Bundesschluss und Engelbegleitung

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Der Bundesschluss und die Engelbegleitung  2 Mose / Exodus 23

Am heutigen Sonntagmorgen würde bei einem Morgenlob-Gottesdienst noch vor dem späteren Abendmahls-Gottesdienst der Text aus Exodus 24 in der AT Lesung unserer kirchlichen Jahreslese verlesen werden.

(Hinweise hier auf: Apg 17,11 – Beröanische Christen –  die eigentlichen Anglikaner – Vorbild in Schrifterkenntnis und Handhabung).

In diesem Kapitel geht es um einen Bundesschluss. Nachdem das Volk Gottes die 10 Gebote gehört hatte, die 10 Prinzipien, und danach auch die Fallbeispiele in Einzelheiten dargelegt bekommen hatten, antworteten sie einstimmig so: 24,3: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.

Alles nun, was uns zwischen Kap. 20 und 24 gegeben wurde, ist äußerst wichtig zu verstehen. Denn es geht auch uns als Volk Gottes im Neuen Bund an, ob wir im Alltag gesegnet oder nicht gesegnet werden, ob wir im Bund Gottes durch Christus geschlossen stehen und ewiges Leben haben, oder ob wir ohne Bundesschluss bei Gott vorgefunden werden und ewig verloren gehen. Gilt uns der Bundesschluss, dann wird uns hier auf Erden schon physischer und materieller Segen zusätzlich zum geistlichen Segen verheißen. Stehst du  aber ohne Bundesschluss im Glauben vor Gott, dann bist Du ewig von Gott getrennt, ohne Verheißung des ewigen Lebens und ohne körperlichen und materiellen und irdischen Segen, bist ganz verloren.

Zuerst noch einmal zum Vorbild des Bundesschlusses. Der Bundesschluss mit dem AT Volk Gottes reflektierte schon damals die Bundesverträge zwischen Großkönigen und untergebenen Königen. Anders ausgedrückt: Ein mächtiger König besiegt und unterwirft einen anderen Könige und dessen Volk. Dieser König schloss mit dem Versallenkönig einen Vertrag. Er und das Volk wurden zu einem Bundespartner, indem es die Forderungen durch Bundesvertrag akzeptierte. Der Großkönig sagte: Solange ihr euch an diesen Vertrag haltet, mir loyal gegenüber seid, bin ich euch gnädig, beschütze euch, gebe euch viele Vorrechte und meinen Segen. Wenn aber nicht, steht ihr unter dem Fluch. Dann wurden zwei Dokumente des Vertrages vor allem Volk unterzeichnet und wurden gültig.

Ähnlich ist dies hier mit dem einzigen und erhabenen Gott Jahwe. Er gibt die 10 Gebote als Bundesvertrag. Die 10 Worte sind die Prinzipien der Liebe zu Gott und den Menschen, man nennt sie auch die apodiktischen Gesetze – die unabdingbaren und dogmatischen, die nicht geändert werden können. Dann folgen danach die vielen Fallbeispiele: Wenn dies geschieht, dann folgt dies: Wer ein Stück Vieh stiehlt, der soll dies ersetzen, bezahlen, etc. Die dann folgenden Gesetze mit vielen Beispielen nennt man auch die kasualistischen Gesetze. Alle diese folgen dann in Exodus, Levitikus und an anderen Stellen in den Mosebüchern.

In Kapitel 23 geht es um mancherlei Einzeldinge und Vorschriften: Um das Verhalten vor Gericht, nicht parteiisch, sondern unparteiisch zu sein, weder den Armen noch den Reichen zu begünstigen, auch nicht mit der Mehrheit zu stimmen, wenn es um Unrecht und gegen die Prinzipien der 10 Gebote oder die einzelnen Fallbeispiele gehen sollte.  Hier geht es unter anderem auch um die Behandlung der Flüchtlinge und der Armen und um die im unteren sozialen Niveau Lebenden.

Wir alle können hier lernen, dass wir von unserem Reichtum und Überfluss diesen Menschen immer wieder etwas abgeben sollen. Sie sollen nicht von unserer Gesellschaft mit Hungerlöhnen ausgenutzt werden, wie dies nach dem Krieg oft bei den Heimatvertriebenen geschah, auch wie es in den 60er Jahren mit den Italiener oder vielen türkischen Arbeitern später geschah, und wie es jetzt wieder mit vielen Asylanten und Ostarbeitern geschieht die mit Niedriglohn oder Hungerlohn oft Schwarz angestellt werden.

Die Prinzipen Gottes sind nicht veränderbar, die Fallbeispiele können aber an die gegenwärtige Situation anpasst werden. Dies gilt dann auch für uns, unsere Situation hier und in Deutschland mit den vielen Flüchtlingen. Gerade hier sind wir gefordert, zu helfen und Gutes zu tun, wenn auch nur nach jeweiligem eigenen Vermögen und bei Einzelnen.

Dann aber tritt hier noch ein wesentlicher Aspekt für uns zur Erscheinung. Am Ende des Bundesschlusses in Kap. 24 beginnt fließend ohne Übergang der Hinweis auf das Heiligtum, der Errichtung der Zeltkirche oder des Bundeszeltes, darin der Bundesvertrag lag. Einen Bundesvertrag ohne Bundeszelt und  Gottesdienst gibt es nicht. Der Name Gottes und dieser Vertrag soll fortwährend verehrt und immer befolgt werden.  Die wöchentliche Feier des Gottesdienstes und drei Hochfeiern während des Jahres bilden den Höhepunkt.

Deshalb wird schon in unserem Kapitel 23 mittendrin die Treue zum Bundesgott an der Einhaltung von drei Hauptfesten festgemacht. 1. Das Fest der ungesäuerten Brote – oder das Passahfest. Wir feiern deshalb unser Osterfest, weil Christus unser Osterlamm als Erfüllung ist.

  1. Das erste Erntefest, das Pfingstfest, was uns nächsten Sonntag bevorsteht – da zum ersten Pfingsten die erste Ernte der Heiden, aus den Völkern der Nichtjuden ins Reich Gottes eingebracht wurde, als der Heilige Geist 3000 auf einmal einbrachte. Auch dieses Fest sollen wir als Christen besonders feiern. Der Heilige Geist für die Mission ist unabdingbar, damit auch der Rest der Erwählten aus aller Welt noch eingebracht wird. Das ist unsere und Deine Verantwortung im Bund Gottes.
  2. Dann finden wir dann noch das Erntedankfest am Ende der Ernte. Auch das sollten die Vertragspartner einhalten. Dieses Fest feiern auch die meisten Christen auch heute, und wir schauen nach vorn, um am Ende der Welt das Fest der Wiederkunft Christi zu feiern, wenn die Gesamternte eingesammelt worden ist.

Doch hier folgt unsere Verantwortung. Zu allen Festen sollen zuerst die Männer kommen. Du Mann, am Muttertagsonntag,  pilgerst du zu den regelmäßigen Hochfesten und Gottesdienstfeiern, planst du erstens dabei zu sein? Zweitens steht immer wieder, dass die Männer zu allen diesen Festen nicht mit leeren Händen zum Gottesdienst kommen sollen: V 15 und V 19. Denn sie sollten von den Erstlingsfrüchten des Ackers, des Viehs mitbringen. D.h. für uns, von unseren finanziellen Einkünften unseren erstbesten Teil mit ins zu Gotteshaus bringen. Gott will nicht erst vom Schwanz etwas haben, sondern zuerst vom Kopf. Er will vom Besten, vom Ersten und vom am meisten Geschätzten zuerst etwas als Opfer haben.

Wollen wir deshalb als Bundesvolk des Neuen Bundes in Christi Blut auch diesem Vorbild folgen? Sein Blut wurde vergossen, der Abendmahlsgottesdienst sollte unsere wöchentliche Pilgerreise, besonders für uns Männer sein. Wir sollten dahin auch unser Bestes mitbringen, besonders dreimal im Jahr sollten wir in den Gottesdienst unserer Gemeinde ein raschelndes Opfer – Finanzopfer – bringen, nicht mit leeren Händen kommen.

 Wollen wir das tun? Unsere Bundespflicht Christus gegenüber wird sich an regelmäßiger Teilnahme am Gottesdienst und mit Kommen mit vollen Händen für das Reich Gottes und den Einsatz für die Mission zeigen.

Dann werden wir neben dem geistigen Segen des ewigen Lebens auch körperlich und materiell sicherlich gesegnet werden. Wir werden merken, dass der Engel Gottes unsere Wege ebnet und segnet. Amen.    Bf. +G. Meyer