung zu finden. Aber mit Gottes Fürsorge bekamen wir nach langem Warten eine neue Wohnung, in der wir diesen neuen Lebensabschnitt beginnen, auch irgendwann Familie gründen und die neue Gründungsarbeit starten können.
In November begannen wir mit unserem Gründungsteam zweiwöchentliche Gebetstreffen zu halten, bei denen wir zuerst etwa eine Stunde miteinander essen und Gemeinschaft haben. Danach feiern wir ein Diakonen-Abendmahl, im sehr familiären Kontext mit einem Austausch über die Lesungen und danach folgt eine intensive Gebetszeit, bei der wir für unser Team und unsere Zukunft als Gemeinde beten.
Wir wollen als Team vorrangig mit intensivem Gebet beginnen und uns zu Beginn besser kennen lernen, bevor wir gemeinsam einen Plan entwickeln, wie diese gemeinsame Gründung durchgeführt werden soll. Wir vertrauen auf Gott, dass er uns viel Weisheit und Kraft gibt, um diese Arbeit in Frankfurt zu tun. Zurzeit sind wir fünf Personen, zwei weitere werden noch auf jeden Fall dann im Jahr 2020 nach Frankfurt ziehen und Teil des Teams werden. Wir wollen diese Anfangszeit bewusst intern nutzen, in der wir das Gründungsteam aufbauen, bevor wir “öffentlich” starten. Irgendwann in 2020, wenn wir als Team den richtigen Zeitpunkt erkennen und das Gefühl haben, dass wir wirklich eine effektive Grundlage haben, werden wir die notwendigen Schritte unternehmen, um miteinander diese Arbeit öffentlich zu beginnen.
Unser Ziel besteht darin, darauf hinzuarbeiten, dass es unter Gottes Leitung so geschehen möge, damit es in den nächsten Jahren eine neugegründete, blühende anglikanische Gemeinde in Frankfurt am Main gibt.
Wir würden uns sehr darauf freuen, wenn ihr für unsere Arbeit in Frankfurt betet! Eine schöne Weihnachtszeit und Gottes Segen im neuen Jahr!
(Hinweis vom Bistum: Bitte um Spenden für diese Gemeindegründung, Verwenden Sie das AKD Kirchenkonto mit Zweck „Frankfurt“ verwenden) – S.d. am Ende: Impressum.
Ordination zum Diakon
Am 18. August fand in der Melanchthonkirche, Schauernheim, (Nähe Mutterstadt) die Ordination zum Diakon von Jared Michael Wensyel statt. Jared Wensyel ist Absolvent der Freien Theologischen Hochschule, Gießen. Er arbeitete bereits während und nach der Absolvierung in einem Gemeindegründungsteam und war zum Schluss verantwortlich für die Nordsterngemeinde, einer jungen Kirche mitten in Frankfurt. Zu seiner Ordination kamen Freunde und Kollegen aus dem Umfeld des Studiums und der Nordsterngemeinde, Glieder und Freunde der anglikanischen Gemeinde Julian von Norwich etwa 30 Personen.
Pfr. Dr. Joachim Feldes leitete durch die anglikanische Liturgie der Heiligen Kommunion, Bischof Meyer hielt die Predigt und ordinierte in Übereinstimmung mit Verfassung, Kanones und Gottesdienstordnung der Anglikanischen Kirche i. D. den Prädikanten Jared Michael Wensyel zum Diakon für den Bereich Frankfurt am Main.
Jared und seine Frau Abbi in der Mitte, umgeben vom zukünftigen Team und Studienkollegen der FTA Gießen, links Pfr. Feldes, rechts Bischof Meyer.
Anglikanische Welt: Ruanda
Anglikanischen Bischöfe in Ruanda senden Evangelisten aus
Hier in Ruanda gibt es erstaunliche Entwicklungen. Am 6. September begannen alle elf unserer Diözesen ein Projekt, das vom Gafcon Church Planting-Netzwerk in Zusammenarbeit mit Missionsorganisationen wie CRU (Campus Crusade for Christ) und der Christian Motorcycle Association (CMA) koordiniert wurde. Jede Diözese hat ein neues Motorrad und einen Jesus-Film-Rucksack für die Evangelisation und Gemeindegründung erhalten. Dieses Pilotprojekt wird ermöglichen, dass wir mehr Männer, Frauen und Kinder in ganz Ruanda mit dem Evangelium erreichen. Es wird in den nächsten zehn Monaten sorgfältig überwacht und ich hoffe, dass es weiterentwickelt werden kann, um mit dem Evangelium auf der ganzen Welt noch viel mehr zu erreichen.
Die Horen und der Gottesdienst finden in der Kapelle, die Unterrichtseinheiten im Hauptgebäude statt.
Freitag
Anreise, Zimmer beziehen, Begrüßungskaffee
18.00 Abendlob
19.00 Abendbrot
19.30 – 21.00 Vorlesungen:
1. Jahr: Synoptische Evangelien und Apostelgeschichte (NT 102, Bertram)
2. Jahr: Kirchengeschichte des 17. Jhs. (KG 202, Thomann)
Samstag
7.30Morgenlob
8.15 Frühstück
9.00 – 10.30 Vorlesungen:
1. Jahr: Gotteslehre (SYS 101, Meyer) –
2. Jahr: Kasualpredigt II (PT 202, Bertram)
10.30 – 11.00 Pause
11.00-12.30: Vorlesungen:
1. Jahr: Religionsphilosophie II (SYS 102, Feldes)
2. Jahr: Soteriologie (SYS 201, Meyer)
12.45 Mittagessen
14.00 – 15.30 Vorlesung:
1. Jahr: Frühe Kirche II (KG 102, Moll)
15.30 – 16.00 Pause
16.00– 17.30 Vorlesungen:
1. Jahr: Katechese ( PT 103, Meyer)
2. Jahr: Ekklesiologie (SYS 202, Feldes)
18.00 Abendlob
19.00 Abendessen
Gespräche am Kamin
Sonntag
7.30 Morgenlob
8.00 Frühstück
8.30 – 9.30 Vorlesung:
1. Jahr: Homiletik II (PT 102, Feldes)
10.00 – 11.15 Gottesdienst in der Christuskapelle
anschl. Nachgespräch Präsenzwochenende
12.30 – 14.00 Mittagessen, Kaffee, Reisesegen
Bestätigung Kirchengemeinschaft
Bestätigung der Kirchengemeinschaft zwischen der AKD und der REC http://rechurch.org/#
Artikel des Kirchenbundes zwischen Reformierter Episkopalkirche in Deutschland /AKD und Reformed Episcopal Church in North America.
Artikel I. Als ein Beweis der bestehenden Kirchengemeinschaft zwischen Reformierter Episkopalkirche in Deutschland und Reformed Episcopal Church in North America wird eine Delegation aus Geistlichen und Laien von der Synode zum General Council und vom General Council zur Synode entsandt, mit dem Recht, an den Beratungen dieser Gremien teilzunehmen.
Artikel II. Bei Bischofsweihen und Ordinationen in jeder der beiden Kirchen sind die Bischöfe und sonstigen Geistlichen der jeweils anderen Kirche zur Mitwirkung berechtigt.
Artikel III. Die Geistlichen beider Kirchen sind berechtigt, (jurisdiktionsüberschreitend) in Gemeinden der jeweils anderen Kirche ihr Amt auszuüben, und können, die Einhaltung der jeweiligen kirchenrechtlichen Bestimmungen beider Kirchen vorausgesetzt, einen Seelsorgeauftrag oder eine Pfarrstelle in der anderen Kirche übernehmen.
Artikel IV. Vollmitglieder (Kommunikanten) beider Kirchen werden von der jeweils anderen bei Vorlage einer Überweisung aufgenommen.
Artikel V. Missionsarbeiten und Gemeinden beider Kirchen können sich der jeweils anderen Kirche anschließen, wobei über die Bedingungen des Anschlusses jeweils beiderseitiges Einvernehmen hergestellt wird.
Artikel VI. In Anbetracht des großen Auftrags, der beide Kirchen in ihrem Werk verbindet, und auf dessen Grundlage versichern sie sich gegenseitig ihrer wechselseitigen Zusammenarbeit, Zuneigung und Unterstützung.
Alle Rechte über das Layout, das Logo und im Layout verwendete Grafiken, angebotene Inhalte und abrufbare Daten liegen bei der Anglikanischen Kirche in Deutschland (AKD) / REK. Die angebotenen Inhalte dürfen ausschließlich für den privaten Gebrauch verwendet werden; deren Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung.
Spenden:
Anglikanische Kirche i.D. e.V Spar- und Kreditbank (SKB) Witten: BLZ: 452 604 75; Konto Nr. 519 590 0
Begonnen hatte das Festival mit einem anglikanischen Gottesdienst – schließlich stand auch dieser Tag im Zeichen der deutsch-britischen Feierlichkeiten zu den 200. Geburtstagen von Prinz Albert und Queen Victoria. Mitwirkende waren deshalb außer dem evangelischen Dekan Stefan Kirchberger noch Bischof Gerhard Meyer, Liturg, und Pfarrer Günther Thomann, Prediger, von der anglikanischen Kirche. Die musikalische Ausgestaltung übernahm Gary O’Conell.
Herzogliche Hoheiten, werter Bürgermeister und werte Gastgeber der Stadt Coburg, liebe christliche Gemeinde!
Es ist uns als Geistlichkeit der Anglikanischen
Kirche in Deutschland eine große Ehre, Ihrer Einladung zu folgen und diesen
Festgottesdienst gestalten zu dürfen. Wie Sie
vermutlich alle wissen, begann mit Königin Victoria (später auch Kaiserin von
Indien) und Prinzgemahl Albert nach dem Ende der Hannoverkönige eine neue
Dynastie in Großbritannien: das Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Es veränderte
den deutsch klingenden Namen erst 1914 in Haus Windsor, also zu Beginn des
unseligen Ersten Weltkriegs, der das Ende des alten Europas bedeutete. Aber
darüber möchte ich heute nicht sprechen. Ich möchte mich vielmehr einmal
Victoria und Albert als religiösen Charakteren im Rahmen ihrer Zeit zuwenden.
Beide waren in ihren Überzeugungen noch im christlichen Europa begründet, einer
Welt, die vielen heute zunehmend
fremd geworden ist. Ja, Victoria und
Albert hatten beide eine tiefe evangelikale Frömmigkeit. Die katholische
Erneuerung der Kirche von England, die 1833 mit der Oxford Bewegung von John
Keble, Edward Bouverie Pusey und John Henry Newman begann und die in ihrer
späteren Phase als Ritualismus oder Anglo-Katholizismus bekannt ist, war ihnen
abgrundtief zuwider.
Beide wollten nur auf die einfachste Weise Gottesdienst feiern. Victoria empfing sogar das Abendmahl bei
den schottischen Presbyterianern – etwas, was wir heute als ökumenische Geste
oder Akt persönlicher Freiheit verstehen würden, aber damals als Skandal galt. Victoria erlaubte sich durchaus auch einen
Eingriff in das Book of Common Prayer, also die anglikanischen Liturgie: 1859
ließ sie, ohne Rücksprache mit der Konvokation der Bischöfe und des Klerus,
drei Feiertage aus der Liturgie entfernen: den Gedenktag König Karls des
Märtyrers (Charles I. Stuart) am 30. Januar, den Tag der Restauration der Monarchie am 8. Mai (1660) und den
Gedenktag der sog. Pulververschwörung vom 5. November, einer jesuitischen Verschwörung und ihrer Aufdeckung im Jahr
1605. Dieser Vorgang wäre heute
undenkbar und gilt bis heute in der anglikanischen Welt als kontrovers. Wir wissen
nicht genau, was die eigentlichen Ursachen dafür waren – nur eine persönliche
Abneigung gegen diese Elemente oder der ernsthafte Versuch, den konfessionellen Frieden des Landes zu erhalten? Prinz
Albert hielt sich in kirchlichen Dingen eher zurück. Seine Liebe galt der
Kunst, der Musik und dem Gartenbau. Die berühmte Royal Albert Hall m Londoner
Stadtteil Kensington verdankt ihm ihre Existenz.Auch die königliche
Gartenbaugesellschaft, die Royal Horticultural Society, förderte er. Sie
sammelte Pflanzen aus allen Teilen des Reiches. Die Zeit unserer Jubilare war
ja die Zeit der größten Ausdehnung des Britischen Empire, des größten Reiches,
das jemals auf der Erde bestand. Großbritannien war das am frühesten und am
meisten entwickelte Industrieland Europas, das Land der sogenannten
Industriellen Revolution. Die Städte wuchsen rasant an, die verarmte
Landbevölkerung drängte in die Städte, neben Wohlstand entstanden in den
Städten Armut und düstere Slums, die zu Brutstätten von Ausbeutung, Laster und
Choleraepidemien wurden. Für die innere und äußere Mission der Kirchen entstand
eine gewaltige Aufgabe, die mit den alten Mitteln nicht mehr zu bewältigen war.
Die neu gegründeten Orden und Schwesternschaften, die aus der Oxford Bewegung
hervorgegangen waren, nahmen sich dieser Aufgabe an, nach anfänglichen
Widerständen in Kirche und Gesellschaft freilich. Auch die Freikirchen standen
nicht abseits. So entstand etwa die Salvation Army (Heilsarmee) und deren
kirchliche Konkurrenz, die Church Army. Nach deutschem Vorbild, etwa
Kaiserswerth, entstand auch eine Schwesternschaft von Diakonissen. Es ist
erfreulich zu sehen, dass auch der Gründer der lutherischen Diakonissen,
Wilhelm Löhe, Kontakte zur anglikanischen Schwesternschaft von Thomas Thelusson
Carter in Clewer bei Windsor hatte. Man betrat ja überall Neuland!
Die
soziale Frage brannte den Menschen im Zeitalter der Industrialisierung unter
den Nägeln. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch der Revolutionär Karl Marx
damals in London Zuflucht fand. In keiner Zeit der Geschichte des Landes wurden
so viele Kirchen und Kapellen gebaut wie im viktorianischen Zeitalter, von
denen viele heute leider nicht mehr existieren. Sie dienten der wachsenden
Bevölkerung, waren aber auch Ausdruck des missionarischen Geistes und der
liturgischen Erneuerung dieser Zeit. Hand in Hand ging damit die Architektur
der Neugotik, die sich bewusst als christliche Architektur verstand. Auch die
äußere Mission bedeutete eine riesige Herausforderung, der sich zunächst
Missionsgesellschaften, später auch Orden annahmen. Nicht ohne Grund lebt ja
heute der größte Teil der Anglikaner, wie auch bei den anderen großen Kirchen,
in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, nicht mehr in Europa und
Nordamerika. Wir Europäer tun uns heute oft schwer damit, dies anzuerkennen.
Wir sind eben nicht mehr der Nabel der christlichen Welt.
Königin Victoria wurde oft die ‚Großmutter
Europas‘ genannt, da sie mit den meisten Dynastien ihrer Zeit verwandt war. In
den späteren Jahren ihres Lebens wirkte sie oft wie eine Matrone, durchaus
bescheiden in ihrem Wesen und wenig pompös. Der Unterschied zu anderen
Kaiserinnen ihrer Zeit wurde kaum jemals deutlicher, als die Kaiserin von
Österreich, die für ihre Extravaganzen berühmte Sisi, Victoria anlässlich eines
Jagdaufenthalts besuchte und sie dafür mitten aus einem Gottesdienst in Windsor
holte. Auch mit der Kaiserin von Frankreich, Eugenie, die es liebte zu
provozieren und zu schockieren, tat sich Victoria schwer. Eugenie hatte ihre
Krone nach dem preußisch-französischem Krieg von 1870 verloren (der ja
bekanntlich zur Gründung des Deutschen Reiches ausgerechnet im Spiegelsaal von
Versailles führte) und musste vor den Aufständischen in Paris nach Großbritannien
flüchten, wo sie auch in der katholischen Benediktinerabtei Farnborough in
Hampshire begraben liegt.
Die ‚Großmutter Europas‘ war durchaus eine
gläubige Frau. Als sie 1901 starb, ging eine Epoche der Geschichte mit ihr zu
Ende. Sicher sehen wir heute vieles anders als damals, etwa den Kolonialismus,
der damals nicht anstößig war. Aber auch unsere Perspektive ist ja, wie die
aller Menschen, begrenzt. Was werden unsere Nachfahren einmal von uns denken –
wir wissen es nicht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es üblich, das ganze 19.
Jahrhundert zu verurteilen. Aber ist das gerecht? Wir müssen uns immer bewusst
bleiben, dass im menschlichen Leben Licht und Schatten sehr oft nahe
beieinander liegen!
Liebe Gemeinde, wir haben gerade die Wahlen zum Europaparlament hinter uns,
einer Einrichtung, die ja den meisten von uns wertvoll und wichtig ist. Aber
lassen wir uns nicht täuschen: Nichts was der Mensch schafft, ist ewig! Gott
allein ist ewig! Es kann gut sein, dass die Landkarte Europas in 50 oder 100
Jahren wieder eine andere sein wird als heute. Krieg, Aggression und soziale
Konflikte sind keineswegs gebannt. Auch die Zeitgenossen Victorias und Alberts glaubten an den
langen Bestand des Britischen Empire, obwohl schon damals leise Stimmen davor
warnten. Der Landpfarrer John Ellerton (er starb 1893), dessen Abendlied ‚The
day thou gavest, Lord, is ended‘ (‚Der Tag,
den Du gegeben hast, Herr, ist
zu Ende‘), das sich heute in fast allen anglikanischen Gesangbüchern findet,
schrieb schon damals: ‚Lord, thy throne shall never like earth‘s proud empires
pass away‘, ‚Herr, dein Thron wird niemals wie die stolzen Reiche der Erde
vergehen‘. Tatsächlich zeigten sich schon 1916 Risse im Empire: Beim
Osteraufstand in Dublin, der zur Gründung der Irischen Republik führte und nach
einem Hungerwinter begann.
Nichts, was der Mensch aufbaut, ist für die
Ewigkeit! Aber wir haben eine starke Orientierung im Wandel der Zeiten: Jesus Christus, den Gekreuzigten! Er ist die Sühne
für unsere Sünden, wie der Apostel Johannes sagt (1.Joh. 2,2;4,10; auch der
Apostel Paulus in Röm. 3,25). Jesus Christus, der Sohn Gottes, die zweite
Person der Heiligen Dreieinigkeit, er wurde Mensch und erniedrigte sich bis ans
Kreuz. Der Unschuldige litt für die Schuldigen, der Reine für die Unreinen, der
Gott-Mensch für seine Geschöpfe, denn Gott konnte und wollte die Sünde und
Schuld der Welt nicht einfach unter
den Tisch kehren. Sie war, ist und bleibt eine Realität! Es war
das Zeichen der höchsten Liebe Gottes zu den Menschen, seiner Schöpfung. So
sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, wie
wiederum der Apostel Johannes sagt (Joh. 3,16). Das war auch die tiefe
Überzeugung unserer Jubilare! Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und
das Leben, die Auferstehung und die Hoffnung für uns alle. Amen!
Dieses Jahr traf sich
das Gemeindegründungsnetzwerk City to City DACH – Deutschland, Österreich und
Schweiz – zusammen in der schönen Stadt Hamburg. Es kamen verschiedene
Gemeinden und Gemeindeneugründungen aus den verschiedenen deutschsprachigen
Städten Europas, um 10 Jahre City to City DACH zu feiern, mit verschiedenen
Leuten Gemeinschaft zu genießen und miteinander kreativ ins Gespräch kommen und
sich darüber auszutauschen, wie wir unsere Städte mit dem Evangelium erreichen
können.
Ich, der ich schon seit fünf Jahren im Netzwerk
aktiv bin, freute mich sehr, dieses Jahr meine anglikanischen Brüder David
Ayres aus Berlin und Michael Winkler aus Hamburg an meiner Seite zu haben! Es
war eine schöne Zeit mit ihnen, und viele andere Pastoren und Gemeindegründer
aus verschiedenen Denominationen haben sich auch bei mir gemeldet, um zu sagen,
wie sehr sie sich freuen, dass es jetzt auch Anglikaner mit ihrer starken
Tradition in unserem Netzwerk gibt.
Am ersten Abend trafen wir uns im
Schanzenviertel, im Büro des Hamburgprojekts, einer junge Kirche in
Hamburg und eine der ersten City to City Gemeindegründungen in Deutschland.
Dort konnte man erst einmal gemütlich ankommen, sein Namensschild ausfüllen und
Kaffee trinken, während man die ersten Leute kennen lernte.
Danach fing das Programm mit einer Zeit der
Anbetung an, in der Pastor Steffen Weil aus der Gemeindegründung Mittendrin
Potsdam uns einen kurzen Impuls aus Apg 13, 1-3 gab, und wir ein paar
geistliche Lieder miteinander gesungen haben. Er sprach über die Berufung der
ersten Gemeindegründer für Europa, Barnabas und Paulus, und welche Bedeutung
Gebet, Fasten und völlige Abhängigkeit von Gottes Plan für die
Gemeindegründungsarbeit hat.
Danach zeigte der Direktor von City to City
Europe, Stephan Pues, der vor kurzem auch bei unserer Synode gesprochen hatte,
was Gott in den letzten 10 Jahren von City to City DACH alles vollbracht hat,
u.a. die Gründung von über 25 neuen Gemeinden. Wie toll! Er träume davon, was
Gott alles in der Zukunft durch unser Netzwerk noch machen wird.
Für die Konferenz wurde ein Redner aus
Birmingham, England, eingeladen, Jonathan Bell aus der
Gemeindegründungsbewegung Birmingham 20/20, der am ersten Abend über die
Herausforderung der jungen Generation Y, auch Millenials genannt, gesprochen
hat. Dabei hat er auf interessante Art und Weise erläutert, welche Chancen und
Herausforderungen diese Generation für die Gemeindegründungsarbeit mit sich
bringt. Dieses Thema – wie können wir die junge Generation der Millenials
erreichen – war zum großen Teil Hauptthema unseres Treffens in diesem Jahr.
Danach gingen wir alle
miteinander zum Restaurant Peter Panne Burger essen. Nachdem alle gut
satt waren, kehrten wir zurück zu Haus 73 in der Schanze, um miteinander
10 Jahre City to City DACH mit Musik, Festreden und gutem Bier zu feiern.
Sowohl das Essen als auch die Geburtstagsfeier wurden von amerikanischen
Spendern finanziert, die viele Kosten des Treffens auf sich genommen haben, um
den Gemeindegründern der deutschsprachigen Städte den Rücken zu stärken.
Am nächsten Morgen trafen wir uns noch mal,
aber dieses Mal in der HafenCity bei einem Co-Working Space, ein Ort, an dem
verschiedene Unternehmen zusammen Büroplätze mieten. Nach einer Andacht zum
Beginn teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf, um in kreativen Austausch
über bestimmte Fragen zu kommen, die das Thema, Millenials mit dem Evangelium
erreichen, betrafen, wie etwa die Frage der Digitalisierung oder welche
Bedürfnisse und Fragen Millenials haben, die nur durch das Evangelium erfüllt
und angesprochen werden können.
Nach einer gemütlichen Mittagspause kamen wir
wieder dort zusammen, um den zweiten Beitrag von Jonathan Bell aus Birmingham
zu hören. Dort sprach er jetzt über Wege, wie man Millenials mit dem Evangelium
erreichen kann. Er sprach davon, wie wir Millenials mit Wahrheit, Wurzeln und
Auftrag begegnen müssen.
1. Wahrheit: Wir müssen nicht für Millenials die
Wahrheit des Evangeliums aufweichen. Damit werden wir nur oberflächliche
Gemeinden gründen, die nicht so lange Stand haben. Wir müssen stattdessen die
Wahrheit des guten, alten Evangeliums ihnen auf einer Art und Weise
kommunizieren, dass sie es verstehen und darin wachsen können.
2. Wurzeln: Millenials haben eine Sehnsucht nach
starken Wurzeln. Viele von ihnen kommen aus gebrochenen Familien und sind
Scheidungskinder. Sie sehnen sich nach einer starken Familie geprägt von
starken Wurzeln. Dieses Bedürfnis können wir mit evangeliumszentrierten
Gemeindegründungen stark ansprechen.
Und 3. Auftrag: Millenials fühlen eine
starke Verantwortung für ihre Welt und wollen viel tun, um sie zu verändern.
Oft kommt diese Generation mehr durch praktische Erfahrung als durch große
Vorträge zur Wahrheit des Evangeliums. Wir müssen ihnen den starken Auftrag des
Evangeliums zugänglich machen, indem wir konkrete Aufträge formulieren und
ausleben, den sich Millenials anschließen können, auch bevor sie eine
Glaubensentscheidung getroffen haben. Hier sprach er von der Wichtigkeit des
Schemas: Belonging — Believing — Behaving = Zugehörigkeit — Glaube — Gehorsam,
um unter Millenials Gemeinden zu gründen, bei denen sie im Glauben an Jesus
Christus wachsen können.
Beim Abschluss des Treffens wurde ein konkretes
Gebetsthema für das ganze nächste Jahr erwähnt: das Rhein-/Ruhrgebiet. Der
Gemeindegründer von Spectrum in Düsseldorf, Chris Musselman, stellte
vor, wie er gerade in der Gegend rund um seine Stadt eine Zusammenarbeit unter
Gemeinden und Gemeindegründungen aufbauen will, um dort mehr
evangeliumszentrierte Gemeindegründungs- und Erneuerungsarbeit zu fördern. Wir
sollten alle im nächsten Jahr dafür beten!
Ich vernetzte ihn auch mit Pastor Marc
Jankowski in Neuss, und hörte sogar schon von, dass ein sehr gutes Gespräch
daraus entstanden ist. Danach teilten wir uns als Abschluss in kleine Gruppen
auf, um für das Thema Rhein-/Ruhrgebiet und füreinander zu beten.
Insgesamt war das ein tolles Treffen! Ich hoffe, es war auch für meine Anglikanische Brüder aus Hamburg und Berlin ermutigend und hilfreich. Es ist immer inspirierend, sich mit anderen Glaubensgeschwistern zu treffen, um darüber zu sprechen, wie wir mit dem Evangelium! die Menschen unserer Ortschaften und unserer Zeit erreichen können. Ich lade herzlich ein, für das Netzwerk und die verschiedene Gründungsarbeiten zu beten, u.a. für uns in Hamburg, Berlin und Frankfurt!
Ernennung zum Lay-Reader
4. Mai 2019, Mainz
– Dr. Sebastian Moll
Pfarrer Dr. Joachim Feldes l. – Dr. Sebastian Moll – Bischof Gerhard Meyer r.
Am 4. Mai wurde ich in der Klosterkirche Maria Mater
Dolorosa in Mainz durch unseren Bischof Gerhard Meyer und Pfarrer Joachim
Feldes als Lay-Reader eingeführt. In der Epistellesung hörten wir von der
„unverfälschten, geistigen Milch“ (1. Petrus), nach der wir Christen verlangen
sollen. Ich wählte diesen Gedanken als Predigttext und möchte auch meinen
Dienst unter diesen Gedanken stellen. So übernehme ich dieses Amt voller
Inbrunst einerseits und voller Demut andererseits, in der Hoffnung, mich selbst
weiterhin an der Milch des Evangeliums stärken und diese zugleich anderen
Hungrigen darreichen zu können.
19. Synode der Anglikanischen Kirche in Deutschland
Bischof Gerhard Meyer D.D.
Vom 24.-26. Mai 2019 fand die 19. Synode der AKD in
Schwarzenborn, Nordhessen, statt. Erzbischof Dr. Ray Sutton, traf einen Tag zuvor
aus England ein. Dort hatte er an der jährlichen Convocation der Free Church of
England, der Schwesterkirche der Reformed Episcopal Church, USA, teilgenommen. Eine
Woche zuvor war er in Kroatien zur Visitation in der Auslandsdiözese bei Bischof
Jasmin Milic in Osijek.
Zu Beginn der 19. AKD Synode gab es verschiedene
Grußworte aus den neuen Bundesländern und den USA. Danach eröffnete Erzdiakon
Thomas Kohwagner die 19. Synode.
Geistliche, Abgeordnete und Anwärter – Mitte: Erzbischof Sutton l. – Bischof Meyer r.
Erzbischof Dr. Ray Sutton sprach zuvor über den im Jahre 2014 vom damaligen Bischof Royal Grote vorgeschlagenen und von der Synode angenommenen Artikel des Kirchenbundes zwischen der Anglikanischen Kirche in Deutschland (damals REK) und der Reformed Episcopal Church USA. Damals in 2014 übergab Bischof Grote den Bischofsstab an Bischof Meyer. Dieser übernahm von diesem Zeitpunkt an das Amt des Ordinarius für die deutsche Diözese, die von diesem Zeitpunkt an nicht mehr Missionsbistum war. Erzbischof Sutton erläuterte noch einmal die Bedeutung des von ihm unterschriebenen Artikels im Beisein aller Geistlichen und Abgeordneten. Dieser soll nun in Zukunft mit Leben gefüllt werden.
Danach wurden die Berichte der Gemeinden und Kommissionen vorgestellt, teilweise erläutert und über deren Annahme abgestimmt, sowie der im rechtlichen Verein verabschiedete Finanzbericht vorgestellt und erläutert. Zum Schluss wurden neue Berufungen für den Bistumsrat / Bistumsverwaltungsrat und für neue Komitees ausgesprochen.
Eine weitere Zwischensynode ist für den 26. Oktober 2019 in Schwarzenborn geplant, die nächste Hauptsynode ist für den 22.-24. Mai 2020 geplant.
Europadirektor Stephan Pues
Der Nachmittag stand unter dem
Thema „Gemeindegründung in der Großstadt“. Bischof Meyer hatte den
Europadirektor Stephan Pues von City to City Europe (www.citytocityeurope.com) eingeladen, um weitere Impulse
für neue Gemeindegründungen zu erhalten.
Am Samstagabend trafen sich Geistliche und Abgeordnete zu einem Buffet im Haus Schwalmblick, im Knüllcamp. Die Synode wurde durch einen feierlichen Gottes-dienst am Sonntagmorgen mit Heiliger Kommunion abgeschlossen. Erzbischof Sutton hielt die Predigt, die übersetzt wurde.
Lieber
Bischof Gerhard, Geistliche und Laien in der deutschen REC (Anglikanische
Kirche i.D.).
Grüße im Namen unseres dreieinigen Gottes, des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes! Unser dreieiniger Gott lebt. Aber Jesus
sagt über die drei Personen der Gottheit: „Wir werden kommen. . . und Wohnung
nehmen“ (Johannes 14:23). Gott sei Dank, dass die Heilige Dreifaltigkeit bei
uns wohnt!
Ich schreibe diesen Hirtenbrief als Nachbereitung meines
kürzlichen wundervollen Besuchs bei Euch in der vierten Woche nach Ostern. Seit
den frühesten Tagen der Kirche haben Bischöfe und Erzbischöfe oft Briefe aus
Liebe gesandt, um den Kirchen in ihrer Obhut zu helfen. Aus diesem Grund werden
sie Hirtenbriefe genannt. Mit dieser liebevollen Fürsorge für unsere wertvolle Anglikanische
Kirche in Deutschland /REK schreibe ich an meine lieben Brüder und
Schwestern.
Zunächst möchte ich jedoch Bischof Gerhard und der lieben Grace
für ihre großzügige Gastfreundschaft danken. Sie sind wirklich so treue,
liebevolle Diener unseres Gottes. Ich möchte Euch allen meinen Dank für Euren
herzlichen und unterstützenden Empfang aussprechen. Ich habe die Gelegenheit,
die deutsche Kirche besser verstehen zu lernen, sehr geschätzt. Ich war auch
froh, an den Lehrseminaren über Gemeindegründung und potenzielle Jugendarbeit
teilzunehmen. Die kombinierten Aktivitäten Eurer Synode haben mich ermutigt,
und Euch hoffentlich auch. In unserer Kirche arbeiten wir daran, dass unsere
Synoden mehr sind als nur eine Zeit zum Nachdenken. Wir bemühen uns, dass sie
Stätten der Weiterbildung und Strategieentwicklung werden, gerichtet auf das
Ziel der Erweiterung des Gottesreiches. Vielen Dank für Euer Vorbild in dieser
Hinsicht!
Zweitens, und damit zu meinem Hauptanliegen bei diesem Schreiben,
stelle ich fest, dass viele von Euch schon seit einiger Zeit am Aufbau der
Anglikanischen Kirche in Deutschland / REK arbeiten. Und Ihr leistet großartige
Arbeit. Die Diskussionen in den Synodalsitzungen und in der persönlichen
Gemeinschaft mit so vielen von Euch haben mir in meiner pastoralen Beziehung zu
Euch sehr geholfen. Unser Zusammensein hat mich dazu veranlasst, darüber
nachzudenken, wie ich weitere pastorale Kommentare abgeben kann, um das
Verständnis aller dafür zu stärken, wer wir sind und wie eine Kirche wie die
unsere funktioniert. Zu diesem Zweck biete ich in der Liebe Christi die
folgenden pastoralen Gedanken und Lehren an:
A. Das Missionsziel der Nordamerikanischen
Reformierten Episkopalkirche
Der Missionsbefehl ruft dazu auf, das Evangelium zu
verbreiten. Das Muster, das wir in der Apostelgeschichte finden, ist
Evangelisation durch die Gründung von Missionen und Kirchen. Irgendwann kommen
die neuen Kirchen in den Wirkungsstätten des Paulus unter die Leitung von
Presbytern/Bischöfen. Die frühen Kirchenregionen werden zu eigenständigen
Kirchen, die unter den Völkern der Welt entstehen. Das Wort eigenständig
(‚autochthon‘) bedeutet, dass die Kirchen unabhängig, aber dennoch miteinander
verbunden waren, durch die Interkommunion zwischen den Bischöfen, einen
gemeinsamen Glauben auf Grundlage der Schrift sowie die frühen
Glaubensbekenntnisse und Konzile. Auch Kanones wurden in der Gemeinschaft der
Ungeteilten Kirche untereinander geteilt. In diesem Sinne behielten die Kirchen
ein gewisses Kontinuitätsgefühl bei, hatten jedoch ihre eigene Autonomie. Dies
ist das Modell, nach dem wir streben. Unser Ziel war nie kolonialistisch als
Herrschaft einer nationalen Kirche über andere. Wir beten für den Tag, an dem
Eure Diözese zu mehreren Diözesen und einer eigenständigen, deutschen
Anglikanischen Kirche heranwächst.
B. Die konziliare Sicht der Kirche
Seit Pfingsten gibt es drei Grundmodelle der Kirche. Das lehramtliche
Model meint die Führung eines Bischofs unter Ausschluss anderer Bischöfe,
Geistlicher und Laien. Das synodale Modell der Kirche arbeitet mit einem
Ausschuss des Ganzen, in dem jedes Mitglied über alles abstimmt. Das konziliare
Model sucht die Konsensbildung im Volk Gottes: Bischof, Klerus und Laien.
Es ist hierarchisch und zugleich demokratisch-repräsentativ in Form der Synode.
Alle Pfarreien sind durch ihre Geistlichen und Laiendelegierten vertreten. Das
konziliare Modell enthält Elemente der beiden anderen Modelle und hält diese im
Gleichgewicht. Es gibt eine Hierarchie, das Individuum und die Gemeinde, und
allezeit wird nach einem Konsens im Volk Gottes gesucht. Kanonische Angelegenheiten
können zur Prüfung auf der Synode vorgeschlagen werden, jedoch nur unter
vorheriger Einbeziehung des Bischofs. Aus diesem Grund ist der Ordinarius von
Amts wegen Mitglied jedes Ausschusses. Gleichzeitig darf ein Bischof seine
Ansichten der Synode nicht ohne Zustimmung des Klerus und der Laienvertreter
aufzwingen.
Ich erinnere mich an die biblische Grundlage für das
konziliare Modell, wenn ich an die Tage nach der Himmelfahrt unseres Herrn vor
dem ersten Pfingstfest denke. In diesem Zeitraum von zehn Tagen wählte der
Zwölferkreis den nächsten Apostel aus, um das Episkopat des Judas zu füllen
(Apg 1,20). Der Text in Apostelgeschichte 1 besagt, dass alle an diesem Prozess
beteiligt waren, Apostel und Laien. Die Nominierten wurden auf zwei Personen
eingegrenzt. Dann wurde das Los geworfen, wie auch immer man sich das genau
vorzustellen hat. An diesem Vorgang nahm nur der Zwölferkreis teil. Sie
repräsentierten das Ganze. Es gab viele andere Anhänger des auferstandenen
Christus wie etwa die fünfhundert, denen er erschienen war. Weder eine einzelne
Person noch eine Gruppe von Personen aus dem Zwölferkreis trafen die
Entscheidung. Der heilige Petrus leitete die Versammlung und predigte. Dennoch
ernannte er nicht den nächsten Apostel. Sogar seine Führungsrolle bei solchen
Treffen änderte sich im beim Apostelkonzil von Jerusalem – der Heilige Jakobus
übernahm die Leitung. Die Apostel haben sich auch nicht selbst dazu
entschlossen, die Stelle neu zu besetzen. Es gab einen Konsens des Ganzen.
Dieses konziliare Modell spiegelt besser als jeder andere Ansatz die
Heilsordnung der Heiligen Dreifaltigkeit wieder, die der Eine und die Vielen
ist.
C. Ein pastorales Modell der Bischöfe
Aus der obigen konziliaren Beschreibung der Kirche geht
hervor, dass die Reformierte Episkopalkirche in ihrer Geschichte bischöflich
ist, insofern sie das Amt des Bischofs aus der frühen Kirche beibehält.
Gleichzeitig waren wir nie lehramtlich oder synodal. In Bezug auf unser
Verständnis der Rolle der Bischöfe sind wir zu einem pastoralen Modell
zurückgekehrt, im Gegensatz zu einem herrschaftlichen Verständnis des
Episkopats. Das biblische Modell ist pastoral, nicht monarchisch, auch keine
Prälatur. Dies bedeutet, dass die Bischöfe oberster Pastor, Mittelpunkt der
Einheit, Lehrer, Liturgiebeauftragter, Missionar (Vorreiter für das Evangelium)
und Verwalter sind. Ihre Führung geschieht nicht von oben herab, sondern von
vorne, von innen, von der Seite und ja sogar von hinten – wie ein Hirte Schafe
führt. Die Hirten des Herrn sollen durch Gottseligkeit und Konsensbildung unter
den Menschen führen, nicht durch Zwang. Sie müssen von Zeit zu Zeit Urteile
fällen und Entscheidungen treffen. Die Entscheidungen werden nicht immer allen
gefallen. Sie müssen auf Grundlage der Heiligen Schrift in Übereinstimmung mit
der Verfassung und den Kanones und in Liebe getroffen werden. Dann ist das Volk
Gottes aufgerufen, in Respekt und Unterstützung zu folgen, auch dann, wenn
ihnen eine Entscheidung nicht gefällt. Dies macht unser Modell für Bischöfe
biblisch, pastoral, hierarchisch, konstitutionell und einvernehmlich.
D. Die derzeitige Beziehung zwischen der REC
Nordamerika und der AKD in Deutschland
Nach meinem Verständnis seid Ihr derzeit eine Diözese mit
acht Missions- und Ortsgemeinden. Ihr seid von ausgesandten REC Missionaren zu
einer Missionsdiözese mit einem Missionsbischof und jetzt zu einer Diözese mit
Eurem eigenen Ordinarius gewachsen. Eure Diözese ist vorübergehend Teil der REC
Nordamerika. Es steht Euch frei, Eure Diözese unter der Leitung des Herrn zu entwickeln.
Kanonische Angelegenheiten sollten auf die gleiche Weise behandelt werden wie
jede unserer anderen Diözesen Änderungen vornimmt. Was immer Ihr als notwendig
erachtet und von der Synode genehmigt wird, sollte zuerst dem REC Erzbischof
und dem Vorsitzenden des REC Verfassungs- und Kanonausschusses vorgelegt
werden. Letzterer wird den Vorschlag prüfen, um sicherzustellen, dass eine
Empfehlung nicht gegen die Verfassung und den Kanon des Ganzen verstößt. Wird
nichts gefunden, was den Standards der gesamten Reformierten Episkopalkirche
zuwiderläuft, steht es der einzelnen Diözese frei, die kanonischen Änderung
umzusetzen. Der gleiche Prozess würde in Bezug auf die Liturgie angewandt oder
sogar in Bezug auf etwas, das die Lehre der Kirche berührt. Aus diesem Grund
haben wir die Ständige Liturgische Kommission und den Ausschuss für Lehre und
Gottesdienst, um diese Art von Angelegenheiten zu überprüfen.
E. Die Voraussetzungen für die Anerkennung der
Jurisdiktion als eigenständige oder nationale Kirche
Die für Missionen, Pfarreien und Diözesen erforderlichen
Standards und Mindestzahlen sind in der Verfassung und im Kanon der Reformierte
Episkopalkirche Nordamerika/RECNA enthalten. Es besteht möglicherweise eine
leichte Abweichung von Eurer gegenwärtigen Verfassung und Euren Kanones in
Bezug auf die erforderlichen Zahlen. Im Allgemeinen gelten in unserer Kirche
die folgenden Anforderungen:Mindestens zwölf erwachsene Mitglieder, um eine Mission
zu werden; mindestens neunundzwanzig oder in einigen Fällen neununddreißig, um
eine richtige Ortsgemeinde zu werden; mindestens zehn bis zwölf Gemeinden, um
eine Diözese zu bilden; und mindestens zwei oder mehr Diözesen, um eine
Jurisdiktion zu bilden. Die Mitgliedschaft in örtlichen Gemeinden sollte
regelmäßige Anwesenheit und Teilnahme an Gottesdiensten erfordern. Eine
Mitgliedschaft sollte mehr sein als nur Namen auf einer Liste, die einwilligen,
Mitglied zu sein. Aus diesem Grund wird in der REC auch nach durchschnittlicher
Sonntagsanwesenheit (DSA) bewertet. Wichtig ist, dass in unserer Provinz in der
anglikanischen Kirche in Nordamerika eine DSA von tausend Teilnehmern gegeben
sein muss, bevor aus einer Missionsdiözese eine Volldiözese wird. Dies hilft
bei der Bestimmung des tatsächlichen Engagements.Bei der Bildung einer Diözese ist ein weiterer kritischer
Mindeststandard die Fähigkeit, einen Ordinarius (den Bischof) in Vollzeit zu
unterstützen. Ohne die finanzielle Unterstützung für ihn, so dass er alle seine
Bemühungen dem Bischofsdienst widmen kann, wird die Diözese wahrscheinlich
nicht aufrechterhalten werden können. Bischof Gerhard konnte sein ganzes Leben
für die Gründung und den Aufbau der ersten Diözese auf Grundlage der
Unterstützung der REC in den USA und seines Dienstes im Knüllcamp (Euro Ruf
GmbH) aufbringen. Dies war eine wichtige Vorbedingung für die Bildung der
deutschen AKD. Ein Teil des Werdens einer eigenen Diözese bedeutet jedoch die
Fähigkeit der Diözese, sich selbst zu erhalten. Aus diesem Grund ist die
geforderte Nachhaltigkeit auf Gemeinde- und Diözesanebene so wichtig. Ohne die
notwendige Anzahl an Menschen wird es nicht genug Unterstützung geben, um einen
Vollzeitbischof zu finanzieren.F. Anglikanisch bedeutet nicht mehr ‚Englisch‘Schließlich sollte ich darauf hinweisen, dass Anglikanismus
auf der ganzen Welt sicherlich nicht mehr in allen Teilen Englisch ist.
Anglikanisch bedeutet nicht ‚Englisch‘. Sogar zu Beginn war anglikanisch nicht
ausschließlich Englisch. Es gab den Einfluss der Kelten aus Irland und
Schottland. Der anglikanische Weg schloss sogar den keltischen Mönch St.
Bonifatius mit ein, der nach Fritzlar kam. Anglikanisch wurde daher zu einer
Art und Weise, das christliche Leben zu leben, die sich katholisch in und durch
den keltischen Kontext nach Europa und darüber hinaus ausbreitet. Dieser
anglikanische Weg durchlief die Reformation und führte ihn zu seinen Wurzeln im
Evangelium und in der Heiligen Schrift zurück. Er ist nicht nur katholisch,
sondern auch reformatorisch in Glauben, Anbetung und Leitung. Seine Formeln
sind die Heilige Schrift, die katholischen Glaubensbekenntnisse, das Allgemeine
Gebetbuch und die Neununddreißig Artikel (die weitgehend auf dem Augsburger
Bekenntnis basieren und einen Großteil davon einschließen). Der anglikanische
Weg hat sich mittlerweile von einem Teil der Welt in jedes Land ausgebreitet.
Das Wort ‚anglikanisch‘ wird jedoch allgemein verwendet, um uns zu beschreiben.Zusammenfassend hoffe ich, dass diese pastoralen Lehren
Euch eine Hilfe sein werden auf Eurem weiteren Weg in Richtung einer eigenständigen
deutsches Anglikanischen Kirche. Vielleicht können wir, wenn ich das nächste
Mal bei Euch bin, meinen Hirtenbrief genauer besprechen.Mein letzter Gedanke für Euch ist es jedoch, meine volle
Unterstützung für Eure wichtige deutsche Anglikanische Kirche anzubieten. Seid
Euch meiner täglichen Gebete sicher! Ich freue mich immer darauf, das
wunderbare Deutschland zu besuchen. In der Zwischenzeit, Gnade und Segen an
alle unsere deutschen anglikanischen Brüder und Schwestern.In ChristusThe Most Rev.
Dr. Ray R. Sutton, Ph.D. Presiding Bishop (Erzbischof)
Vor Gott und den Menschen
Gedanken zu Lessings Ringparabel – Dr. Sebastian Moll
Vor nunmehr 240 Jahren veröffentlichte Gotthold Ephraim Lessing sein berühmtes Werk „Nathan der Weise“Gott inklusive der wohl noch berühmteren Ringparabel. Die Geschichte der drei Brüder, von denen jeder aufgrund der väterlichen Zusage glaubt, den einen Ring zu besitzen, der die Macht hat, „vor Gott und den Menschen angenehm zu machen“, dies aber nicht beweisen kann, da die drei Ringe äußerlich nicht zu unterscheiden sind, wird von Lessing auf die drei monotheistischen Religionen übertragen. Zum entscheidenden Kriterium der Religion wird somit nicht der Wahrheitsanspruch der historischen Offenbarung, sondern einzig und allein ihre Fähigkeit, ein gutes Leben zu führen und so „vor Gott und den Menschen angenehm zu machen“.
Lessings aufklärerische Haltung erfährt insbesondere in
unseren aktuellen Debatten angesichts der erstarkten Präsenz des Islams wieder
große Aufmerksamkeit. Während die einen die weitsichtige Toleranz des großen
Dichters loben, fürchten die anderen religiöse Beliebigkeit. Doch neben dieser
Frage birgt die Erzählung noch ein ganz anderes Problem. Ist es wirklich ein
und dasselbe Verhalten, das vor Gott und den Menschen angenehm macht? Lehrt die
Heilige Schrift nicht an zahlreichen Stellen, dass Gott gänzlich andere
Bewertungskriterien ansetzt als die Welt? Mahnen uns Petrus und die übrigen
Apostel nicht, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen?
Die Liste derjenigen, die aufgrund ihres christlichen
Bekenntnisses kein Ansehen in der Welt genossen, sondern stattdessen von ihr
verfolgt und getötet wurden, ist schier endlos. Sie reicht von dem biblischem
Märtyrer Stephanus über Thomas Cranmer (†1556) und Dietrich Bonhoeffer († 1945)
bis hin zu den 21 koptischen Christen, die 2015 in Libyen enthauptet wurden.
Wie wundervoll wäre es, wenn ihr vorbildliches christliches Leben sie auch vor
den Menschen angenehm gemacht hätte!
Aber so lange wir uns in der gefallenen Welt befinden, werden wir uns
entscheiden müssen, ob wir Gott oder den Menschen gefallen wollen. Auch, wenn
Lessing es nicht sehen wollte: Ein „unangenehmer“ Mensch kann durchaus ein
guter Christ sein
Theologie am Abend am 5. Oktober mit Dr. Norbert Feinendegen, Bonn. Vortrag über C. S. Lewis intellektuellen Werdegang und seine heutige Aktualität.
Theologie am Abend am 5. Oktober mit Dr. Norbert Feinendegen, Bonn. Vortrag über C. S. Lewis intellektuellen Werdegang und seine heutige Aktualität. Die von Dr. Feinendegen übertragenen Lewis-Texte ins Deutsche sind kürzlich erschienen im Fontis-Verlag und werden vorgestellt. https://www.fontis-shop.de/Durchblicke.
O Gott. Du hast diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichtes erscheinen lassen. Verleihe uns, dass wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes ganz teilhaftig werden, dessen Geheimnis Du uns schon hier auf Erden offenbart hast. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der da ist das wahre Licht, und der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Weihnachtliche Segensgrüße
Predigt am 2. Adventssonntag
(anlässlich Pastoraltreffen Dekanat Süd-Südwest am 8.12. 2018 in Buchen) von Pastor Gerhard Kirchgeßner
Römerbrief 15,4-13 (Predigttext):
Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
Recht oft höre ich die Klage, dass die Christen nicht so sind, wie sie sein sollten. Sie machen keine gute Reklame für ihren Herrn und ihre Kirche. Hinter dieser Klage verbirgt sich oft eine Enttäuschung darüber, wie sich Mitchristen verhalten. Die Enttäuschung ist meistens echt – auch wenn mancher sie zum Vorwand nimmt, sich vom aktiven Gemeindeleben fernzuhalten.
In den Versen der Lesung aus dem Römerbrief betont der Apostel Paulus besonders die „Einmütigkeit“ als wünschenswertes Merkmal einer christlichen Gemeinde. „Gott gebe euch, dass ihr einträchtig – also eines Sinnes – seid“, schreibt er, „damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt! (Röm 15,5-6)“
Sind das fromme Wünsche? Einmütigkeit – ist das überhaupt machbar, auch im überschaubaren Bereich unserer kleinen Kirche? Hat nicht jeder seinen eigenen Kopf? Es gibt doch immer Leute, die sich nicht auf andere einstellen können. Wie soll das funktionieren mit der Einmütigkeit?
Vielleicht sagt sich jemand im Stillen: Das ist doch ganz einfach! Es müssten nur alle so sein und so denken wie ich, dann wären wir eine wunderbar einträchtige und vorbildliche christliche Gemeinde/Gemeinschaft.
Aber, wir sind unterschiedlich in unserem Denken und Handeln; wir bringen verschiedene Prägungen mit.
Paulus meint in seinen Versen eine andere Grundeinstellung, die zur Einmütigkeit führt. Er will uns hier über das christliche Verhalten und seine Grundlage folgendes sagen: Jesus Christus ist mit seiner Liebe und mit seinem Dienst ein Vorbild; nach diesem Vorbild sollen wir einträchtig und einmütig leben. Mit einem solchermaßen „christlichen“ / „Jesus-gemäßen“ Lebenswandel loben wir Gott.
Wir sollten in bestimmten Situationen fragen: Was hätte Christus an meiner statt getan? (Bei christlichen Jugendlichen habe ich schon solche W.W.J.D.- Armbändchen gesehen; W.W.J.D. steht für „What would Jesus do?“) Wie hätte er geliebt? Wie hätte er den anderen angenommen und ihm weitergeholfen?
Die Einmütigkeit der Christen kommt nicht dadurch, dass alle dieselben Regeln auswendig gelernt haben; die Einmütigkeit kommt vielmehr dadurch, dass alle von demselben Herrn erlöst sind, denselben Herrn lieben, von demselben Herrn Liebe lernen und denselben Gott mit ihrem Leben ehren wollen. Durch solch eine Grundhaltung werden wir einmütig.
Auch bei Entscheidungen in Kirche und Gemeinde sollte Einmütigkeit sichtbar werden. Natürlich werden auch da nicht immer alle dieselbe Meinung haben. Aber wenn eine Entscheidung gefallen ist, etwa in einer Bistumssynode, dann sollte doch eigentlich die Minderheit bereit sein, die Entscheidung der Mehrheit mitzutragen.
Wir sind als Kirche zwar vordergründig keine Institution mit demokratischem Selbstzweck, wo ausschließlich die Mehrheit immer Recht hätte; wir sind aber auch keine klerikale Diktatur, wo allein der Bischof/der Pastor oder sonst jemand Wichtiges ausnahmslos Recht behält. Unsere bischöflich-synodale Struktur als Anglikaner sorgt da für eine gewisse Ausgewogenheit. Die beiden Pole Bischofsamt und synodales Element können dabei helfen, das Ganze recht gut in der Waage zu halten.
Darüberstehend sollten wir stets so etwas wie eine Art „Christus-Primat“ haben, wo die Kirche mit ihren Ämtern und Gremien unter dem einen Herren sich darum bemüht, zu einmütigen Entscheidungen zu kommen.
Paulus umschreibt das mit der Einmütigkeit in einem treffenden Apell so:„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat! (Röm 15,7)“
In der Gemeinde in Rom gab es Christen mit jüdischer Herkunft und Christen mit heidnischer Herkunft. Die Juden-Christen standen in der Gefahr, sich auf ihr alttestamentliches Erbe etwas einzubilden und auf die Heiden-Christen herabzusehen. Ihnen machte Paulus ganz klar, dass Christus gleichermaßen für Juden und Heiden ein Diener geworden ist, und er belegte das durch eine Schriftstelle des Alten Testaments. Auch sollten die Juden die Heiden nicht verachten wegen ihrer nichtjüdischen Ess- und Lebensgewohnheiten – und umgekehrt.
So soll es auch bei uns in der Anglikanischen Kirche in Deutschland sein: Wie Christus jedermanns Diener wurde, sollen auch wir uns untereinander annehmen und dienen: Alte und Junge, Alteingesessene und Neuhinzugekommene, High- und Low-Churchler, Moderne und Traditionelle, Evangelikale, Anglo-Katholische und Charismatische. – Keiner darf sich für absolut oder unfehlbar setzen. Genauso unpassend sind gleichschaltende Uniformität und haarspalterische Pedanterie.
Einmütigkeit ist daher immer auch ein wenig herausfordernd, denn nicht beim sympathischen und gleichgesinnten Glaubensbruder bewährt sich die Bruderliebe, sondern gerade bei dem, der anders ist.
Dazu rät uns Paulus: Nehmt einander an! Schauen wir uns das Wie von Christus ab, und tun es zu Gottes Ehre! Vielleicht kann es dann bei uns auch ein wenig so sein wie in der Urkirche, wo Außenstehende von den Christen bewundernd sagten: Seht mal, wie sie einander lieben!
Das wäre mein Wunsch im Jahr 2019 für das ganze Bistum der Anglikanischen Kirche in Deutschland.
Einsegnungen: Firmung und
Prädikanteneinführung
Bischof Gerhard Meyer, D.D
Firmung / Konfirmation
Zu einem besonderen Gottesdienst hatte die Christusgemeinde am Montagabend, 10. Dezember, in Schwarzenborn eingeladen. Bei einem feierlichen Abendlob wurden zwei erwachsene Personen nach anglikanischem Ritus nach Befragungen und dann unter Handauflegung vom Bischof gefirmt / konfirmiert:
Beschütze, o Herr, dies Dein Kind mit Deiner himmlischen Gnade, dass es immerdar Dein bleiben und täglich mehr und mehr an Deinem Heiligen Geist zunimmt, bis es in Dein ewiges Reich kommt. Amen.
In der ausgehändigten Urkunde wurde von mir erklärt: Ich bestätige, dass N.N. aufgrund seines / ihres Bekenntnisses der Bekehrung zu Gott und dem Bekenntnis, dass Jesus Christus sein / ihr Erlöser und Herr ist, in die Gemeinschaft der Anglikanischen Kirche i.D. / REK durch den Brauch der Firmung / Konfirmation aufgenommen wurde.
Prädikant / Lay-Reader.
Anschließend nach der Predigt hatten wir die große Freude, ein Gemeindemitglied, Jared M. Wensyel, der an der Freien Theologischen Hochschule Gießen seine Ausbildung abgeschlossen hatte, zum Prädikanten, englisch: Lay-Reader einzusegnen.
Die Aufgabe eines Prädikanten besteht besonders darin, Wortgottesdienste, Hochzeiten und Beerdigung durchzuführen.
EINE UND DOCH VIELE KIRCHEN
DIE BEDEUTUNG DER TRINITÄT FÜR DIE LEHRE DER KIRCHE ANHAND DER EKKLESIOLOGIE MIROSLAV VOLFS
Freie Theologische Hochschule
Jared Michael Wensyel
Das FAZIT der Bachelorarbeit von JARED MICHAEL WENSYEL(64 Seiten)
Am Anfang dieser Arbeit wurden drei Fragen hinsichtlich der Bedeutung der Trinität für die Lehre der Kirche gestellt:
Erstens, auf welcher Art und Weise die menschliche Gemeinschaft in der lokalen Kirchengemeinde durch die Trinität bestimmt ist und ihrer Gemeinschaft entsprechen soll,
zweitens, welche Konsequenz die Trinitätstheologie für das Verhältnis zwischen der lokalen Kirchengemeinde und anderen Kirchengemeinden bzw. dem universellen Leib Christi hat, und
drittens, welche Auswirkung die trinitarische Theologie auf die kirchliche Leitung hat. Im Folgenden sollen die Ergebnisse dieser Arbeit bezüglich dieser Fragestellung präsentiert werden.
Eine Untersuchung zur Trinitätstheologie ergab, dass die ekklesiale Gemeinschaft das Verhältnis der trinitarischen Gemeinschaft widerspiegeln soll. Das biblische Mysterium der Trinität, wie Gott sich in der Heilsgeschichte offenbart hat, verlangt ein Zusammenhalten von Wesenseinheit und Dreiheit der göttlichen Personen, die beide sich scheinbar widersprechen aber in der biblischen Offenbarung wesentlich sind und deshalb zusammengehören. So ist Gott gleichzeitig als Einheit und Dreiheit zu verstehen.
Weil Gott Einheit in Dreiheit ist, soll die Kirche auch die Gleichzeitigkeit von Einheit und Vielfalt widerspiegeln. Die Einheit der Kirche auf allen Ebenen befindet sich in dem konkreten Wirken des Heiligen Geistes, der alle Christen in Christus vereinigt. Durch diese christologische Begründung ist die Einheit nicht in einer zentralen Struktur selbst zu verorten, sondern verborgen in Christus. Sie wird aber in der Vielfalt auf allen Ebenen des kirchlichen Seins vergegenwärtigt und macht sich so sichtbar. Weil alle Christen und Kirchen in Christus eins sind, sind sie berufen bzw. verpflichtet, die Einheit in dem Zusammenarbeiten der ekklesialen Vielfalt zu suchen. Eine solche Einheit soll konziliar aufgebaut sein, wodurch diese gemeinsame Kirche sowohl der Einheit in Christus als auch der Vielfalt als Zusammenschluss der Kirchen gerecht wird. In diesem Kontext ist es notwendig, dass jede Gemeindegründung oder bestehende Ortsgemeinde sich nicht als unabhängige Gemeinschaft versteht, sondern die enge Zusammengehörigkeit des weltweiten Leibes Christi ernst nimmt und daher auch am ekklesialen Leben partizipiert, das über die Lokalkirche hinausgeht, indem sie auch Teil einer überörtlichen Struktur ist, die danach strebt, die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche zu vergegenwärtigen.
Weil das differenzierte Verhältnis der göttlichen Personen aus unter- schiedlichen Eigentümlichkeiten besteht, die z. B. eine besondere Autorität des Vaters zulassen und zugleich gleichwertige, gleichursprüngliche und gegenseitig bedingende Beziehungen zwischen den göttlichen Personen bedeutet, dürfen besondere Ämter wie die Leitung durch ein Predigtamt, das zur Einheit und Apostolizität der Kirche dienen soll, diese Realität widerspiegeln. Dies widerspricht aber nicht der Vielfalt des charismatischen Lebens der Kirche, in dem jeder nach seiner persönlichen Begabung den Missionsauftrag der Kirche erfüllen soll. So wird dieses Leben der ganzen Kirche durch den Dienst eines solchen Amts nicht beeinträchtigt, sondern in ihrem Dienst gestärkt. Weil die Lokalkirche auch diesseits Teil des ganzen Leibes Christi ist, soll ein solches Amt, das zur Einheit und Apostolizität dient, nicht nur durch die lokale Gemeinde bestimmt werden, sondern die Einsetzung in ein solches Amt soll mit der Beteiligung der ganzen Gemeinde durch Vertreter der ganzen Kirche über die lokale Kirche hinaus stattfinden, so dass dieser Amtsträger sowohl die Einheit der Lokalkirche als auch die Verbindung mit der ganzen Kirche verkörpert.
We appreciated very much the Summer Mission at Knuellcamp English Camp, Church and Mission Tour. The early team arrived July 12, final team left August 7th.
Anglican Bridge is the 2018 merger of the previous Knuellcamp / English camp and Atlantic Bridge, a Dutch youth missions organization where international youth from America, Netherlands, Belgium, Hungary, and Germany came together for a week of fun, games, and fellowship. This year there were 20 students ranging from 14 – 23 plus 5 older Team leaders.
We had a great set of leaders directing activities and supervising camp shenanigans! We have visions of having 100 students next year!! The camp was run with daily Morning Prayer, small group devotionals, games, campfire fellowship, free time, planned group walks for enjoying the beautiful hills and forests in the surrounding countryside, and teaching sessions on the mission of St. Boniface.
The Crew from the US
Deacon Mark Woolsey from a RE Church in Texas taught the main sessions, Ian Cowen from Texas and Christine Look from Germany represented the Atlantic Bridge group while Christin Staemmler from Germany and Sarah Benner from Maryland represented the RE English camp. We worked together to blend these two styles of running a camp. After this week, the group split into separate teams to do sightseeing and missions work in Berlin, Dresden, Hungary and the Czech Republic. It was a great time and we look forward to next year! Consider sending youth from your church to participate!!
Sports
Since 4 teams were created for the small group meetings, these groups were used to play one another in volleyball and soccer, better known as football/Fußball here! Several times pick-up games of soccer were formed with such strong competition that the players were willing to forgo homemade ice cream in order to finish the game. We enjoyed teaching the European kids how to play softball and watching them show off their amazing talents in European football.
Teaching
Deacon Woolsey shared tons of fascinating historical information about St. Boniface. He lived from 675-754. Boniface is known as the missionary to the Germans. Born in England as Wynfrith, he was raised in a monastery. Eventually he was made a bishop in Germany. Boniface didn’t quite follow the pope’s cautious evangelism techniques, instead in Fritzlar, he chopped down the tree that the pagans considered sacred to their God and utilized it to build the first church there. When nothing terrible happened, many of these folks turned their lives over to the Lord. Boniface returned to reach out to the people of Friesland, where he was attacked and brutally murdered while baptizing new converts. https://en.wikipedia.org/wiki/Saint_Boniface
In the Dark!
For a few hours during the cool evenings, Anglican Bridge Camp gathered around a campfire to regroup after the day’s activities. We had snacks and drinks, sang songs or chatted with our new friends. A few of us were brave enough to share how they have either come to know Jesus as their Lord and Savior or how they have grown in their relationship with God. Although it wasn’t completely dark until quite late, the stars could be enjoyed in their splendor either at the campfire or from the viewing tower a short walk away.
Tasty Tidbits and Chow Time
Grace Meyer, our thoughtful hostess, provided American style snacks for night time activities like Cool Aid and popcorn or chips during the movies. Surprisingly, the Germans prefer sweet popcorn and paprika chips! Meals included US style sloppy joes, grilled cheese and tomato soup, waffles, cinnamon rolls, pasta and meatballs, and even steak on the grill. The kids found out that Germans eat a LOT of rolls, very yummy and fresh from the bakery! Breakfast included cheese and salami to go with the rolls as well as yogurt for the cereal. We tried Döner (yum) and the best Bratwurst! Only one crazy prank – Mrs. Benner ended up using the salt shaker which had the lid unscrewed! But she got the prankster back when he had to eat a bite of the SALTY mashed potatoes!!
We found that the water isn’t free or from the tap. When you ask for water it comes with carbonation or you have to ask for `stilles Wasser´.
Talent Night
The culminating and craziest activity was the talent show put on by several team members Sunday night. Wesley, Trevor and Jacob played piano pieces, Jacob played the American National Anthem on Bishop Meyer’s trumpet, Andrew, Emma and Claudia joined Sarah and Christin to act out `The Top 7 Ways to Evangelize´ (really, how NOT to), Deacon Woolsey lost, just barely, to Dennis during their Dad joke contest, Ian gave a sword fighting demo as 4 students: Noah, Dietrich, Christine, and Ethan tried to attack him with a sword, Caleb and Sarah put on the famous Who’s On First comedy routine, and best of all the grown ups acted out their version of the most important events from the life of St. Boniface, played by Dennis Ritchie,
– some of us were pagans trying to stop him, some came to trust the Lord when Boniface cut down their sacred tree (we actually used a chainsaw and cut one down!!) Follow the historical record, the pagans, played by Sarah, Christin and Ian, killed Boniface while he was baptizing new converts.
Field Trips
City of Fritzlar to see a cathedral and shopping in the marketplace,
Spring fed swimming pool for some freezing fun and a hot climb up to castle ruins,
Hike through the woods to a foot bath of icy water,
Night walks to stargaze at the local tower on the top of the hill,
Mission work to Berlin started with a Reformation sightseeing tour in Eisenach to see Wartburg Castle where Martin Luther was hidden and spent his time translating the Bible into German. He even designed a new letter, W, and standardized high German.
Then we headed to the concentration camp – Buchenwald. A serious reminder of how far man’s depravity can take him and how we need to remember our past and not repeat it.
We ended the day arriving in Wittenberg to stay in a youth hostel. Supper was at the local delicious German restaurant on the market square.
We spent a day seeing the churches in Wittenberg where Martin Luther hung the 95 theses and where he preached. We visited Luther’s home and Cranach’s printing shop.
Notably, we learned that behind this great man was his most capable wife, (picture Kathy Luther).
The team painted
the playground at Knuellcamp,
the Coffee-house “The Connection” rooms that house Christ Church, Berlin. We also spent one of the hottest days of the trip assisting Rev. David Ayers to move his entire household with two truckloads to a new apartment, 4 stories down – later 3 stories up.
the Ka De We – a huge and fancy mall in downtown Berlin,
Kaiser Wilhelm Memorial church and the new very modern church beside it, rides on the buses and trains, swimming in the lake and playing around with a few refugee kids from Syria, and a local flea market.
The entire team was hosted for a grill night by the Hilliger family. We had a fantastic trip exploring new places and meeting up with a new culture!
Serving the Church abroad while building the Church in Germany. Your servants Bp. Gerhard & Grace
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N a c h r i c h t e n a u s d e r a n g l i k a n i s c h e n W e l t
Ausgabe Nr. 2 – O S T E R N 2018 ___________________________________________________________________
Christ ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja !
(Nachfolgender Artikel aus der Kirchenzeitung)
Geistliches Wort:
Von der Passionszeit über Gründonnerstag und Karfreitag bis zum Tag der Auferstehung unseres Herrn Jesus, Ostersonntag. Pfarrer Michael Winkler
Wie war die diesjährige Passionszeit 2018? “The same procedure as last year?” (deutsch: „Der gleiche Ablauf wie im vergangenen Jahr?“) Vielleicht hat sich der eine oder andere wieder an die „7 Wochen Ohne“ mit dem Thema „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“ gewagt? Das klang richtig missionarisch!
Bei uns gab es wie in jedem Jahr in etlichen Kirchen einmal wöchentlich eine
Passionsandacht, in der über das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus
meditiert wurde.
Aber auch die Namen der Sonntage in der Passionszeit bestimmten wieder ein
gutes Stück die Inhalte unserer Abendmahlsgottesdienste im hiesigen
Bundeswehrkrankenhaus. An einen Sonntag entsinne ich mich sehr gut. Es war
der Sonntag Lätare, „Freuet euch mit Jerusalem“, Jesaja 66,10, der u.a. an die
Freude über die Heimkehr der Israeliten um 539 v.Chr. aus der Babylonischen
Gefangenschaft erinnern sollte. Das man diesen Sonntag auch als „Klein
Ostern“ bezeichnete und die liturgische Farbe an diesem Sonntag „Rosa“ war,
das hatte ich bis dato noch nicht gewusst. Ja, man lernt doch nie aus, auch
und besonders als Christenmensch nicht.
Aber nun will nicht nur über die Passionszeit bzw. die zweite Fastenzeit
nachdenken, sondern zum Gründonnerstag kommen, der ja auch noch andere
Namen trägt, wie z.B. Hoher und Heiliger Donnerstag oder Palmdonnerstag.
Und wie wir alle wissen, erinnert dieser Tag auch in anglikanischen Kirchen an
das Letzte Abendmahl Jesu mit Seinen Jüngern. Noch heute bedenken wir in
der eucharistischen Feier, denken wir an die Konsekration der Gaben Brot und
Wein, an die heilsgeschichtliche Bedeutung dieses Tages. Übrigens in vielen
lutherischen Gemeinden in Hamburg wurde auch in diesem Jahr wieder ein
Gottesdienst oder eine besondere Gemeindezusammenkunft zum Thema
Abendmahl/Eucharistie angeboten.
Und dann wie jedes Jahr ging es wieder über den Gründonnerstag als dem
Triduum Sacrum (lateinisch für „heilige drei Tage“) oder Triduum Paschale
(„österliche drei Tage“, „Ostertriduum“), wie die Katholiken jenen Weißen oder
Hohen bzw. Heiligen Donnerstag bezeichnen, hin zum dem im Protestantismus
wichtigeren Tag, dem Karfreitag, an dem wir uns an das Sühneopfer Jesu
Christi in besonderer Weise erinnern.
Heute erscheint nun wieder zu Ostern 2018 diese neue Ausgabe der
Kirchenzeitung der AKD/REK. Dann werde ich noch immer im Ausland sein (Ukraine, Lemberg) sein, um in einer dortigen Gemeinde als Pastor zu dienen. Natürlich war das auch am Karfreitag so, als wir über die Kreuzigung Jesu für uns persönlich und für eine
jede christliche Gemeinde nachdachten. Der Altar war wie jedes Jahr ganz
schlicht gestaltet ohne Kerzen und Blumen und mit dem zugehangenen Kreuz.
Nur die Bibel lag offen und für jedermann gut lesbar auf dem Altar. An diesem
Tag nun betonte ich wie in jedem Jahr wieder zu einen wie heilsnotwendig für
uns Christen die Kreuzigung Jesu und damit das Sühneopfer Jesu ist, zum
anderen den Karfreitag als ein großes Fenster mit dem Blick auf Ostern
darzustellen, weil beide Feste untrennbar, wie jeder weiß, zusammengehören.
Und noch etwas, das untrennbar zu Karfreitag gehört:
Vor vielen Jahren sang ich zum wiederholten Male die Johannespassion in
einem Kirchenchor mit.
Die damalige Kantorin orientierte sich dabei an der berühmten Verfilmung der
Bach`schen Johannespassion von Hugo Niebeling im Dom zu Speyer aus dem
Jahr 1964.
Seither schaue ich mir auf der DVD, ich tat dies auch in diesem Jahr, sehr gern
am Karfreitag oder Karsamstag diese Verfilmung an mit dem Titel
„Es wäre gut, dass ein Mensch würde umbracht für das Volk“,
dargeboten von stimmgewaltigen Oratoriensängern, dem gewaltigen Chor und
den authentischen Schauspielern in dem riesigen und erhabenen Dom zu
Speyer.
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