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Die Rolle des Staates – Römer 13,1-7

Januar 29, 2017

 

 

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 Rö 13,1-7 Die Rolle des Staates für Christ und Nichtchrist

Heute findet in Schwarzenborn wieder eine Bürgermeisterwahl statt.  Alle Wahlberechtigten hatten ihre Wahlberechtigungen erhalten. Wieder stellt sich uns die Frage: Sollen wir wählen gehen oder nicht? Sollen wir unsere örtliche Obrigkeit wählen oder nicht. Auch durch Nichtteilnahme wird vor Ort und in der Bundesrepublik die Obrigkeit mit bestimmt. Ja Christen sollen im demokratischen Land ihre Obrigkeit aktiv wählen und zur Wahl gehen und sich so für Gerechtigkeit und das Gute mit einbringen. – Wie steht es überhaupt mit unserem gelebten Glauben und unser Verantwortung unserer Obrigkeit gegenüber?

Der Grund für das politische Handeln gibt Paulus für uns Christen in Röm 13 so.

  1. Die Regierung ist eine göttliche Einrichtung.
  2. Die Regierung ist eingesetzt, um Gutes zu fördern und Böses zu verhindern.
  3. Die Verantwortung ihr gegenüber, obliegt uns.

 

  1. Die staatliche Macht oder Regierung ist eine göttliche Einrichtung.

Hier wollen wir zuerst aufzeigen, dass Gott der unumschränkte Herrscher über allen Nationen ist und dass er alle Regierungen einsetzt, wo und wie er will .

V 1. Manchem bleibt da sicherlich der Atem stehen, wenn er hört, dass die staatliche Obrigkeit eine göttliche Einrichtung ist. Unsere Regierungen in Berlin, Wiesbaden oder das Stadtparlament Schwarzenborn sind für uns Obrigkeit oder staatliche Gewalt. Gott hat es durch seinen Ratschluss gefallen, durch diese unterschiedliche Regierungen Seinen Willen zu äußern. Vom Präsidenten oder Kanzler unseres Staates über alle Verzweigungen der Macht bis hin zum Polizisten oder Ableser der Wasseruhren unserer Stadt können wir sagen: Sie alle sind von Gott eingesetzt und regieren im Auftrag Gottes, uns zum Guten. Ob nun diese selbst es wissen oder nicht, sie sind alle Diener Gottes und sind dazu da, um die Ordnungsmacht des Staates auszuüben. Denn Gott ist ein Gott des Friedens und nicht der Unordnung. Diese ordnende Macht hat ein Hauptziel: Das Gute – das Recht-Tuen, was dem Frieden in der vielschichtigen Gesellschaft dient, zu fördern, aber auch all das Böse – das Unrecht-Tuen zu bestrafen. Gott hat aber ein Ziel mit der Struktur des Staates: Er will durch diese Ordnung, durch die Gesetze des Staates, die Gerechtigkeit Gottes aufrichten. Dieses geht natürlich nur durch willige Nachfolger Christi und wiedergeborene Herzen. Die Gerechtigkeit Gottes ist Grundlage für den Frieden, nicht nur des persönlichen, sondern auch das des Staates. Wir warten, dass Christus schließlich sein Friedensreich hier auf Erden aufrichtet, die göttliche Leit-Kultur aufrichtet.

Fragen wir uns, ob unsere Deutsche Republik von Gott ist? Ja, unsere jetzt bestehende Regierung ist von ihm bestimmt und eingesetzt. Sowohl unsere hessische Regierung als auch die deutsche Regierung ist gottgewollt.

Dass staatliche Gewalt schon immer als von Gott gegeben und eingesetzt angesehen wird, zeigt uns die Schrift. Gott traf Vorbereitung dazu als sein Volk Israel in Ägypten auf ca. 3 Millionen herangewachsen war. Nach dem Auszug gab er ihnen am Sinai eine Staatsverfassung und erwähnte bereits in 5 Mose 17, dass das Volk sich später einen König wählen wird. Zuvor war Mose Staatsmann und Prophet in einer Person. König David ist dann das gute Vorbild für alle Staatsführung sowie König Salomo in den ersten Jahren seiner Regierung. Selbst nichtjüdische Regierungen werden als von Gott gegeben bezeichnet. So hat Gott z.B. Nebukadnezar, seinen Diener und Knecht, eingesetzt und berufen. Jer. 25,9 Siehe, ich will ausschicken alle Völker des Nordens, auch meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel und will durch sie den Bann vollstrecken.

Dies soll uns als Beispiel dazu dienen, dass Paulus ein universales Prinzip Gottes deutlich erklärt und es der Gemeinde nun als verpflichtend für alle Zeiten auferlegt, auch bei nichtchristlichen Regierungen. Gott ist der Herrscher aller Herrscher und Könige aller Könige. Er setzt ein und ab, wen er will, ob Obama oder Trump, ob Angela Merkel oder Kanzlerkandidat Martin Schulz. Doch wenn im Amt, jede Regierung ist Gottes Dienerin, eingesetzt, um die staatliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Von diesem Prinzip gibt es jedoch auch Abweichungen. Wenn ein Befehl Gottes oder Christi klar das Gegenteil sagt, besonders in Bezug auf die Anbetung Gottes oder dies moralischen Lebens, dann ist Gottes Befehl immer zuerst gehorchen. Denken wir da zuerst an Daniel. Als es zum Konflikt über sein dreimaliges tägliches Gebet kam, da gehorchte er nicht der Anordnung der staatlichen Gewalten, sondern war dem staatlichen Gebot mit allen Konsequenzen strickt ungehorsam. Doch Gott errette ihn aus der Macht der gefährlichen Löwen. Was er aber nicht immer tut.

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Nun zu heutigen Ungerechtigkeiten des Staates: Erlaubt Gott gleichgeschlechtliche Ehen oder Abtreibungen ungeborener Kinder? Nein, da müssen wir Gottes Willen mehr gehorchen als dem Staat.

Blicken wir zu Daniels drei Freunden und ihre Herausforderungen:

Dan 3,17 Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten; aus dem glühenden Ofen und aus deiner Hand, o König, kann er erretten.

 18 Und wenn er’s nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild, das du hast aufrichten lassen, nicht anbeten wollen.

Daniel selbst: 6, 14 Sie antworteten und sprachen vor dem König: Daniel, einer der Gefangenen aus Juda, der achtet weder dich noch dein Gebot, das du erlassen hast; denn er betet dreimal am Tage.

WiderstandIn der Regel gilt: Wer sich staatliche Ordnungen widersetzt, wer opponiert und massive rebelliert, der stellt sich gegen die Ordnung Gottes. Deshalb hat sich die gesamte 68er Bewegung, die APO und die Neomarxisten noch vor Gott zu verantworten, auch Fischer, Cohn-Bendit, Trittin, etc.  – auch heute die rechts- wie die linksradikale Szene und Einzeltäter. Denn sie wollten den bestehenden Ordnungs-Staat, von Gott gewollt, stürzen.

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Doch wenn der Staat die Opposition zulässt, dann ist dieses rechtlich und ein Korrektiv zur Wahrheitsfindung. Wenn aber eine Opposition die vorhandene Gesetze verletzt, ist dies im Prinzip ein Widerstand gegen Gottes Ordnung und damit Opposition gegen Gott selbst.

 Paulus hat erfahren, dass die meisten römischen Gesetze das Wohl des Staates und das Gute der Gesellschaft förderten. Sie beschützen die Bürger, sorgten für Wohlstand, sorgten für Reisewege, Post, Ausbildung und damit auch der ungehinderten Verkündigung des Evangeliums. Paulus erhielt mehr Unterstützung für das Evangelium durch den römischen Staat als durch die damalige jüdische Religion.

2. Die Regierung ist eingesetzt, um Gutes zu fördern und Böses zu verhindern.

V. 3+4 Regierung ist eingesetzt um Gutes zu fördern und Böses zu verhindern. Gehorsam gegenüber den weltlichen Autoritäten ist weiterhin befohlen, weil dies dem Dienst der Gerechtigkeit Gottes dient. Dies ist das Herzstück des Römerbriefs. In diesen Versen beschreibt Paulus gleich zweimal die weltliche Regierung als Gottes Diener. Warum muss der Christ diesem Staat gehorchen? Weil dieser sich in der Hand Gottes sich befindet. Der Staat steht unter der Herrschaft Gottes, auch wenn es nicht so aussieht. Doch Gott will seine Gerechtigkeit durch seinen Diener, den Staat, aufrichten. Um dies durchzusetzen benötigt ein Staat das Instrument der Machtausübung, es ist die Waffe, die im Notfall den Tod herbeiführen kann. Nicht umsonst besitzen alle Nationen der Welt Armeen. Es spuckt in den Köpfen vieler, auch von Christen, dass Pazifismus, Gewaltlosigkeit und Barmherzigkeit das Mittel des Friedens ist. Solange die Sünde in der Welt herrscht, will Gott das Schwert erhalten, um zu strafen. Alle Armeen der Welt, alle bewaffneten Polizisten sind eigentlich eine Bestätigung des Sündenfalls, der die von Grund schlechte Natur des Menschen bis heute bezeugt. Die Bewaffnung des Staates und seine Gefängnisse bezeugen: Es gibt keinen guten Kern im Menschen, er entwickelt sich nicht von selbst zum Guten. Solange es aber noch Sünde gibt, muss es Machtstrukturen geben. Erst wenn Satan und Sünde gebunden ist, hat das Schwert ausgedient. Strafe muss aber nicht nur angedroht, sondern auch zur rechten Zeit ausgeführt werden. Das Schwert diente gewöhnlich dazu Mörder und andere Kriminelle hinzurichten. Die Bibel sagt: „ Wer unschuldiges Blut durch Mord vergießt, dessen Blut soll auch vergossen werden!“ Dies ist heute immer noch gültig. Und gerade in den USA, einer einstmals christlichen Nation, wird sie noch sehr oft durchgeführt. Die gläubige Christusgemeinde muss dies dem Staat und der weichlichen pazifistischen Gesinnung bei den Jungen und Alten wieder ins Gewissens rufen. Die Todesstrafe wird zu Recht nicht nur im AT sondern auch in V 3-4 im NT gefordert. Wozu trägt der Staat das Schwert? Um Brot oder Hecken zu schneiden? Mord kann unmöglich schon nach 15 oder 25 Jahren verjähren. Wer dies unterstützt, darf sich nicht wundern, dass die Saat der Gewalt um sich greift wie das Unkraut. Aber, solange das Böse gestraft wird, kann sich das Gute tatsächlich entwickeln. Dies ist das Ziel Gottes: Durch Gerechtigkeit soll Gutes tun entstehen. Nur wenn das Unkraut bekämpft wird, dann kann auch die gute Saat im Garten aufgehen und recht gedeihen.

Und dieses Prinzip gilt nicht nur für den Staat, sondern auch für die Firma, die Schule und die Familie. Böses nach der Schrift muss gestraft werden, muss die Folgen tragen. Alle, die da in Verantwortung stehen, müssen ihre Verantwortung auch wahrnehmen. Jede göttliche Autorität ist nicht an erster Stelle zur Barmherzigkeit aufgerufen, sondern sie muss das Böse strafen. Christus wurde für unser Schuld am Kreuz gestraft, auf dass wir dann Gnade erhalten zum Guten erhalten können.

Spr 18,6 Die Lippen des Toren bringen Zank, und sein Mund ruft nach Schlägen.

Rö 2,9 Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen;

Jes 5,20 Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!

1 Kor 5,11 Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen lässt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen. Denn was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind? Gott aber wird, die draußen sind, richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!

 3. Unsere Verantwortung

Wenn dies nun so ist, dann gibt es nur eine Schlussfolgerung: Wir Gläubigen müssen uns unterordnen und die Regierung anerkennen und unterstützen. Das bedeutet praktisch, Steuern, Abgaben und Gebühren zu bezahlen. Dies sagt Paulus, dies sagte auch Jesus: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Wer nicht seine Abgaben und Steuern entrichtet, der ehrt nicht nur nicht den Staat, sondern er widersetzt sich damit Gottes Anordnung, er entehrt Gott selbst.

Wie sollen wir nun praktisch nach unserer Gemeindesatzung und den Gesetzen Hessens und unseres Staates leben? Wir dürfen unmöglich in einer ablehnenden negativen Einstellung zu unseren staatlichen Autoritäten leben. Wir wissen. Der wahre Herrscher ist Gott, der Herrscher Himmels und der Erden. Er hat den Staat in seiner Hand, uns zum Guten.

Gebet: Deshalb wollen wir nun auch mehr für diese von Gott eingesetzte Einrichtung beten. 1. Timotheus 2,1+2

1 Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf … 2 für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. 

Beten wir, dass wir solch ein gottesfürchtiges und ruhiges Leben führen können. Dies ist aber nur möglich, wenn wir dafür beten, dass durch diese Regierung das Böse bestraft und das Gute gefördert wird.

 Wollen wir für diese Regierung und auch ihre Unter-Obrigkeiten beten und sie so zum Guten unterstützen. Amen.

Neujahrsgrüße 2017 und Rückblick

Januar 19, 2017

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NEWSLETTER – Neujahrsgrüße und mehr ... mit Bildern

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Gesegnetes Neues Jahr 2017

Wir möchten jedem danken, der sich im vergangenen Jahr um uns gesorgt, gebetet und eingesetzt hat. Wir haben ein volles und ausgefülltes Jahr des Dienstes gehabt, haben uns um Leute im Camp und vom Zentrum aus um Gemeindegründung und Ausbildung für das Reich Gottes gekümmert.

www.knüllcamp.de

Im Jahr 2016 gab es 3455 Übernachtungen in Gebäuden und weitere 1385 in Zelten. Z.z. haben wir immer noch keinen Vollzeitkoch / Köchin. Grace Meyer leitet zusätzlich zur Camp-Organisation den Küchenbereit unter Mithilfe von zwei Mitarbeitern. Betet mit uns, einen Teilzeitkoch zu finden.

 Veränderungen Camp & Kirche

Es gibt Höhen und Tiefen im Reich Gottes. Weil es keine gemeinsame Vertrauensbasis für die Zusammenarbeit mehr gab, wurde Pfarrer Thomas Winkler, ehemaliger Prior des St. Stephanus Ordens, Ende August gekündigt. Mit gleichzeitiger Wirkung wurde ab August Pater James Crofts als Prior für den Orden eingesetzt. Im 31. Oktober wurde Schwester Clara Elisabeth als Oblatin eingesegnet. Pater James ist nicht permanent im Kloster, weil er als Missionspater in Missionsgemeinden um Mönchengladbach und Neuss dient. Als Ergänzung predigt nun hin und wieder in seiner Abwesenheit Evangelist Götz Simon in den Gottesdiensten in Schwarzenborn.

Betet für Pater James‘ Genesung nach seinem Herzinfarkt.

www.benedikt-seminar.de

Ende September begannen wir mit der Seminararbeit zur Ausbildung und Vorbereitung von Männern für den Dienst in der Kirche Christi, besonders zur Seelsorge und Evangelisation. Auch für Frauen gibt es Gelegenheit zum Studium. Vom 13-15. Januar 2017 fand das 2. Präsenzseminar statt. Betet für Studenten und Dozenten in 2017.

Der Dienst an den Flüchtlingen

geht auf einer kleinen, aber intensiven Ebene weiter. Bild: Bewerbung in Bad Hersfeld bei Amazon. Wir fanden einige Wohnungen für Flüchtlinge. Bereits zwei von ihnen haben eine Vollzeitbeschäftigung, drei besitzen ihre eigenen Autos. Insgesamt wurden sechs Iraner im November und Dezember in der Christuskapelle nach Taufunterricht getauft. Betet für weiteres Wachstum im Glauben, Deutsch zu sprechen und um weitere Arbeitsplätze.

JAUSENSTATION

 Im Dezember verließ uns Ralf Müller nach 10 Jahren Dienst in der Jausenstation  (www.knuell-jause.de)  und zog wieder in seine Heimatstadt Nordhausen. Betet mit uns für Ersatz

 Amtseinführung

Am 14. Januar 2017 wurde Pfr. Dr. Joachim Feldes, der auch Dozent am St. Benedikt Seminar ist, in einem feierlichen Gottesdienst in der Christuskapelle Schwarzenborn in das Amt eines Pfarrers / Priester in die AKD eingeführt. Betet mit für seinen Dienst im Seminar und seinen Gemeindedienst im Südwesten Deutschlands.

Jubiläum – 500 Jahre Luther

 Englishcamp 2017 – Luther 500

Das Englisch Camp  –Walk where Luther walked – (Den Fußtapfen Luther‘s folgen) findet vom 15. bis 23. Juli 2017 statt. Es gibt zwei Gruppen:

„Cubs“ (Jungschar Alter 9-12-Jährige)

und „Teens“ für 14-18-Jährige.

MEHR unter: http://www.englishcamp-knuell.de

 

Betet für ANMELDUNGEN &Teammitglieder.

 

  1. Katechismus auf Deutsch

Als Beitrag zur Reformation übersetzten wir den neuen anglikanischen Katechismus ins Deutsche:

Erscheinung bald: 340 Seiten, fester Einband, Dünndruckpapier mit grundlegend reformatorischen Inhalt:

  1. Frage: Was ist das Evangelium?

Betet für den Rest der fehlenden Finanzen von € 5800, –

Bei Spenden Zweck: „Katechismusangeben.

Verbunden im Dienst für das Evangelium Christi 

Bischof + Gerhard und Grace

 ———————————————————————–

 

Kontoinhaber: Anglikanischen Kirche i.D. e.V.

Spar- und Kreditbank (SKB) Witten
Bankleitzahl: 452 604 75; Konto Nr. 519 590 0
IBAN: DE15 4526 0475 0005 1959 00
BIC: GENODEM1BFG

Das Kreuz und die Krippe in 2017

Dezember 31, 2016

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Die Weihnachtsbotschaft und das Kreuz in der Krippe. Mt. 1,18-24

Unser Bundespräsident Joachim Gauck hatte eine treffende Weihnachtsbotschaft gebracht, sie war  würdig, umfassend und auch mit geistlichen Inhalten versehen.

Auch die deutschen Bischöfe der Großkirchen, sie redeten zum Frieden in Politik und Welt, sowie gegen Extremismus, Hunger und Ungerechtigkeit. Auch Papst Franziskus reiht sich dort mit ein und erteilte am Ende den Segen:  Urbi et orbi „der Stadt (Rom) und dem Erdkreis“) am Ende.

Doch enttäuscht erhielt ich Nachrichten zu einigen Predigten. „Da war so viel von Politik, aber wenig oder nichts von Jesus und die Bedeutung seiner Geburt zu hören.“

Die Weihnachtsbotschaft wurde von der Luther Botschafterin schon exzellent und rhetorisch gut von der Kanzel der Gemeinde in der Schlosskirche zu Wittenberg präsentiert, jedoch mit einigen kleinen Attacken gegen Trump und Extremisten.

Ihre  Botschaft: Gott kommt zu uns allen in den Alltag hinein, in die Probleme und Umstände. Immanuel, Gott ist dir und uns allen nahe. Das ist die Botschaft, die die Hirten und einfachen Leute erfuhren. Gott ist Dir nahe. Immanuel.

Das ist richtig, aber ist das alles, ist das das Zentrale, was die Menschen, die selten in die Kirche gehen, dann tröstlich als Evangelium hören sollen?

Natürlich ist das Evangelium auch als zweischneidiges Schwert politisch und anstößig gewesen. Denn Jesus sagte: Gebt dem Kaiser, der Regierung, was dem Kaiser, der Regierung, gehört, aber Gott, was Gott gehört. In den Kirchen und durch die Predigt soll aber nach Dr. Luther das gebracht werden, was Christum treibet.

Und da fehlte halt, dass was uns das Matthäusevangelium zusätzlich zum diesem hier sagt:

Sie (die Menschen) werden diese Person Immanuel – Gott mit uns – nennen. Diese Botschaft ist gut, dass Gott mit uns ist. Aber der erste und wichtigste Teil fehlt noch hier, wie auch auf vielen Kanzeln und in Predigte.

Der Engel verkündigte als erstes und vordringlichste den Namen Jesu mit dem damit verknüpften himmlischen Programm: Dem zu gebärenden Sohn soll Maria den „Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden“. Die Botschaft vom Sündenretter ist aber untrennbar verbunden mit dem Namen Jesu.

Wer versteht denn von der jetzigen postfaktischen Generation noch die Bedeutung des Namens, an das ganze Programm Jesu? Wenn der Sünden Retter nicht mehr von der Kanzel verkündet wird, dann lässt sich auch keiner mehr von dieser Generation retten. Petrus betont, als in der Sukzession Christi und des Evangeliums Stehender: „Es ist in keinem anderem Namen Heil, kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, darin sie sollen gerettet werden“.

Sollte nicht mehr gesungen, verkündet, erklärt und zur Verantwortung von der Kanzel aufgerufen werden: Christus, dein Retter ist da, und – Christ der Retter ist da?

Diese Botschaft der Rettung kommt oft zu kurz oder fällt selbst in aller Welt bei postfaktischen Kirchen und Gemeinden mit ihrem Weich- und Wohlfühlevangelium unter den Tisch. Deshalb haben uns die alten Kantoren und Kirchenmusiker prägende Lieder mit auf den Weg gegeben, Verse wie:

Nikolaus Herrman: Heut schließ er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis.

Heinrich Holzschuber:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende  Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue dich, freue dich, o Christenheit.

Oder Martin Luther: Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eu’r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein.

Auch Paul Gerhard: Ich lag in tiefster Todesnacht, (und dann die Anwendung) und so lass mich doch dein Kripplein sein.

 

Und weiter. Wo hören wir noch bei Taufen, dass der Täufling dem Satan, der Sünde (Gesetzesbruch des Willens Gottes) und Selbstsucht, absagen soll? Dass man sich zu Gott, zum Halten seiner Gebote und zur Selbstverleugnung bekehren soll, um Christus nachzufolgen und ihm ähnlich zu werden?

 

Doch zu den Windeln Jesu gehören zugleich die Grabtücher, zur Höhle in Bethlehem die Grabeshöhle von Golgatha. Wenn wir doch die Krippe in der Weihnachtszeit bis zum 6. Januar feiern und besingen, dann gehört dort auch gleichzeitig die Botschaft vom Kreuz zur Errettung von der Sünde hinein. Ja, dann ist Immanuel, Gott auch wirklich mit uns. Gott mit uns in 2017 mit der Botschaft von Krippe und Kreuz.

Bischof.meyer.rekd.de


 

Reformation und Anglikaner

November 8, 2016
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Wittenberg Predigtkirche: Bubenhagen & Luther

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Was kommt mir in den Sinn, wenn ich als Anglikaner an die Reformation von 1517 denke? Welche Glocken läuten, an wen denke ich, wenn ich „Reformation“ sage? Besonders an drei Personen.

1. denke ich an den Namen John Wyclif,

dessen Name auch die Mission Wyclif Bibelübersetzer zur Ehren trägt. John Wyclif wurde etwa 150 Jahren vor Martin Luther geboren und übersetzte als einer der ersten die ganze Heilige Schrift in die englische Sprache. Er führte eine starke Rückbesinnung auf die Bibel ein, kritisierte die Zustände und Hierarchie der damaligen Kirche, den Reichtum der Kleriker und Mönche, die nicht mit der Bibel und Urkirche übereinstimmten. Weiter kritisierte er die Transsubstantiationslehre (Wandlung von Elemente beim Abendmahl in wirklichen Leib und Blut Christi). Er missbilligte Bilder-, Heiligen und Reliquienverehrung und die Ohrenbeichte. Er bildete Prediger aus, die schon 150 Jahren vor Luther protestantische Lehren im Volk verkündeten. Er vertrat, dass die Macht allein durch die Gnade dem Staat gegeben wurde, erwartete die Unterordnung unter den Staat und ein Leben in urchristlicher Bescheidenheit, also schon eine Nationalkirche. Damit war er der englische Vorläufer der späteren europäischen Reformation. Leider gab es damals in England noch nicht Gutenberg und den Buchdruck wie zu Luthers Zeiten.

2. Ich denke an einen jungen Mann,

nicht an Heinrich VIII, den Katholiken mit seinen vielen Frauen, nicht an seine Töchter Maria Tutor und Elisabeth I. Denn Heinrich VIII schrieb eine Abhandlung gegen Luther und verteidigte die 7 katholischen Sakramente. Ich denke aber an seinen jungen und einzigen Sohn Edward VI, unter dem dann die Reformation in England gefördert wurde. Edward VI stand paradoxerweise unter der Vormundschaft reformatorischer Adeliger und Lehrer. Als Heinrich VIII 1547 starb, nur ein Jahr nach Luthers Tod, war Edward gerade neun Jahre alt und wurde so jung zum König gekrönt. Leider regierte er nur kurz und starb verfrüht 1553.
Aber genau in dieser kurzen Zeit wurde die englische Kirche reformiert. In dieser Zeit wird das Zölibat abgeschafft, die Bilderverehrung und der Gottesdienst zusammen mit dem Sakramentsverständnis erneuert. Dies wurde unter dem minderjährigen König möglich.

3. Ich denke an Ziegenhain und eine wichtige Person:

Der in Ziegenhain und in Hessen bekannte Theologe, Martin Bucer, der die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung unter Landgraf Philipp von Hessen eingeführt hatte, inklusive der Konfirmation, die auch in unserem Gebetbuch so steht, musste er 1549 auf Druck des katholischen Kaisers Straßburg verlassen, weil er das Augsburger Interim ablehnte. Bucer folgte nun der Einladung des englischen Erzbischofs Thomas Cranmer. Er ging nach Cambridge, wo er einen Lehrstuhl erhielt. Dort hatte er großen Einfluss auf die Theologie der noch jungen Anglikanischen Kirche und auch auf den englischen Reformator Cranmer. Das von Cranmer 1549 herausgegebenen 1. Allgemeine Gebetbuch / Common Book of Prayer – für den englischsprachigen Gottesdienst, wurde unter Bucers Beratung 1552 noch einmal überarbeitet und als 2. BCP herausgegeben und zur Grundlage für das AGB/BCP von 1662 gemacht, das heute noch von allen Anglikanischen Kirchen weltweit als reformatorisches Gebetbuch anerkannt wird.

What do I think of as an Anglican when I think of the 1517 Reformation? Which bells ring, whom do I think of when I say „Reformation“? I think especially of three people.

1. I think of  John Wyclif, whose name also bears the Wyclif Missionary Bible translation. John Wyclif was born about 150 years before Martin Luther and was one of the first to translate the entire Holy Scripture into the English language. He reacted strongly to the Bible, criticized the conditions and hierarchy of the church at that time, the wealth of the clerics and monks who did not agree with the Bible and the early Church. He further criticized the transubstantiation doctrine (the conversion of elements in the Lord’s Supper into the real body and blood of Christ). He condemned images, saints, relics, and oral confession. He prepared preachers, who had proclaimed Protestant doctrines to the people 150 years before Luther did. He argued that power was given to the state by grace alone, and expected subordination to the state, and a life of primordial modesty. Thus he was the English forerunner of the later European Reformation. Unfortunately there were not yet Gutenberg in England and the book printing as in Luther’s time to speed it up.

2. I am thinking of a young man, not of Henry VIII, the Catholic, with his many wives, not of his daughters Maria Tudor and Elizabeth I. For Henry VIII wrote a treatise against Luther and defended the 7 Catholic sacraments. But I think of his young and only son, Edward VI, under whom the Reformation was promoted in England. Edward VI, paradoxically he was under the guardianship of the reformational nobles and teachers. When Henry VIII died in 1547, only one year after Luther’s death, Edward was just nine years old and was crowned as a young man. Unfortunately, he reigned only briefly and died prematurely in 1553.
But precisely in this short time, the English Church was reformed. At this time celibacy and image worship were abolished and divine worship was renewed together with the biblical understanding of the sacraments. This all was possible under the youthful king.

3. I think of the city of Ziegenhain and an important person there. The theologian, Martin Bucer, who was invited to Ziegenhain and former state of Hessen . He had introduced the Ziegenhain Church Discipline Order including the order of confirmation. Because of the pressure of the Catholic Emperor Charles V he had to leave Strasbourg, because he rejected the Augsburg Interim decision. Bucer followed the invitation of the English Archbishop Thomas Cranmer. He went to Cambridge, where he received a chair. There he had great influence on the theology of the still young English Church and also on the English reformer Cranmer. The 1st General Prayerbook / Common Book of Prayer, published by Cranmer in 1549, was revised under Bucer’s counseling in 1552 and published as the 2nd BCP, and made the basis for the AGB / BCP of 1662, All Anglican churches worldwide as a reformational prayer book.
More – BCP in German:
http://www.gebetbuch.org
Bp. + Gerhard Meyer / ordinariat@rekd.de

Beziehungen: Dankbarkeit und Gebet

Oktober 23, 2016

Download Predigt klick: phil013-11 

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Beziehungen in der Kirche – Leitung & Gemeindeglieder

Unsere persönlichen Beziehungen –  unsere Dankbarkeit und Gebet

Einleitung:  Grüße am Briefanfang

  • Von Paulus & Timotheus – aus Rom und dem Haushalt des Kaisers V 12 ff
  • An die Leiterschaft: Bischof & -Diakone

Grund: Lösung der Uneinigkeit in der Gemeinde . bes. Kap 3 .+4 Euodia / Syntyche

Wir lernen von Paulus:

Persönliche Beziehung Paulus zu der Philippergemeinde

Seine Dankbarkeit(1, 3-8)

Der erste Aspekt der Beziehung des Paulus zur Kirche in Philippi war seine Dankbarkeit für sie.

  1. Der erste Grund für seinen Dank beginnt mit V. 3. Ich danke meinem Gott, für jedes eures Erinnerns an mich.“ (jedesmal, wenn ihr Euch an mich erinnert – griech. Text übertragen)

Der Dank des Paulus steht im Zusammen-hang mit der kürzlichen finanziellen Unterstützung, die Paulus auch später nennt. Die Fürsorge (4:10)

Es war mir eine große Freude und ein Geschenk vom Herrn, dass eure Fürsorge für mich wieder aufgeblüht ist. Ich weiß natürlich, dass ihr immer um mich besorgt wart, aber eine Zeit lang hattet ihr keine Gelegenheit dazu.

15 Ihr wisst ja, dass ihr Philipper am Beginn meines Dienstes, damals, als ich das Evangelium von Mazedonien aus weitertrug, die einzige Gemeinde wart, die mich finanziell unterstützt hat. 16 Schon nach Thessalonich habt ihr mir mehrmals Hilfe zukommen lassen.  

  1. Der zweite Grund für den Dank des Paulus war die Teilnahme (Gemeinschaft) der Philipper am Evangelium (Vers 5).

5 Denn ihr habt euch vom ersten Tag an mit mir für die gute Botschaft eingesetzt. Und das tut ihr bis heute.  Anw.:  (unser Einsatz) ?Dieses besondere Schlagwort ist in den Briefen des Paulus einzigartig. Denn sie glaubten nicht nur an das Evangelium, sondern arbeiteten auch mit Paulus zusammen. Anw.: Nur sonntags?

Da diese Partnerschaft einer Gemeinde mit Paulus im Verbreiten des Evangeliums ungewöhnlich war, hatte Paulus eine einzigartige Zuneigung zu den Philippern. Nachdem er gerade ihre Unterstützung von ihm erhalten hatte, drückte er hier seine innigste Zuneigung für sie aus.

  1.  Sein Gebet für die Philipper (1,9-11)

Ein zweiter Aspekt der Beziehung des Paulus zu den Philippern war sein Beten für sie. Paulus Gebete haben in allen seinen Briefen gemeinsame Themen: Wie Liebe (1Th 3,12), Wachstum (Kol 1:10), Weisheit und Erkenntnis (Eph 1,17) und gute Werke (Kol 1: 10). Hier betete Paulus, dass die Gläubigen eine weise Liebe (oder Weisheit in ihrer Liebe) zum Mitmenschen zeigen sollen. Das Ziel dieser Weisheitsliebe ist, dass sie in der Lage sind und beurteilen können, wenn hervorragende Entscheidungen getroffen werden sollen. Das heißt für uns, dass unsere Liebe in Weisheit erst eine Unterscheidung schafft, richtig zu handeln. Weil solch eine Gott geführte Unterscheidung erst eine ausgezeichnete Wahl zum Handeln treffen kann, wird sie auch ein aufrichtiges und tadelloses Leben hervorbringen (Verse 10-11). damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. Dann werdet ihr rein und ohne Tadel sein für den Tag Christi, 11 reich an der Frucht der Gerechtigkeit, die Jesus Christus gibt, zur Ehre und zum Lob Gottes.

Das Ziel aber ist immer:  Gottes Herrlichkeit und Ehre zu suchen. (Phil 1,20 & 2,11)

 

Die Präsenz Christi im Mahl des Herrn / in der Heiligen Kommunion

August 14, 2016

Die Präsenz Christi im Heiligen Abendmahl:

Eine Erklärung der Anglikanischen Kirche in Deutschland

Download klicken: Eucharistie – Realpräsenz A4

Die Hermeneutische Grundlage

Klassische anglikanische Lehre gründet sich zuvörderst auf der Heiligen Schrift, die allein verlässliche norma normans. Unsere Schriftauslegung geht aus einer Auseinandersetzung mit der Überlieferung der ungeteilten Kirche, insbesondere aus der Zeit der ersten vier Konzilien hervor. Im lehrmäßigen Konsens dieser Epoche erkennen traditionelle Anglikaner apostolische Tradition. Bei der Beurteilung „bloß kirchlicher“ (im Gegensatz zu offensichtlich apostolischer) Tradition im Lichte dieses Erbes aus Schrift und Überlieferung bedienen wir uns der vom Schöpfer gegebenen, von Christus vielfach gebrauchten und durch das Werk des Heiligen Geist in den Wiedergeborenen gereinigten Vernunft. Die kirchliche Verkündigung soll auf diese Weise die Gläubigen zu einem tieferen Verständnis der offenbarten Wahrheit führen. Allerdings kann die Kirche nie etwas als heilsnotwendigen Glaubenssatz vorlegen, was nicht direkt aus der Heiligen Schrift entnommen oder zwingend aus ihr ableitbar ist.

Die Umrisse traditioneller anglikanischer Lehre sind nicht allein und auch nicht hauptsächlich von unserem Bekenntnis, den Neununddreißig Religionsartikeln (in ihrem kontroverstheologischen historischen Kontext verstanden) vorgegeben, sondern – getreu der für den Anglikanismus äußerst wichtigen theologischen Regel lex orandi, lex credendi – auch durch unsere Agende, das  Allgemeine Gebetbuch (Book of Common Prayer) samt dem anglikanischen Ordinale (Weiheliturgien zum Ordo: Diakonat, Presbyterat, Episkopat). Dieses wird von den meisten anglikanischen Geistlichen und Laien als ebenso wichtiges Lehrdokument für die anglikanische Identität betrachtet wie die Neununddreißig Artikel. Hierin liegt ein deutlicher Unterschied etwa zur evangelisch-lutherischen Tradition, in welcher niemals eine Agende auch nur ansatzweise die Bedeutung der Confessio Augustana oder von Luthers Katechismen erreicht hat.

Geschichte traditioneller anglikanischer Lehre

Die vorgenannten Grenzen lassen durchaus eine gewisse theologische Breite zu, die gelegentlich als „anglikanische Freiheit“ bezeichnet wird. (Diese betrifft auch das genaue Verständnis der Euraristie.) Dies lässt sich auch historisch gut nachvollziehen. Die kirchengeschichtlichen Wurzeln der anglikanischen Kirche liegen (a) in dem traditionell großen Selbstbewusstsein der beiden englischen Kirchenprovinzen unter den Provinzen der lateinischen Kirche, (b) in den Fernwirkungen der Vorreformation von John Wyclif (1330-1384), dem maßgeblichen Vorbild des tschechischen Vorreformators Jan Hus (1371-1415), (c) in der frühen Rezeption lutherischer Schriften durch spätere kirchenleitende Theologen wie Erzbischof Thomas Cranmer (1489-1556). Äußerer Anlass für den Bruch mit Rom war der bekanntermaßen rein machtpolitisch bedingte Wunsch König Heinrichs VIII. (1491-1547) nach einer katholischen Nationalkirche unabhängig von römischer Jurisdiktion.

Bereits während der Reformation unter der Regierungszeit König Eduards VI. (1547-1553) und der Konsolidierung unter der Herrschaft von Königin Elisabeth I. (1558-1603) versammelte die anglikanische Kirche sowohl Theologen, die vom Calvinismus beeinflusst waren (Low Church) wie etwa Erzbischof Thomas Cranmer als auch dezidiert anglokatholische Stimmen, wie etwa die Theologen-Bischöfe John Jewel (1522-1571) und Lancelot Andrewes (1555-1626). Das Erstarken des anglokatholischen Flügels unter Erzbischof William Laud (1573-1645) führte zur calvinistisch-puritanischen Revolution und schließlich zu einer ausgleichenden Restauration, für die das Allgemeine Gebetbuch von 1662 steht.

Die Reformierte Episkopalkirche entstand in den 1870er Jahren aus der Opposition evangelikal geprägter Kleriker und Laien der Episkopalkirche unter Leitung des episkopalen Weihbischofs George Cummins gegen einen oberflächlichen Ritualismus in dieser Kirche. (Jener reformiert-evangelikale Einschlag wird etwa in unserer Präambel deutlich.) Gleichwohl war Bischof Cummins sehr wohlwollend gegenüber authentischem Anglokatholizismus eingestellt, was etwa in seiner Hochschätzung des hochkirchlich gesonnenen William Augustus Muehlenberg zum Ausdruck kam, welchen er für einen Bischofsstuhl der „neu-formierten“, eben Reformierten Episkopalkirche vorsah. (Er lehnte jedoch ab und blieb trotz aller Missstände der alten Episkopalkirche treu.)

Als die Episkopalkirche und andere Kirchenprovinzen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft in den 1970er Jahren begannen, radikale Neuerungen einzuführen wie etwa die Ordination von „Priesterinnen“, entstanden neue traditionell-anglikanische, vorrangig anglokatholisch geprägte Jurisdiktionen in Nordamerika. Die Reformierte Episkopalkirche begann bald den Dialog mit diesen Jurisdiktionen. Mit der anglokatholischen Anglikanischen Provinz Amerikas wurde eine Vereinbarung über Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft geschlossen, nachdem zuvor ein (durchaus historisch zu nennendes) Konsensdokument mit dem Titel Anglican Belief and Practice    ratifiziert worden war. Die Reformierte Episkopalkirche, einschließlich des deutschen Missionsbistums, vereint heute reformierte Anglikaner und Anglokatholiken. In gewissem Sinne kann Anglican Belief and Practice als eine Bekenntnisschrift angesehen werden.

Anglokatholische Theologie, deren frühe Exponenten hochgeachtete Theologen auf Bischofsstühlen wie Lancelot Andrewes und John Jewel waren, hat nicht nur alle theologischen Richtungen des Anglikanismus nachhaltig geprägt – einschließlich der Theologie der evangelikalen (nach ihrem Selbstverständnis vehement antikatholischen) Church Society des Vereinigten Königreichs und eben auch der offiziellen kirchenamtlichen Theologie der Reformierten Episkopalkirche (wie das zuvor zitierte Dokument Anglican Belief and Practice beweist). Einen noch größeren Einfluss hatte die anglokatholische Theologie auf die anglikanische Liturgie – und damit nach dem zuvor über die Rolle der Regel lex orandi, lex credendi im Anglikanismus auch auf die kirchenamtliche Theologie der gesamten Anglikanischen Kirchengemeinschaft. Zwar legte schon Erzbischof Cranmer eine gewisse Ehrfurcht vor der byzantinischen Liturgie an den Tag, indem er etwa das zweite Antiphongebet der Chrysostomus-Liturgie in das anglikanische Tagzeitengebet aufnahm. Doch war das von ihm unter Einfluss kontinentaler Reformatoren vorgesehene eucharistische Formular von 1552 – in deutlichem Gegensatz zu dem im besten Sinne katholischen von 1549 – insofern aus hochkirchlicher Perspektive defizitär als eine Epiklese fehlte. Dass diese Liturgie überhaupt eine Approbation erfuhr, lag an liturgischen Wendungen, die wörtlich verstanden auf die Realpräsenz Christi in den Elementen Brot und Wein anspielten; aufgrund dieser verweigerte auch ein an Rom orientierter Bischof wie Stephen Gardiner seine Zustimmung nicht, obgleich Erzbischof Cranmer dessen Interpretation der Agende zurückgewiesen haben soll. Das karolinische Formular von 1662 für die englische Kirche nahm dann die deutlichsten reformierten Änderungen zwischen den Liturgien von 1549 und 1552 zurück.

In der für den amerikanischen Anglikanismus später so wichtigen schottischen Kirchenprovinz (Schwurverweigerer gegenüber dem reformierten Thronfolger Wilhelm von Oranien) hingegen blieb man bei dem Kompromiss von 1662 nicht stehen, sondern stellte den katholischen Charakter der Liturgie von 1549 wieder her. Insbesondere enthält die schottische Liturgie eine explizite Epiklese nach den Einsetzungsworten. Der erste anglikanische Bischof in Amerika, Samuel Seabury, wurde von der Schottischen Episkopalkirche und nicht der Kirche von England konsekriert – mit der Auflage, dass er jenseits des Atlantiks die schottische Kommunionsliturgie und nicht die englische durchsetzen würde. Seit 1789 enthalten alle nordamerikanischen Agenden stets eine „schottische“ Abendmahlsliturgie mit Epiklese und Darbringungsgebet nach den Einsetzungsworten.

Die Wiederentdeckung des anglikanischen einschließlich anglokatholischen Erbes in der Reformierten Episkopalkirche in Nordamerika und Europa spiegelt sich auch liturgisch wider. Sowohl die englische Liturgie von 1662 („traditionell“) als auch („alternativ“) die schottisch-amerikanische in der Fassung von 1928 sind als eucharistische Liturgien zugelassen. Im deutschen Missionsbistum ist letztere die verbreitere, und auch die Kommunionsliturgie von 1549 darf für besondere Anlässe verwendet werden. Hier die Übersetzung der schottisch-amerikanischen Epiklese:

„Nach Deiner allmächtigen Güte lass es Dir gefallen, mit Deinem Wort und heiligem Geist diese Deine Gaben und Geschöpfe des Brots und des Weins zu segnen und zu heiligen, damit wir, indem wir dieselben nach der heiligen Einsetzung Deines Sohnes, unseres Heilands Jesu Christi, empfangen, zum Andenken Seines Todes und Leidens an Seinem heiligen Leib und Blut Teil haben mögen.“

[Protestantisch-bischöfliche Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika: Das Buch des gemeinschaftlichen Gebets, New York  1847, Ordnung der Communion, S. 186.]

Abendmahlsverständnis der Anglikanischen Kirche in Deutschland (REK)

Wir lehren, dass die Gegenwart Christi im Heiligen Abendmahl geistlich und real ist: In den Elementen von Brot und Wein wird den Gläubigen eine geistliche, aber nicht minder reale, Stärkung durch Leib und Brot Christi angeboten. Die Gegenwart unseres gepriesenen Erlösers ist geistlich insoweit sie vom Heiligen Geist vermittelt wird und sich rationalistischen Erklärungsversuchen entzieht. Der Heilige Geist bewirkt die Gegenwart Christi, fokussiert auf die Elemente Brot und Wein als Leib und Blut Christi. Dass es sich hierbei nicht um eine subjektiv-figurative, sondern eine objektiv-reale Gegenwart handelt, wird aus den objektiv nachvollziehbaren Konsequenzen würdigen oder unwürdigen Empfangs des hochheiligen Sakraments deutlich. Die Eucharistie vergegenwärtigt Christi Sühnopfer am Kreuz aber ist selbst kein solches.

Schriftbeweis

[Alle Schriftstellen zitiert nach der Übersetzung D. Martin Luthers in der Überarbeitung von 1912.]

Der HErr Jesus beschreibt das Manna als alttestamentlichen Typos Seines Leibes. Sein gesegneter Leib und Sein gesegnetes Blut sind nicht nur Stärkung, sondern gewöhnlich Voraussetzung für das ewige Leben:

Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe um des Vaters willen, also, wer mich isset, der wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist; nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben: wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. [Joh 6,51-58]

Der HErr setzt Sein Blut mit dem eucharistischen Kelch gleich. Er offenbart, dass Sein Blut einen Neuen Bund begründet und bezeichnet das von Ihm vergossene Blut als Sühnopfer:

Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. [Mt 26,26-28]

Der heilige Apostel Paulus beschreibt die welt-immanenten Auswirkungen eines unwürdigen Empfangs des Sakraments des Leibes und Blutes des HErrn:

Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HERRN Tod verkündigen, bis dass er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isst oder von dem Kelch des HERRN trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HERRN. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isst und trinket, der isst und trinket sich selber zum Gericht, damit, dass er nicht unterscheidet den Leib des HERRN. Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. [1 Kor 11,26-30]

Der Apostel stellt klar, dass das auf Golgatha vergossene Blut und nur dieses das Sühneopfer ist:

Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet die geheiligt werden. Es bezeugt uns aber das auch der heilige Geist. Denn nachdem er zuvor gesagt hatte: Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen Tagen„, spricht der HERR: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es schreiben, und ihrer Sünden und Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.“ Wo aber derselben Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die Sünde. [Hebr 10,14-18; zitiert Jer 31,33-34]

Patristischer Traditionsbeweis

Der heilige Johannes von Damaskus lehrt, dass die Gegenwart Christi im Heiligen Abendmahl real ist, aber vom Heiligen Geist auf unerklärliche Weise vermittelt und insofern geistlich:

„Es sprach Gott: „Das ist mein Leib“, und: „Das ist mein Blut“, und: „Das tuet zu meinem Andenken.“ Und durch sein allmächtiges Gebot geschieht es, bis er kommt. Denn so heißt es: „Bis er kommt.“ [1Kor 11,26] Und es kommt durch die Anrufung (Epiklese) als Regen auf dies neue Ackerfeld die überschattende Kraft des Hl. Geistes. Denn wie Gott alles, was er gemacht, durch die Wirksamkeit des Hl. Geistes gemacht hat, so schafft auch jetzt die Wirksamkeit des Hl. Geistes das Übernatürliche, das nur der Glaube fassen kann. „Wie wird mir das geschehen,“ sagt die heilige Jungfrau, „da ich keinen Mann erkenne?“ Der Erzengel Gabriel antwortet: „Der Hl. Geist wird auf dich herabkommen, und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten.“ [Lk 1,34f] Und jetzt fragst du, wie das Brot Leib Christi und der Wein und das Wasser Blut Christi wird. Auch ich sage dir: Der Hl. Geist kommt hinzu und wirkt das, was Begreifen und Denken übersteigt. […]

Zweckdienlich ist auch folgende Bemerkung: Wie auf natürliche Weise das Brot durch Essen und der Wein und das Wasser durch Trinken in Leib und Blut des Essenden und Trinkenden verwandelt werden, und nicht ein Leib entsteht, der von seinem früheren Leibe verschieden ist, so wird auch das Opferbrot und Wein und Wasser durch die Anrufung und Herabkunft des Hl. Geistes auf übernatürliche Weise in den Leib und das Blut Christi verwandelt, und es sind nicht zwei, sondern es ist ein und derselbe.  Es gereicht denen, die es im Glauben würdig empfangen, „zur Vergebung der Sünden“ [Mt 26,28], zum ewigen Leben und zum Schutze des Leibes und der Seele; denen aber, die es im Unglauben unwürdig genießen, zur Züchtigung und Strafe, gleichwie auch der Tod des Herrn den Gläubigen Leben und Unvergänglichkeit zum Genusse der ewigen Seligkeit ist, den Ungläubigen und Mördern des Herrn aber zur ewigen Strafe und Pein gereicht. […]

Das Brot und der Wein sind nicht ein Bild des Leibes und Blutes Christi — das sei ferne —, sondern der vergottete Leib des Herrn selbst. Denn der Herr selber sprach: „Das ist mein Leib“, nicht: [Das ist] ein Bild des Leibes, und nicht: [Das ist] ein Bild des Blutes, sondern: „[Das ist] mein Blut.“ Und vorher sagte er zu den Juden: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank.“ [Joh 6,53.55] Und wiederum: „Wer mich ißt, wird leben.“ [Joh 6,57]

[Johannes von Damaskus: Genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens (Expositio fidei), Buch IV, Kapitel XIII, „Von den heiligen, makellosen Mysterien des Herrn“; BKV 1, Bd. 44, S. 210-13]

Klassisch-anglikanischer Traditionsbeweis (Neundunddreißig Artikel)

Wie eingangs erwähnt, ergibt sich ein korrektes Verständnis anglikanischer Lehre nur durch gleichzeitige Berücksichtigung des Bekenntnisses (Neununddreißig Artikel) und der Agende. En Auszug der Agende (Epiklese) ist bereits oben zitiert worden. Die Neununddreißig Artikel lehren:

„Das Mahl des Herrn ist nicht nur ein Zeichen der Liebe, welche die Christen untereinander – einer mit dem anderen – haben sollen, sondern es ist vielmehr das Sakrament unserer Erlösung durch Christi Tod.

Für diejenigen, die es auf rechte Art würdig und gläubig empfangen ist „das Brot, das wir brechen“, die Gemeinschaft des Leibes Christi und ebenso der „gesegnete Kelch“ die Gemeinschaft des Blutes Christi.

Die Transubstantiation (oder die Verwandlung der Substanz des Brotes und des Weines) beim Herrenmahl kann aus der Heiligen Schrift nicht bewiesen werden, sondern steht den klaren Worten der Schrift entgegen, zerstört das Wesen des Sakraments und hat zu mancherlei Aberglauben Anlaß gegeben. Der Leib Christi wird im Herrenmahl nur in himmlischer und geistlicher Weise gegeben, empfangen und gegessen. Das Mittel aber, wodurch der Leib Christi im Abendmahl empfangen und gegessen wird, ist der Glaube.“

[Neununddreißig Artikel. Artikel XXVIII. „Vom Heiligen Abendmahl“.]

Traditionsbeweis anhand einer neueren Bekenntnisschrift

[ABP = Anglican Belief and Practice. A Joint Affirmation of the Reformed Episcopal Church and the Anglican Province of America“, October 4, 2001]

Zur Hermeneutik wird festgestellt:

Es wird anerkannt, dass die Neununddreißig Glaubensartikel, das Allgemeine Gebetbuch und das Ordinale die Grenzen anglikanischen Glaubens und seiner Ausübung festlegen.“ [ABP II, 1. Absatz]

„Der sicherste Weg, auf welchem die Kirche die Wahrheit ihrer Lehre prüfen kann ist das Studium der Heiligen Schrift. Dieses Studium soll innerhalb der Überlieferung der Kirche und mit Gebrauch rechter Vernunft erfolgen.“ [ABP III, Vorbemerkung]

Im Hinblick auf die Realpräsenz Christi im Heiligen Abendmahl wird bekannt:

Die Heilige Schrift lehrt klarerweise das, was traditionell die Lehre von der Realpräsenz genannt wird. (Mt 26,26-29; Mk 14,22-25, Lk 22,17-20, Joh 6,48-58, 1Kor 11,23-32.) Kurz gefasst ist Jesus Christus wirklich, wahrhaft und einzigartig gegenwärtig in der Eucharistiefeier, in welcher die vom HErrn gebrauchten Elemente Brot und Wein als Fokus dienen. Die Gegenwart unseres HErrn soll auch im Leben der ganzen ecclesia militans et triumphans, dessen örtliche Manifestation die eucharistische Gemeinde ist, gefeiert werden. Anglikaner sind unwillig, über diese grundlegende Definition hinaus zu gehen – außer, dass die Theorie der Transsubstantiation als Dogmatismus abgewiesen und die Rolle des Heiligen Geistes bei der Feier des Sakraments betont wurde. (Beispielsweise schreibt Lancelot Andrewes in Responsio ad Apologiam Cardinalis Bellarmini: ,Bei der Ankunft der allmächtigen Kraft des Wortes, die Natur wird verändert, so dass das, was vorher ein bloßes Element war, nun ein göttliches Sakrament wird, wobei die Substanz nichtsdestotrotz das bleibt, was sie vorher war‘; vgl. auch Artikel XXVIII.) In den Worten von John Cosin: ,Was die Art und Weise der Gegenwart des Leibes Blutes unseres HErrn im gebenedeiten Sakrament betrifft, so […] gehen wir ihr nicht mit verwirrenden Untersuchungen nach; sondern nach dem Vorbild der ursprünglichen und reinsten Kirche Christi überlassen wir dies der Macht und Weisheit unseres HErrn.‘ (Historia Transubstantiatonis Papalis, cap. 1)“

[ABP IV, Vorbemerkung, Taufe]

Еs wird auch bekräftigt, dass die Eucharistie oder das Abendmahl von Christus eingesetzt wurde, eine wahrhaftige Teilhabe an Seinem Leib und Blut zu sein, ein Sakrament unserer geistlichen Nahrung und unseres Wachstums in Ihm und ein Unterpfand unserer Gemeinschaft mit Ihm und miteinander als Glieder Seines geheimnisvollen Leibes. Es gibt nur ein Opfer für die Sünde das eine Opfer Christi, ein für alle Mal dargebracht am Kreuz. Dieses eine Opfer ist die vollkommene Erlösung, Sühne und Genugtuung für die Sünden der ganzen Welt. Somit kann die Eucharistie nicht als Sühneopfer an Gott den Vater bezeichnet werden. Schließlich kann die mittelalterliche Transsubstantiationslehre, wie es in Artikel XXVIII heißt, „aus der Heiligen Schrift nicht bewiesen werden・, noch kann irgendeine dogmatische Definition das Geheimnis der Realpräsenz Christi in der Eucharistie erfassen. Das Geheimnis der Realpräsenz kann nur durch Glauben bekräftigt werden.[ABP IV, Bekräftigung, letzter Absatz]

Anhang

Übersicht über die Neununddreißig Artikel (1562 Latein / 1571 Englisch)

Die Neununddreißig Artikel leiten sich in ihrer Grundstruktur von einem frühen anglikanisch-lutherischen Konsensdokument noch aus der henricianischen Reformation ab, den Wittenberger Artikeln von 1536. Mehrere wichtige Passagen sind direkt der Confessio Augustana oder der Confessio Wirttembergia (Eingabe württembergischer lutherischer Theologen an das Tridentinum) entnommen.

Art. I-V (Dreifaltigkeit und Inkarnation): Inhalt des Apostolikums

Art. VI-VIII (Offenbarung): Altes und Neues Testament sind das Wort Gottes, enthalten alles zum Heil Notwendige; die drei altkirchlichen Bekenntnisse sind zwingend aus der Heiligen Schrift beweisbar

Art. IX-XVIII (Anthropologie und Soteriologie, vgl. CA II, IV): Die Erbsünde hat den freien Willen, auch zur Hinwendung zu Gott zerstört; Rechtfertigung vor Gott und Heil wird den Auserwählten durch Christus allein zuteil; hieraus folgen notwendig Früchte guter Werke, die nicht überverdienstlich sein können.

Art. XIX-XXXIV (Ekklesiologie und Sakramentenlehre, vgl. CA XIV, XIII): Kennzeichen der wahren sichtbaren Kirche (reine Predigt und rechte Sakramentsverwaltung); Fehlbarkeit auch historischer  bedeutsamer Teilkirchen; Unterordnung der Autorität der Kirche unter die Heilige Schrift; Abweisung gewisser römischer Lehren; Bedeutung von Ordination oder Beauftragung für öffentliche Wortverkündigung; Predigt in der Volkssprache;  nur zwei Sakramente allgemein zum Heil notwendig; Sakramente nicht bloß Zeichen, sondern wirksame Zeichen; Verwerfung des Donatismus; Taufwiedergeburt; Präsenz Christi in den eucharistischen Elementen; Zurückweisung der Transsubstantiationslehre; Kommunion unter beiderlei Gestalt, Vollkommenheit des Kreuzesopfers Christi; kein Pflichtzölibat, auch nicht für Bischöfe.

Art. XXXVI (Vermischtes): Orthodoxie der eduardianischen Homilienbücher; Orthodoxie und Suffizienz des eduardianischen Ordinale; zeitliche Güter der englischen Kirche gehören dem Monarchen; Wehrdienst, Privatbesitz und Eide sind Christen gestattet.

Einführende deutschsprachige Literatur zum Anglikanismus

Artikel in LThK und TRE, ferner: G. Gaßmann, Die Lehrentwicklung im Anglikanismus. Handbuch der Dogmen- und Theologiegeschichte, Band 2, Göttingen 1998. S. 353-410

Mehr unter http://www.anglikaner.org

(ehemals Ref. Episkopalkirche

Musikfest 30.07.-06.08.2016

August 9, 2016

journal2 Download – Report

This is Ian Cowen.  To finish our adventure in Germany, I helped staff at a music festival at the Knüll. Bestowed upon me was the duty of maintaining those great porcelain thrones, the seat of relief and terror, the toilets.  In reality it was more than that, I was cleanup crew and went about thrice a day checking the grounds, cleaning the washrooms, and generally making the place a healthy environment. I worked alongside Kamal, a usual helper around the grounds during the rest of the year. All in all it was a pleasant experience, and left me with plenty of free time to walk around the mountains, an excursion that could not be undertaken in Texas!

 

Hello, I’m Sophia Daniels and I was able to be a part of the Summer Music Fest at Knüell Camp. I helped in the Jause by doing dishes and other various chores. Every day I would collect dishes from tables or the shelf near the entrance of the restaurant and bring them to kitchen. I would then rinse the food off of the plates to load them into the dishwasher. After the  wash cycle was over I would put the dishes and silverware into their appropriate places. Throughout the week I managed to only break two cups! Besides dishes I would also clean off tables and sweep the floors. I attempted to sweep the entire restaurant at least three times a day to keep up with all the dirt and grass dragged in by the customers. The weather during the week was rainy so lots of mud was tracked in and was very difficult to keep up with. During my breaks I would play cards with a few of the kids from the Music Fest. When it started getting dark musicians would wonder inside and play their instruments and sing. The atmosphere in the Jause was very enjoyable and people that were a part of the Fest were very pleasant. This was a very good experience for me and I’m very glad to have participated in it. I hope I will be able to help the wonderful staff at the Jause again next year! And thank you to Bishop Meyers and his wife Grace for all their love and hospitality during this trip.

 

This is Mary Woolsey.  During the Summer Musikfest, there was a lot of “behind the scenes” activity going on.  I had the joy and privilege to serve in the “Jause.”  The Jause (which means snack) is a café on the grounds of the Knuell Camp.  Each day of the festival there was a special-featured meal for those who chose to eat in the Jause.  Grace Meyer planned and shopped for the meals and I got to help prepare them.  There was breakfast each morning that was customary in Germany: ”fresh baked rolls and pastries (from the bakery in town owned by Grace’s son-in-law and daughter), cheese and meat, butter and homemade jam!  Some of the lunches feature schnitzel, potato sausage, and Spätzel with beef and sauce.  Oh, and the cakes!!! (also from the local bakery).  So delicious and beautifully prepared.  They sold out every day!!  So, as I learned to say in Germany “Guten Appetit!!”

 

This is Deacon Mark.  The last week of the Germany trip was filled with the Summer Music Fest at Knuell Camp.  This was an incredible week.  About 300 campers come to stay in tents and in the permanent housing here.  30 or so of them lead music and dance workshops.  I got to lead one of them, English Country Dance.  I don’t mean to be trite, but it really seemed like the hand of Providence guided this adventure.  First, I was connected with Gabi, a German lady who gathered together other musicians for live music for the dancing.  Then I had to explain the workshop on stage to 300 Germans whom I had never met, and then demo it with Sophia.  This was truly one of the scariest things I’ve ever done in my life.  Next, I had to hope enough would show up for the workshop (20 – 30 did for the first days; ended with more than 15).  We practiced for 5 days.  Finally, Saturday evening, 16 of us and the musicians performed in a big tent in front of all the crowd.  Terrifying, but exhilarating!

 

Newsletter Ministry in Berlin

August 2, 2016

Download this Newsletter click:  Newsletter July 2016 REC

Hello, this is Sophia Daniels,

and I would like to share a part of my experience in Berlin. I volunteered at a Christian event called:

„I don’t Need Hawaii“ to help spread God’s message to all kinds of people who were involved in many different ways of life.

I was able to help in many ways from putting up tents to supervising a kid’s game. The tents we put up for the event required a lot of hard work from all of the staff. A group consisting of three women and myself put up two of the smaller tents. The tents are made from long metal poles and pieces of plastic which attach them together.

Then, once the poles are assembled, a large tarp goes over them and is secured with big metal nails and buckles to latch onto the poles. The first few attempts to throw the tarps over the metal frames failed, but we kept trying and eventually were successful! To hold these tarps down we took a nail and ran it through some rope attached to the tent. We then took turns holding the nail while one of us hammered it into the ground using a sledge hammer. This was quite a workout for just two of us switching from hammering to stabilizing. I was very impressed with the fellow volunteers considering the sledge hammer was almost half their size!

 

The whole process of putting these tents up probably took around 7-8 hours, but with such a great group of volunteers, we got it done handily. Although very physically demanding, almost everyone was able to help out with the process. It was a very rewarding experience. I’m very glad to have been given the opportunity to participate and help out with a great event for the Lord!

Hi, I’m Ian.

Berlin is a fantastic city full of culture and history, too much in fact for our team to fully experience it all! That did not stop us however from visiting some of the more iconic spots, such as the Olympia station (though we didn’t go inside we had a brilliant view of the exterior), the Memorial to the Murdered, Brandenburg Gate, as well as a quick stop by the Reichstag; and that was just one day!

Throughout the rest of the week we stopped by other attractions including the Tiergarten, Tempelhofer Feld, various museums and parts of the city where the Wall once stood, and even a boat tour down the Spree to have a look at some of the more notable buildings and such. To wrap it all up we visited Potsdam to tour the Neues Palais as well as the Lustgarten and the other historical sites on the grounds.

On the first day of the Youth Evangelistic Outreach, I (Mary Woolsey) joined a group that was in charge of serving a fresh squeezed cup of orange juice. It was squeezed right on the spot! Each person had been given a card offering the drink on one side and a prayer on the other side. This exchange opened the opportunity to engage the people in conversation and prayer. I was completely out of my comfort zone, but each person I spoke to was friendly and open. The Lord led several interesting people to me. The first two people I met were two young men from Syria. They had been in Germany for seven months. They spoke English quite well and were open to prayer with me and another lady leading our group. Germany has many Syrian refugees living in very difficult conditions. Many are separated from their families. Some are as young as 14 with no parental support. The families of these men were still in Syria living in dangerous conditions. It was a privilege to pray for them. Among others that I met were three young men from New York, two young ladies from Stuttgart, and even a young man from Norway vacationing with his family! He was so blessed by the juice that he left an offering! A significant challenge that I see, not only in Germany, but in all nations is with our youth. They see Anglican worship as boring and mechanical. May the Lord grant us grace to reach our youth, draw them into our community, and share the grace of our Lord Jesus Christ!  Glory to His name!

Hello, I’m Deacon Mark.

We’ve been in Germany almost three weeks and have another week and a half to go.  We’ve seen a lot of fascinating sites and places, and we’ve helped with a youth evangelistic outreach in Berlin.  My part in the outreach included helping to build the large tent, and then doing something especially spiritual – teaching English Country Dance.  You might ask what’s an American doing in Germany teaching English Country Dance, and, well, I wondered that, too.  However, dance, especially one as fun as this, has universal appeal.  It’s easy to learn and draws in those who would not otherwise participate.  The organizers asked me to teach it in two sessions, one the first day of the event, and the second on the last day.  After getting a seed group of people to start the dance lesson, we were able to pull in more people who were reluctant to join, yet had a good time once they started.

After the lessons were over I got to talk to several Germans about various topics.  One was a young lady who was a Christian, but the other was an older lady who was not particularly interested in the church – too much conflict between Christians.  However, I was able to give her the name of a local Anglican church in Berlin so who knows, perhaps God will use this to bring someone into His dance.

 

Hi also from the Rev. David Ayres and Bp. Meyer

At the end of our common ministry from Juli 19 – 24 we meet at the new www.christchurchberlin.de mission. It was a great joy to experience Christian fellowship with the REC Presbyter David Ayres in Berlin. Last day we ministered together with the word and sacrament in this new mission. Soon we will open a new bank account for the church in Berlin. If you like to pray and support this new REC / REK ministry in the German Capital Berlin, visit the Webpage.

Your REC Missionary representatives in Germany

Together with

 Bp. +Gerhard and Grace Meyer  

Leitbild – Kirchenkompass

Juli 16, 2016

Erzbischöfe Canterbury

Anglikanischer Kirchenkompass (Leitbild)

Anglikanische Kirche i.D. – Glaubhaftes Zeugnis

Juli 8, 2016

 

Stabübergabe Erzbischof ACNA profil

Bild: Erzbischof Folley Beach – Anglikanische Kirche in Nord Amerika – Gesamtkirche

Anglikanische Kirche in Deutschland – REK / ACNA

ein glaubwürdiges anglikanisches Zeugnis seit 1873

Seit fast 150 Jahren hat die Anglikanische Kirche / auch bekannt als Reformierte Episkopalkirche

  • das irrtumslosen Wort Gottes treu benutzt
  • das unveränderliche Evangeliums von Jesus Christus kraftvoll verkündet
  • das altehrwürdige „Allgemeine Gebetbuch“ / Book of Common Prayer zur Anbetung und zum Gottesdienst verwendet.

In diesen unsicheren Zeiten – inmitten sich ständig ändernder Werte, moralischem Verfall, spirituellen Anfragen und dem Fortschreiten des säkularen Humanismus – ist es gut zu wissen, dass es hier noch eine christliche Kirche gibt, die immer noch eine zeitlose Botschaft für die unsicheren Tage unserer Zeit verkündet. Diese Alternative ist übereinstimmend mit Gottes heiligem Wort. Sie konzentriert sich auf die Anbetung des allmächtigen Gottes und nicht auf die Verehrung des Menschen. Sie ist eine Alternative, reich an bibeltreuen Predigten und noch beständig, wie sie sich in der englischen, protestantischen Reformation unserer Vorväter dargestellt hat.

Download und Ausdruck zu:  AKD – Alternativ und glaubhaftes Zeugnis